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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 08:11 Uhr

Lanze für Leserbriefe, Chance für den Exer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 15.Okt.2015 | 16:10 Uhr

Immer wieder einmal führen vor allem Kommunalpolitiker und Vertreter kritisierter Unternehmen Klage über den Inhalt von Leserbriefen. Sie seien einseitig, die Behauptungen stimmten nicht und dergleichen mehr. Mag alles sein. Aber Leserbriefe sind eben auch oft wahr und unbequem und haben ganz besondere Qualitäten. Wir werden darauf nicht verzichten und freuen uns über Zuschriften und Lesermeinungen, die die öffentliche Diskussion kritisch begleiten – das belebt. Manche sind auch sehr schlau. Wie unlängst zum Thema Fördeplatz, in dem ein ausgewiesener Kenner der Materie der (guten) Stadtplanerin Marie-Luise Zastrow Einhalt gebot bei ihren Vorschlägen, die „grüne Wand“ neben der Stadthalle kurzerhand abzuholzen, um vom künftigen Fördeplatz freien Blick auf die Ostsee zu haben, und das für die Platzplanung offenbar ungünstig gelegene Eckgebäude an der Kieler Straße Süd abzureißen oder aufzuständern.

Beides wird hoffentlich nicht passieren. Denn das Grün erfüllt eine durchaus wichtige optische Funktion und verhindert auf ökologische Weise, dass der Kasten Stadthalle noch stärker zur Geltung kommt, und das Haus ist und bleibt Privatbesitz – da läuft ohnehin nichts. Und dass die Stadt eben mal so 300  000 Euro für den Ankauf mit anschließendem Abriss raushaut, wäre ein Fall für das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler.

Ein Fördeplatz wäre gut, muss sich aber an den Realitäten orientieren. Stadtplaner dürfen mal ein wenig abheben, aber Kommunalpolitker sollten Bodenhaftung behalten.

Sie müssen aber auch entschlossen zupacken, wenn sich lang herbeigesehnte Chancen auftun. Wie im Fall des Hotels auf dem Exer. Bedenken müssen raus und gehören besprochen, aber die Stoßrichtung darf gerne geschlossen in Richtung Projektplanung und Umsetzung gehen. Allein der Verkaufserlös für die 6700 Quadratmeter dürfte der Stadt bei einem Mindestquadratmeterpreis von 500 Euro ein paar Milliönchen aufs Girokonto spülen. Damit wären die Seebrücke und der Ausbau des Wellenbades zu finanzieren. Eckernförde wäre auf einen Schlag attraktiver, der Tourismus gestärkt.

Bei den Parkplätzen helfen pragmatische Lösungen. Neben einer Tiefgarage am Exer wären das die Aufstockungen der Parkplätze Preußerstraße, Schulweg und des Grünen Wegs mit fußläufiger Anbindung an die Innenstadt.

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