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Standorte für Altglascontainer gesucht : Lange Wege bis es scheppert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abfallwirtschaftsgesellschaft an wohnortnaher Entsorgung leerer Flaschen und Gläser interessiert / Aldi, Lidl und Markant wollen keine Container

von
erstellt am 11.Nov.2015 | 06:25 Uhr

Helmut Mitschke wohnt in der Hermann-Ivers-Straße. Der Ruheständler, der vor fünf Jahren aus Berlin der guten Luft und Lage wegen nach Eckernförde zog, hat gerade einen kleinen Ausflug hinter sich – Ziel: der Altglascontainer neben dem städtischen Parkdeck an der Noorstraße. „Den Rucksack mit dem Leergut auf den Rücken, 1,70 Euro hin, 1,70 Euro zurück – warum gibt es in Eckernförde so wenig Altglascontainer?“, fragte er noch ein wenig schnaufend in der Redaktion.

Ein Thema für die Öffentlichkeit, weil es in der Tat Bereiche im Stadtgebiet gibt, die nicht oder kaum mit Altglascontainer bestückt und unterversorgt sind. Beispiel das große Wohngebiet im Bereich Schleswiger Straße, Bystedtredder, Klaus-Groth-Straße, Kurt-Pohle-Straße, Ostlandstraße mit mehreren tausend Menschen. Container für Altglas? Fehlanzeige. Mit Briefkästen verhält es sich ähnlich, immerhin gibt es bei Markant in der Ostlandstraße eine Poststelle. Aber selbst dort bei den großen Märkten Markant, Aldi und Lidl: Keine Container für Einwegflaschen, die die Verbraucher oft auch dort gekauft haben. Für die Entsorgung und Wiederverwertung sind aber nicht die Märkte zuständig, sondern das Duale System Deutschland („Grüner Punkt“), das sich wiederum logistisch der Abfallwirtschaftsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) bedient. Ein neuer Standort für einen Container müsse somit von der AWR beim Dualen System beantragt werden, sagte Miriam Brandt, Prokuristin bei der AWR, auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Gerade in den Städten sei es enorm schwierig Standorte zu finden. Auch viele Märkte lehnten dies ab. In Büdelsdorf und Rendsburg sei es ähnlich. Im ländlichen Raum gebe es diese Probleme weniger. Als Verbraucher müsse man aber auch damit rechnen, längere Wege zurücklegen zu müssen. Nach Einschätzung der AWR sei die Bestückung Eckernfördes mit Glascontainerstandorten aber ausreichend. „Es gibt 22 Glascontainerstandplätze in Eckernförde“, sagte Brandt. Kronshagen mit einer ähnlichen Einwohnerzahl habe lediglich 14.

Miriam Brandt erklärte zudem, dass die AWR für die Standorte keine Miete zahlt. „Die Grundstückseigentümer müssen es wollen.“ Oftmals würden Grundbesitzer die Aufstellung ablehnen, weil sie eine Verunreinigung der Fläche durch Müll und Scherben befürchten. Wenn es entsprechende Flächen geben würde, würde die AWR auch Container aufstellen, sagte Miriam Brandt auf EZ-Anfrage. Nach Aussage Brandts sei ein Glascontainerstandplatz an der Borbyer Kirche auf Drängen der Kirche aufgelöst worden, weil sich dort in der Nähe ein Kindergarten befindet und es aus Sicht der Kirche durch den Verkehr zu Gefährdungen kommen könnte. Bürger reagierten immer dann mit Unverständnis, wenn gewohnte Standorte wie beispielsweise auf dem Borbyer Dorfplatz aufgegeben werden müssen. Nach Auskunft der Stadt hatte die Richard-Vosgerau-Schule darum gebeten, um die Grundschüler nicht durch zusätzlichen Verkehr und Glasscherben zu gefährden. Auch in Wilhelnmsthal sind Altglascontainer nach massiven Beschwerden der Anwohner wieder abgeholt worden.

Beschwerden aus der Bevölkerung wegen fehlender Altglascontainer gebe es bis auf Einzeläußerungen aber nicht, sagte Miriam Brandt. Und es gebe auch kein erhöhtes Flaschenaufkommen im Restmüll. Die AWR sei grundsätzlich bereit, neue Standorte zu bestücken, wenn dies mit dem Umgebung kompatibel ist. Zehn der 22 von der AWR aufgelisteten Containerstandorte im Stadtgebiet sind öffentliche Flächen der Stadt, die übrigen Container stehen auf Privatgelände.

Miriam Brandt betonte, dass sich in der Praxis häufig Alternativmöglichkeiten ergeben, wenn man sein Verhalten umstelle. „Zum Beispiel das Altglas gleich mitnehmen, wenn man zum Einkaufen fährt“, rät sie. Selbstverständlich sei es einfacher, wenn man zu Fuß den nächsten Altglascontainer erreichen konnte. Aber das könne ein Großteil der Bürger im Kreis Rendsburg-Eckernförde nicht, und das könne daher auch nicht der Maßstab sein, so die Prokuristin.

 

>Die AWR nimmt Hinweise zum Thema Altglascontainer unter der Nummer 04331/345-123 entgegen.

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