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Kulturoffensive : Lange Nächte gegen November-Blues

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Literatur, Kunst, Theater und Tanz sowie Musik – die Eckernförder dürfen sich an den vier Novembersonnabenden auf eine geballte Ladung Kultur freuen. Kulturbeauftragte Andrea Stephan hat ein Programm mit 56 Veranstaltungen vorbereitet. Los geht’s am 1. November.

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erstellt am 09.Okt.2014 | 06:29 Uhr

Mag der November noch so kalt, nass und trübe werden – die „Langen Nächte“ an den vier Novembersonnabenden sind das beste Gegenmittel gegen den November-Blues, der sich in diesem Monat breit zu machen droht. Kulturbeauftragte Andrea Stephan und viele Mitstreiter aus der aktiven Kunst- und Kulturszene der Stadt haben ein außergewöhnlich vielschichtiges Programm zusammengestellt: Unter dem Strich 56 Veranstaltungen an vier Tagen aus den Bereichen Literatur, Kunst, Theater und Tanz sowie Musik – viele gute Gründe, an diesen Tagen auf das Heimkino zu verzichten. Gestern haben Bürgermeister Jörg Sibbel und Kulturbeauftragte Andrea Stephan das Programm vorgestellt, das ab heute in vielen Einrichtungen vom Rathaus über die Touristik und die Stadtbücherei bis zum EZ-Kunden-Center ausliegt und unter www.stadt-eckernfoerde.de abrufbar ist. Bis auf wenige Ausnahmen ist der Eintritt frei.

Die erste „Lange Nacht“ ist der Literatur vorbehalten. Am 1. November geht es in 13 Veranstaltungen um das gedruckte und gesprochene Wort. Die Bücherei macht Tag der offenen Tür (10-17 Uhr), auf Carlshöhe bietet Ellen Volkardt den Workshop „Wort(t)räume“ an (15-20 Uhr), der Stadtverkehr lädt ein zu Lesungen im Bus der Linie 3 (15.18 und 16.18 Uhr), im Café Heldt lädt der Philosophische Salon zum Dialog über Erich Fromm ein (17-19 Uhr), im Museum lesen Mitglieder der EZ-Jugend- und Seniorenredaktion im gemischten Doppel Selbstgeschriebenes zum Thema – Lange Nächte (17-20 Uhr). Im Ostsee-Info-Center stehen Theodor Storm und sein großer Roman „Der Schimmelreiter“ im Mittelpunkt (18-19 Uhr), anschließend liest dort Jan van der Bank aus seinem Segelthriller und Spionageroma „Die Farbe der See“ (19.30-21 Uhr). Schüler der Jungmannschule haben eine Collage aus Ernst Jüngers Roman „In Stahlgewittern“ und Wilhelm Lehmanns Antikriegsroman „Der Überläufer“ erarbeitet und stellen dieses Projekt in der Aula der Pestalozzischule vor (18-19 Uhr), Der Schauspieler und Sprecher Wolfgang Berger liest im Spieker aus dem Roman von Hanns-Josef Ortheil „Die Nacht des Don Juan“ (21-22 Uhr) und im Antalya steigt eine Kneipenlesung mit verschiedenen Autoren (21 Uhr). Desweiteren laden drei Autorengruppen zu Leseabenden ein: die Frauen der „Literatten“ lesen bei Römer & Wein (18-19.30 Uhr) unter dem Motto „Laut-Leise-Literattig“, die „BuchEckern“ haben sich den Butterdampfer „Andreas Gayk“ als Kulisse ausgedacht und erheben es zum „Schiff der Dichter“ (18-19.30 Uhr) und die Frauen der Gruppe „Schreibweise“ lesen in der Stadtbücherei „Geschichten aus dem Koffer“.

Ebenso vielschichtig, abwechslungsreich und anregend geht es einen Sonnabend später am 8. November weiter. Das Thema Kunst wird in rekordverdächtigen 23 Veranstaltungen aufgegriffen. Mitmachen erwünscht heißt es beispielsweise bei Patrick Schloßer. Der Kunstschmied widmet sich diesmal im Spieker nicht dem Metall, sondern der Knetmasse. Fotograf Holger Ceglars lässt im Ostsee-Info-Center seiner Phantasie freien Lauf, Galerien und die Ateliers auf Carlshöhe sind geöffnet, unter anderem wird in Carlshöhe 60 ein „Bilder-Poker ab 18“ von der Künstlergruppe „ohnegehtnicht“ angeboten und in der Galerie Nemo Monotypien von Bente Stokke aus der Vulkanasche des Eyjafallajökull, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die lange Theater- und Tanznacht beginnt am 15. November um 15 Uhr mit dem Musiktheater „Der große Kleine Prinz“ im Carls. Eine kleine Tanzreihe gibt es in der Galerie 66: Nach dem Orientalischen Tanz mit Mirja Kraack um 17 Uhr geht es nahtlos weiter mit Salsa und Tango Argentino. Die Bühne im Haus wird von Improphil bespielt, im Spieker inszeniert Maria Dordel Texte berühmter Autoren, im Carls gibt’s eine Musiktheater-Collage mit 50 Darstellern und im Künstlerhaus Goethes Faust in 45 Minuten von den Kieler Stadtbekannten - wenn das keine Herausforderung ist.

Am 22. November gehen die „Langen Nächte“ musikalisch und schwungvoll zuende. Das Akkordeonorchesters spielt sein Jahreskonzert in der Stadthalle, Musik und Zeitgeist vor und während des Ersten Weltkriegs werden im Ratssaal von Jochem Wolf und Armin Diedrichsen intoniert, die junge Eckernförder Band Sambafish präsentiert ihre neue CD „Let’s Play!“ im Utgard, die XXL-Band Magic 25 bringt das Carls zum Beben. Mit Klezmer in der Galerie 66, den geschätzten Bop Cats im Spieker, Neuer Musik in St. Nicolai, Kay Kankowskis Streicher-Uraufführung im Künstlerhaus und Up & Down im Utgard endet die Musiknacht vermutlich sehr spät.

Mit diesem großen, abwechslungsreichen und in jeder Hinsicht ehrgeizigen Programm über vier Samstage möchten Bürgermeister Sibbel und Kulturbeauftragte Stephan den trüben November ein wenig aufhellen und ein „positives Lebensgefühl“ bei den vielen Besuchern erzeugen.

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