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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 14:57 Uhr

Güby : Landwirt zahlt bei Straßenschäden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Gübyer Gemeinderat stimmt Bauantrag für Erweiterung der Biogasanlage zu. Kritik gibt es ur vereinzelt an dem Bauvorhaben.

von
erstellt am 28.Aug.2013 | 17:18 Uhr

Die Biogasanlage in der Dorfstraße kann erweitert werden. Einstimmig votierte die Gemeindevertretung am Dienstagabend dem Antrag von Gemeindevertreter Karl-Ulrich Berg (CDU) zu. Bürgermeister Manfred Pohl (Bürgerforum) machte zu Beginn deutlich, dass die Gemeinde kaum Möglichkeiten besitze, das Projekt zu stoppen. „Die Biogasanlage ist privilegiert“, sagte er, das Gesetz sei eindeutig. Berg hatte zuvor zugelassen, dass über den Bauantrag in öffentlicher Sitzung diskutiert werden könne. Nach der Vorstellung seines Projektes und der Beantwortung von Fragen verließ der Gemeindevertreter aus Befangenheit den Raum.

Geplant ist die Erweiterung der vorhandenen Anlage um ein Blockheizkraftwerk, ein Endlager sowie Pumpraum und Container. Um Anwohner möglichst frei von Emissionen zu halten, wird die Anlage entgegen des ersten Entwurfs deutlich näher zum Louisenlunder Weg gebaut. Die Stiftung Louisenlund wird Berg für seiner Erweiterung Flächen zur Verfügung stellen. Im Gegenzug wird die Anlage die Hofgebäude des Internats mit Wärme versorgen.

Mit einer zusätzlichen Geruchsbelästigung rechnet Berg durch den Anbau nicht. Alle neuen Behälter seien absolut dicht. Mehr Lärm? Auch hier würde sich die Belastung in Grenzen halten, versicherte der Landwirt. Gefahren werde nur zwischen 6 und 22 Uhr, an Wochenenden wolle er freiwillig auf Transporte verzichten. Freiwillig sei auch seine Beteiligung an der Reparatur von Straßenschäden, die durch den Schwerlastverkehr seiner Biogasanlage entstehen. Eine Summe oder prozentuelle Beteiligung wollte er nicht nennen. Mit dem Bürgermeister soll aber eine entsprechende Absichtserklärung verfasst werden.

Kritik an dem Erweiterungsbau kam von Heinrich Stoltenberg. Er hatte im Vorjahr selbst den Bau einer Biogasanlage im Bereich Damm beantragt (wir berichteten). Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sowie die Kommunalaufsicht des Kreises bezweifelten allerdings die Privilegierung der Anlage. Dieser Einschätzung schloss sich auch die Gemeindevertretung Güby an und lehnte den Antrag ab.

Stoltenberg kritisiert am Wärmekonzept Bergs, dass kaum Gübyer Bürger an die Anlage angeschlossen werden. Er rechne mit einer hohen Zunahme der Transportfahrten und einer Verschandelung des Landschaftsbildes aufgrund der Nähe zum Landschaftsschutzgebiet. Ein Verfall der Grundstückspreise sei die Folge. Zudem würden die Straßen durch den Schwerlastverkehr beschädigt werden, die Bürger seien es aber, die bei der Sanierung zur Kassen gebeten würden.

Peter Thordsen (CDU) sah keinen Grund, dem Bauvorhaben Steine in den Weg zu legen. Er wies vor allem auf Bergs Zusicherung hin, sich freiwillig an der Straßenunterhaltung zu beteiligen. „Dieses Angebot hat es bisher noch von keinem gegeben“, betonte Thordsen.

An der Sitzung nahm auch Louisenlunds Wirtschaftsleiterin Gabriele Grube teil. „Ein Anschluss unseres Hofes, der nur 200 Meter von der Anlage entfernt ist, macht absolut Sinn und ist für beide Seiten effizient“, sagte sie. Heinz Meggers, Schwiegervater von Anlagenbetreiber Berg, bedauerte die ablehnende Haltung Stoltenbergs. Ein Großteil des Geldes der Millionen-Investition sei in der Region geblieben, betonte er. Es sollte anerkannt werden, dass dies der letzte landwirtschaftliche Betrieb im Dorf sei, der sich dem Strukturwandel stellen wolle.

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