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Verunreinigung : Landwirt: Hundekot ist für Kühe gefährlich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Barkelsbyer Landwirt appelliert an Hundehalter, Futterwiesen zu meiden. Er sieht Gefahren für Rinder - nicht nur durch Kot.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 15:58 Uhr

Barkelsby | Über saftiges Gras auf seinem Grünland freut sich Landwirt Gerhard Jordan nicht nur, er ist auch auf das Futter für seine gut 100 Kühe und zahlreiche Nachzuchten angewiesen. In diesem Winter sei es sogar möglich, noch zu mähen, sagt Jordan. Schnee und Eis würden ihm keine Sorgen machen. Gefahr drohe vielmehr durch Hundekot in dem Tierfutter und zerhäckselte Gummi- und Tennisbälle. Wiederholt fanden er und sein Sohn Dirk Gummireste von Hundespielzeug in dem Futter der Rinder.

Viele Hundehalter wissen gar nichts von diesem Problem. Das liegt auch daran, dass ihre Hunde die Parasiten im Körper tragen, ohne dass die sich bemerkbar machen würden.

„Wir haben nichts gegen Hunde“, macht Gerhard Jordan, selbst Hundehalter, klar, als er bei der Sitzung der Gemeindevertretung über den letzten Tennisballfund in seinem Tierfutter berichtete. Der war ins Mähwerk gekommen und dann zusammen mit Kraftfutter und Silage an die Rinder verfüttert worden. Als sie die Futterreste zusammenfegten, war ihnen der aufgerissene Ball, gefüllt mit Futter, quasi vor die Füße gerollt.

Gelangen Bälle oder Teile des vom Mähwerk zerfetzten Balls in den Magentrakt der Tiere, dann könnten sie davon ernsthafte Probleme bekommen. Verstopfungen und Schmerzen bis hin zum Tod können die Folge sein.

„Die Tiere können bei der Aufnahme des Futters solche kleinen Teile nicht aussortieren“, erklärt Jordan. Gelänge dies bei größeren Ballteilen vielleicht noch, so sei das bei Hundekot gar nicht möglich. Der würde bei der Mahd mit zerschreddert und fein im Futtergras verteilt. Nehmen die Kühe das auf, gelangen Bakterien und Keime in ihren Körper. Bei den Hunden selbst machen sich die Parasiten in ihrem Körper übrigens nicht bemerkbar: Sie scheiden sie aus, ohne dass der Besitzer etwas davon merkt.

Bei den Rindern können bestimmte Keime jedoch zu Verkalbungen (Früh- und Fehlgeburten) führen. Zudem seien die überlebenden Kälber oft lebensschwächer in den ersten Tagen nach der Geburt. Einmal kalbten vier Kühe gleichzeitig. Sie alle hatten wohl den Keim über das Futter aufgenommen. Zwei Muttertiere und ein Kalb starben, bei drei Kühen gab es Gebärmuttervorfälle. Bei ihnen lösten sich die Nachgeburten nicht wie üblich von alleine, so Jordan. „Das macht uns schon zu schaffen“, sagt er.

Das Futter vor der Fütterung zu kontrollieren, sei nicht möglich, ergänzt Ehefrau Martina Jordan. Das Futter werde zweimal täglich mit dem Mischer in die Futterrinne gelegt, dabei könne man weder Gummiteile noch Kot entdecken.

Als Jordan vor wenigen Jahren bereits auf diese Gefahren hinwies - damals war der Wanderweg zwischen Ringstraße und Kasmarker Weg neu eingerichtet worden - sei es spürbar weniger geworden, sowohl mit Hundekot, als auch mit verlorenem Hundespielzeug auf der Futterwiese. Auch die von der Gemeinde aufgestellten Kottütenspender und Mülleimer würden gut genutzt, berichtet er von seinen Erfahrungen.

Viele Bürger sagten ihm später, sie hätten das nicht gewusst, berichtet Jordan. Nun liege sein Grünland entlang des Schusterredders. Klar sehe so eine Wiese eher nicht aus wie ein bestelltes Feld, was keiner betreten würde. Für Jordan ist das Gründland aber eben wichtiger Teil seines Betriebs. Alle vier bis sechs Wochen wird gemäht, um Futter für das Vieh zu gewinnen. Er appelliert an die Hundehalter, ihre Tiere dort nicht laufen zu lassen - damit erst gar keine Gefahr entstehen kann.

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