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Neue Struktur der Spezialkräfte : Landungsboote wechseln den Eigentümer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die letzten beiden Landungsboote der Deutschen Marine sind von den Spezialisierten Einsatzkräften an das Stützpunktkommando übergeben worden. Der Grund dafür ist die eigentliche Nachricht: Die Spezialkräfte geben sich eine neue Struktur.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 05:48 Uhr

Sie sind die letzten ihrer Art: Die Landungsboote „Lachs“ und „Schlei“ sind zwei von ehemals 22 der Deutschen Marine. 48 Jahre alt sind sie und gehören damit schon zum alten Eisen. Dennoch standen sie gestern am Marinestützpunkt noch einmal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Die große Neuigkeit ist nämlich eigentlich eine andere: Die Spezialisierten Einsatzkräfte der Marine (SEKM: Kampfschwimmer, Minentaucher, Boardingkräfte) gibt es nicht mehr. Stattdessen werden die Kampfschwimmer im 50. Jahr ihres Bestehens heute zu einem eigenen Bataillon umfunktioniert und bilden das Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM). Die Minentaucher und Boarding-Soldaten werden mit den in der Preußerkaserne untergebrachten Marineschutzkräften zusammengefasst und bilden ab heute das Seebataillon.

Durch die getrennte Führung werden die spezielle Aus- und Weiterbildung, Versorgung und Unterstützung und damit der komplette Einsatz der Kampfschwimmer in ihre eigenen Hände gelegt. Gleichzeitig werden mit dem Seebataillon Einheiten zusammengelegt, die sich ergänzen.

Doch was hat das mit den Landungsbooten zu tun? Bislang gehörten die Boote zu den SEKM. Da es diese Einheit ab heute aber nicht mehr gibt, hat sie sozusagen ihre Erbschaft rechtzeitig geregelt und den Stützpunkt als Erben eingesetzt – auch wenn ein Stützpunkt an sich kaum etwas mit der klassischen Idee von Landungseinheiten zu tun hat.

Die Bedeutung der Landungsboote hat sich im Lauf der Geschichte gewandelt, wie Flottillenadmiral Jean Martens vor den Angehörigen der Kampfschwimmerkompanie und dem Stützpunkt sagte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden amphibische Streitkräfte mit Landungsbooten aufgebaut, um Truppen an Land zu bringen, die im Rücken des Feindes Frontabschnitte errichten sollten. Dazu sollte es niemals kommen, stattdessen wurden die deutschen Landungsboote neben dem Transport von Material (150 Tonnen Ladegewicht) in erster Linie zur Errichtung von Minensperren in der Ostsee eingesetzt. Durch das Ende des Ost-West-Konfliktes wurden die Boote nach und nach außer Dienst gestellt – bis auf „Lachs“ und „Schlei“. Sie waren seit 2005 fester Bestandteil der SEKM und wurden in erster Linie als Plattform für Übungsszenarien verwendet.

Und da schließt sich der Kreis zum Stützpunkt: Die Boote liefern einen Beitrag für die Ausbildung der am Stützpunkt stationierten Einheiten, wenn auch zurzeit nur die „Lachs“ da ist. Die „Schlei“ befindet sich noch auf der Werft in Elsfleth und erhält ein neues Getriebe.

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