Landrat plant für Corona-Krisenfall – Einsatz von bis zu 120 Mitarbeitern und Soldaten möglich

Landrat Rolf-Oliver Schwemer
Landrat Rolf-Oliver Schwemer

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22. Oktober 2020, 18:14 Uhr

Rendsburg | Die Infektionszahlen im Kreis Rendsburg-Eckernförde steigen weiter. Um Infektionsketten zu unterbrechen, befassen sich derzeit 20 Kreismitarbeiter ausschließlich damit, Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig zu machen und diese in Absonderung zu schicken. Landrat Rolf-Oliver Schwemer will das Personal nun massiv aufstocken.

Denn aus seiner Sicht ist die Kontaktermittlung einer der Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie. Vor dem in der ACO-Thormannhalle tagenden Kreistag schilderte er am Donnerstag, wie eine Situation außer Kontrolle geraten kann, wenn sich Kontakte mangels Ressourcen nicht mehr nachverfolgen lassen. Schwemer verwies auf den Kreis Berchtesgadener Land, mit fast 300 Infizierten auf 100.000 Einwohner der Corona-Spitzenreiter in Deutschland.

Der Landrat kündigte an, dass bis Dezember zehn weitere Kontaktermittler tätig werden. Sollte die Situation eskalieren, stehen bis zu 50 geschulte Mitarbeiter bereit, die die Verbindungen von Infizierten ebenfalls nachverfolgen können. Sollte auch dies nicht ausreichen, will der Chef der Kreisverwaltung zusätzlich auf die Hilfe der Bundeswehr zugreifen. „Bei einem außerordentlichen Ausbruchsgeschehen können bis zu zehn Soldaten angefordert werden“, so Schwemer.

Bereits jetzt ist die Kreisverwaltung durch die Corona-Pandemie stark eingespannt. Um die Ahndung von Verstößen etwa gegen Quarantäneauflagen kümmern sich zehn Mitarbeiter. Die rechtlichen Grundlagen werden von der Abteilung Recht/Organisation mit sieben Beschäftigten erarbeitet, 18 Verwaltungsleute beantworten im Bereich Bürgerservice die Fragen von Ratsuchenden. Weitere sechs arbeiten im Infektionsschutz. Schwemer: „Insgesamt können im Kreishaus fast 120 Menschen mit der Bekämpfung der Pandemie befasst werden“.

Schwemer berichtete, dass der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter  im Vergleich zur ersten Coronawelle vom Frühjahr stark gestiegen sei. Damals habe man auch wegen des zügig beschlossenen Lockdowns des öffentlichen Lebens pro Infizierten nur wenige Kontaktpersonen ermitteln müssen. Inzwischen sind die Nachforschungen wesentlich komplexer. In einigen Fällen müsse mit mehr als 100 Kontaktpersonen gerechnet werden. Schwemer sprach allen Kreismitarbeitern seinen Dank für ihr Engagement aus. Zwei von ihnen hob er hervor: Silvia Stieper, Leiterin des Gesundheitsamtes, und die Ärztin Christin Hettich.

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