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Tierparkfreunde Gettorf : Landkultur statt Zoologie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wolfgang Böckeler gibt nach 18 Jahren Vorsitz des Fördervereins ab / Volker Strehlow übernimmt

von
erstellt am 22.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Der Förderverein Freunde des Tierparks Gettorf hat einen neuen Vorsitzenden: Volker Strehlow tritt die Nachfolge von Dr. Wolfgang Böckeler an, der den Verein nicht nur 1996 gründete, sondern ihn seitdem auch lenkte.

Böckeler wechselte 1973 vom Institut für zoologische Parasitologie in Bonn an die Christian-Albrechts-Universität Kiel. Mit seinen Studierenden unternahm er Exkursionen in verschiedene Zoos, woraus sich ein Tierparkseminar entwickelte. Dabei kam der Kontakt nach Gettorf zustande. Eine Reihe von Diplom- und Doktorarbeiten wurden zu Themen in der Anlage vor den Toren Kiels geschrieben, bis bei Böckeler die Idee reifte, die wissenschaftliche Arbeit in Verbindung mit dem Tierpark mit einem Förderverein zu stützen. Der wurde am 3. Mai 1996 gegründet und verknüpfte immer mehr den Besuch im Zoo mit Bildung. So legte Frank Schmidt einen Waldlehrpfad mit vier Spielen an, bei denen die Besucher etwas über Blätter, Früchte, Bäume und Vögel lernen können. Es folgte ein Wahlpflichtkursus an der Isarnwohldschule, in dem die Schüler gemeinsam mit Diplom-Biologe Jens Müller Hinweisschilder malten. Ihr letzter Auftrag war die Mühle, an der junge Besucher Energie aus Wasserkraft nachvollziehen können. Am meisten Freude hätten ihm die Projekte für blinde und hörgeschädigte Besucher bereitet, sagt Böckeler rückblickend.

2007 wurde das i-punkt-natureum eröffnet, wo von April bis Oktober jeden Mittwoch Forschercamps zu den unterschiedlichsten Themen angeboten werden sowie gelegentlich naturpädagogische Projekte. „Hier sind die Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft“, meint Böckeler. Er kann sich beispielsweise vorstellen, den Raum für Aktivitäten mit Senioren zu nutzen. Sein Nachfolger denkt auch an die Jugend, würde das i-punkt-natureum beispielsweise als außerschulischen Lernort etablieren und es auch für Arbeitsgemeinschaften der Offenen Ganztagsschule zur Verfügung stellen. War der Biologielehrer doch elf Jahre lang Leiter des Hauptschulzweigs der Isarnwohldschule, der die Nähe zum Tierpark zu schätzen wusste. Auf die Fahne hat er sich geschrieben, den Tierpark darin zu unterstützen, die Tiere möglichst artgerecht zu halten. Außerdem möchte er den Förderverein auf eine breitere Basis stellen. „Gettorf hat 7000 Einwohner, da ist noch Potenzial“, ist Strehlow fest überzeugt.

Und Wolfgang Böckeler? Der denkt mit seinen 73 Jahren nicht etwa an Ruhe und Erholung, nachdem er den Vorsitz bei den Tierparkfreunden abgegeben hat. Er wird nicht nur seine Bildungsreisen nach Paraguay, wo er in Asunción eine Ehrenprofessur hat, fortführen, sondern einen neuen Förderverein aufbauen. Gemeinsam mit seiner Tochter hat er in Lütjenbrode/Ostholstein ein Haus gekauft, das zu einer Adresse für Landkultur entwickelt werden soll. Im Beirat der Freunde des Tierparks wird er daneben noch tätig sein, hat er doch noch eine Vision: eine Kooperation aller Tierparks in Schleswig-Holstein mit dem Ziel des gemeinsamen Schutzes vor militanten Gegnern.

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