zur Navigation springen

Jubiläum bei den Landfrauen : Landfrauen: So viel mehr als Kochen und Gartenpflege

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Landfrauenverein Kaltenhof-Osdorf und Umgebung feiert im November sein 60-jähriges Bestehen.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Osdorf | Dem Landfrauenverein Kaltenhof-Osdorf und Umgebung steht ein großes Fest ins Haus: Am Sonnabend, 7. November, feiern die knapp 80 Mitglieder um die Vorsitzende Marlies Sommer mit Gästen ihr 60-jähriges Bestehen.

Noch blättert Marlies Sommer in den alten Unterlagen und schwelgt in Erinnerungen. Sie selbst war 24 Jahre alt, als sie 1973 zu den Landfrauen kam. „Die Nachbarn hatten mich mitgenommen – wie das eben so war“, sagt sie und lacht. Damals lebte sie in Noer, und die Landfrauen in Gettorf waren ihr noch näher gewesen, aber mit ihrem Umzug 1993 nach Osdorf wechselte sie auch den Landfrauenverein. 2001 wurde Marlies Sommer Vorsitzende des Vereins, der zu diesem Zeitpunkt noch immer Landfrauenverein Kaltenhof und Umgebung hieß. Erst 2007, nachdem die Sitzungen schon lange in den Osdorfer Gasthöfen stattfanden und ein Großteil der Mitglieder aus Osdorf kamen, wurde die Gemeinde auch in den Namen integriert: Landfrauenverein Kaltenhof-Osdorf und Umgebung heißt er seitdem.


Wie alles begann


 

Zurück zum Anfang: Im November 1955 gründeten acht Frauen den Landfrauenverein Kaltenhof. Die erste Vorsitzende war Lotti Wandtke, sie leitete bis 1961 die Geschicke des Vereins. In den ersten Jahren waren nicht mehr als zwölf Frauen dabei, und so wurden die Versammlungen noch in den Privaträumen der Mitglieder abgehalten. „In dieser Zeit wurden zum Beispiel die Kragen der Hemden abgetrennt und gewendet, so dass die Kleidungsstücke noch weitere Jahre getragen werden konnten“, berichtet Marlies Sommer, aber das war auch schon lange vor ihrer Zeit.

Mit der Zeit sprach sich die Vereinsgründung bei den Landfrauen herum, die auf den 1953 angesiedelten Höfen lebten, die Mitgliederzahlen stiegen und die Sitzungen wurden in einen Gasthof verlegt. Die Themen drehten sich um Haushaltsführung, Geflügelhaltung oder kleine Gerichte.

Dora Schlieter hatte den Vorsitz von 1961 bis 1977 inne und organisierte erste Fahrten, zum Beispiel nach Hamburg, Rendsburg und Elmshorn. In der Wintersaison wurden Päckchen für die „Ostzone“ gepackt, die Nachbargemeinden beteiligten sich an der Spendenaktion. Bastelkurse wurden angeboten, in denen Lederwesten und Gürtel, Emaille und Handarbeiten entstanden und die Ausflugsfahrten durch das ganze Land wurden immer beliebter. Die Themen wurden vielfältiger und drehten sich um Erziehungs- und Gesundheitsfragen, Entspannungsmethoden und Bankangelegenheiten.

Von 1977 bis 1989 hatte Mariechen Jürgens den Vorsitz. Es wurden verschiedene Diavorträge angeboten, Modenschauen besucht, gewandert und viele Gebäude und Institutionen besichtigt.

Irmgard Thomsen übernahm die Leitung von 1989 bis 2001 und, nachdem die Mauer gefallen war, wurden auch die neuen Bundesländer erforscht. Rund um die Kartoffel, Pflege von Wald und Wild, aber auch Wirbelsäulenerkrankungen und Typberatung standen auf dem Programm.


So sieht es heute aus


 

Auch unter der Leitung von Marlies Sommer war das Themenspektrum bisher groß und bunt. Immer dabei sind Betriebsbesichtigungen, wie zuletzt auf dem Lindhof in Lindhöft oder bei Familie Templin in Felm. Die Frauen wurden an die Arbeit mit dem Computer heran geführt, haben einen Fotokursus absolviert und Neues über die Frauen in Grönland erfahren.

„Die Themen haben sich im Laufe der Jahre sehr gewandelt“, sagt Marlies Sommer. Die Landfrauen tauschen sich nicht nur untereinander aus – sie haben den Wunsch nach immer neuen Bildungs- und Weiterbildungsangeboten.

Für die Zukunft wünscht die Vorsitzende mehr neue Mitglieder. Der Altersdurchschnitt im Verein liegt ungefähr bei 59 Jahren, aber das spiele eigentlich keine Rolle: „Es sind Frauen jeden Alters willkommen“, sagt sie.

Zum Jubiläum hat der Landfrauenverein Gunnar Green eingeladen, der in der Diele des Landhauses Hammerich über die Heimat zwischen Nord- und Ostsee sowie das „Dreistromland an Eider, Treene und Sorge“ referieren wird.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen