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Jubiläum : Landfrauen schlagen Brücke zwischen Tradition und Moderne

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

160 Gäste feiern mit dem Landfrauenverein Dänischenhagen das 60-jährige Bestehen

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2016 | 06:06 Uhr

Gettorf | Die Tische sind aufwändig mit Blumen aus dem Bauerngarten geschmückt, statt der üblichen Grußworte gibt‘s Klönschnack op’n Sofa, Komödiantin Bibi Maaß aus Quickborn erfreut mit Klatschgeschichten, der Landfrauenchor singt Lieder von Udo Jürgens: Mit 160 Gästen feierte der Landfrauenverein Dänischenhagen kürzlich sein 60-jähriges Bestehen im Hotel Stadt Hamburg in Gettorf.

Die Vorsitzende Renate Techel und ihre Stellvertreterin Silke Sommer freuten sich, neben Mitgliedern auch benachbarter Landfrauenvereine mit Ulrike Röhr die Vize-Präsidentin des Landfrauenverbands Schleswig-Holstein, mit Monika Neufang die Vorsitzende des Landfrauenverbands des Kreises Rendsburg-Eckernförde, dazu Dänischenhagens Amtsvorsteher Sönke Paulsen sowie die drei Bürgermeister aus dem Amtsbereich Dänischenhagen, Wolfgang Steffen, Gustav Otto Jonas und Holger Klinck als Ehrengäste begrüßen zu dürfen.

1956 von Bäuerinnen gegründet, hat sich auch der Landfrauenverein Däni-schenhagen mit aktuell 232 Mitgliedern zu einer Interessengemeinschaft für Frauen entwickelt, die auf dem Land leben. Wie Ulrike Röhr und Monika Neufang beim Klönschnack auf dem Sofa mit Amtsvorsteher Sönke Paulsen deutlich machten, verstehen sich die Landfrauenverbände heute als Sprachrohr für alle Frauen im ländlichen Raum, nehmen Stellung zu gesellschaftlichen und agrarpolitischen Themen. Das Klischee der Landfrauen als Bauersfrauen, die sich zum Kaffee trinken treffen und in Gummistiefeln durchs Dorf laufen, ist längst überholt. Landfrauen heute wollen ihn schaffen, den Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen Kochen und Computer, zwischen Tracht und Jeans.

Der demografische Wandel bedeute sicherlich auch für den Landfrauenverein Dänischenhagen eine Herausforderung, merkte Sönke Paulsen an. Doch gerade am Beispiel der Entwicklung des Landfrauenvereins Dänischenhagen zeige sich, wie es weiterlaufen kann. „Mit ihren tollen Angeboten, ihrem Bildungsansatz und den gesellschaftspolitischen Diskussionen erhöhen die Landfrauen die Lebensqualität auf dem Lande.“

Als nächste Platz genommen auf dem Sofa, erzählten die Gründungsmitglieder Ilse Schütt und Antje Möller, wie damals der Stein ins Rollen kam. Als Antje Möller im blauen Schulkleid mit dem Fahrrad von Hof zu Hof fuhr und Zettel verteilte, um für die Gründung des Vereins zu werben. Erste Themen der Landfrauen damals waren die Geflügelaufzucht, die Vermarktung von Eiern, die Anlage von Gärten und die Nutzung der Gefriertruhe. Die nächste Klönschnackrunde auf dem Sofa gehörte den Ehrenmitgliedern und ehemaligen Vorsitzenden Bärbel Wittern (1982-1997) und Marianne Kühlmann (1997-2014). Erinnerungen wurden wach, wie für die DDR Päckchen gepackt wurden oder der Landfrauenchor nach seiner Gründung zu Weihnachten 1988 seinen ersten großen Auftritt hatte. Interessante Reisen und lustige Ausflüge folgten, Service-Börsen, Bauernmärkte und eine Erinnerungs-Ausstellung auf Kreisebene mit Geschichten über Frauen und landwirtschaftliche Betriebe, die heute in Molfsee aufbewahrt wird.

Zum Abschluss verstand es Komödiantin Bibi Maaß, den Alltag der Frauen auf dem Land mit Witz aufzuzeigen. Sie riet zum Putzen in homöopathischen Dosen, sich nicht von Tussis verrückt machen zu lassen und bodenständige Ehemänner wertzuschätzen, auch wenn sie nicht sprechen. Da fand sich so manche Landfrau wieder.



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