Lebensraum Schlei : Landesamt zieht Proben: Was lebt am Schleigrund?

Sei Anfang Juli lässt das LLUR in der Schlei Daten zur Verbreitung und zum Zustand von Pflanzen und Bodentieren ermitteln. Hier wird eine Probe Kamm-Laichkraut an Bord geholt
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Seit Anfang Juli lässt das LLUR in der Schlei Daten zur Verbreitung und zum Zustand von Pflanzen und Bodentieren ermitteln. Hier wird eine Probe Kamm-Laichkraut an Bord geholt

Bestände von Pflanzen und Bodentieren werden am Grund der Schlei erfasst / Verein Schleiinformations- und Erlebniszentrum (SIEZ) begrüßt die Entwicklung.

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21. Juli 2017, 06:40 Uhr

Kosel | Der Boden der Schlei wurde schon im Frühjahr mit geowissenschaftlichen Untersuchungen, vor allem mit Blick auf den Faulschlamm, betrachtet. Seit Anfang Juli werden nun auch die Pflanzen und Bodentiere am Grund der Schlei professionell untersucht und erfasst. Schlei-Taucher und Probennehmer der Firma MariLim Gewässeruntersuchung sind auch hier im Auftrag des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) im Einsatz, um die Verbreitung und den Zustand der Wasserpflanzen und Bodentiere zu ermitteln.

„Die Sorge um den anhaltend schlechten ökologischen Zustand der Schlei ist Anlass für das Schaffen einer aktuellen, den gesamten Gewässerverlauf betreffenden Datenbasis. Diese soll als Grundlage für ein zukünftiges Gewässermanagement dienen“, teilt das LLUR mit.

Für Karl Walther, Vorsitzender des Vereins Schlei Informations- und Erlebniszentrum (SIEZ), sind das sehr gute Nachrichten. „Wir sind sehr froh über die Untersuchungen“, sagt er auf EZ-Nachfrage. Schon seit Jahren hat sich der Verein mit weiteren Aktiven darum bemüht, möglichst viele Schleianrainer zu vernetzen und den Blick auf die Schlei zu richten. Dabei ist für den Vorsitzenden des Vereins wichtig, dass nicht nur über die Schlei-Oberfläche geredet wird, sondern „es geht vor allem auch um die inneren Werte des Gewässers“.

Der Verein arbeitet intensiv an einem Konzeptentwurf für die Einrichtung eines Schlei Informations- und Erlebniszentrums, „ganz ähnlich wie das Ostseeinfozentrum in Eckernförde“, erklärt Walther. Das Ziel ist, dass die ganze Region erkennt, welchen großen Wert die Schlei hat, so Walther. Vermutlich im August will der Verein seine Ideen vorstellen. Auch Kosels Bürgermeister Hartmut Keinberger, der im SIEZ aktiv ist, begrüßt die Untersuchungen. Er hofft, dass die Schleianlieger in ihrem Bemühen um das Gewässer gestärkt werden und starke Partner gefunden werden.

Bei der im Juli vom Umweltministerium finanzierten Untersuchung werden an 13 Standorten von Schleimünde bis Schleswig die Makrophytenbestände wie Seegras, Blasentang und Laichkräuter kartiert. Zudem soll an fast 70 Messstellen die dort vorkommende wirbellose Bodenfauna wie Schnecken, Muscheln, Krebse oder Borstenwürmer bestimmt werden. Anhand des Vorkommens und der Zusammensetzung der Pflanzen- und Bodentiergemeinschaften kann dann der Zustand der Schlei eingeschätzt und mit früheren Jahren verglichen werden, stellt das LLUR fest. In einem weiteren Schritt werden die festgestellten Arten mit den geologischen Kartierungen verknüpft, so dass die in der Schlei vorkommenden Lebensräume recht exakt abgebildet werden können.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung meeresbiologischer Proben ist zeitaufwändig. Erst 2018 wird daher mit abschließenden Ergebnissen gerechnet.

Die Schlei ein Meeresarm

Die Schlei ist ein 42 Kilometer ins Land reichender brackiger Meeresarm der Ostseeküste und leidet vor allem seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts an übermäßigen Stoffeinträgen.

Obwohl eine leichte Verbesserung der stofflichen Belastung festgestellt wurde, wird der ökologische Zustand der Schlei im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (2015) weiterhin als „schlecht“ bewertet. Es gibt hohe Gehalte an Nährstoffen, die von Land eingetragen werden. Außerdem gibt es „Altlasten“, die  in Form von Schlickablagerungen freigesetzt werden.  Infos: www.umweltdaten.landsh.de/nuis/wafis/fliess/gewaessernaehrstoffe.pdf.ez

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