Ländereien stehen unter Wasser : Land unter auf Äckern und Feldern

Trübe Aussichten für Landwirte: Viele Felder (wie hier an der B76 bei Altenhof) sind vom Regen überschwemmt.
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Trübe Aussichten für Landwirte: Viele Felder (wie hier an der B76 bei Altenhof) sind vom Regen überschwemmt.

Auf vielen Feldern sammelt sich der Regen, da er nicht mehr abfließen kann. Es gibt Hoffnung: In dieser Woche soll vorerst Schluss sein mit Niederschlag.

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08. Januar 2018, 06:58 Uhr

Altenhof | Es ist noch kein dramatisches Hochwasser, doch sorgt Sturmtief „Burglind“ vielerorts für starke Überschwemmungen auf Äckern und Feldern. Mehr als 500 Liter Niederschlag pro Quadratmeter seien laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bereits in den Monaten Juli bis November des letzten Jahres gefallen. Und auch im neuen Jahr lassen die Regenfälle nicht nach – und das sorgt für tiefe Sorgenfalten in der Landwirtschaft.

In der Gemeinde Altenhof etwa hat sich ein Feld direkt neben der B76, gegenüber dem Restaurant „Treib-Gut“, in eine Art kleinen See verwandelt. „Das ist schon eine besonders außergewöhnliche Situation, in der wir uns gerade befinden“, sagt Hans-Heinrich Gloy vom Landesverband für Wasser- und Bodenverbände. „Normalerweise haben wir pro Jahr etwa einen Niederschlag von rund 800 Litern pro Quadratmeter. In den letzten zwölf Monaten waren es jedoch, je nach Region, bis zu 1200 Liter Regen.“

Das habe mittlerweile dafür gesorgt, dass die Böden vollgesogen sind. Zwar versickert das Wasser, das auf die Erde trifft – doch das nur relativ langsam. Wenn es also über einen längeren Zeitraum zu intensivem Niederschlag kommt, trifft mehr Regen auf den Boden, als nach unten versickern kann – es kommt zum „Stau“. Nach einiger Zeit sind dann die Grenzen des natürlichen Speichers der Erde erreicht und gar kein Wasser kann mehr aufgenommen werden. Als großes Problem, so Gloy, käme hinzu, dass in dieser Jahreszeit keine Verdunstung stattfindet. „Ziel muss es jetzt sein, das überschüssige Wasser irgendwie in die umliegenden Gewässer zu leiten – im Dänischen Wohld etwa in den Nord-Ostsee-Kanal“, erklärt er. Doch auch die Drainagen seien vollgelaufen.

Für die Landwirte in der Region bedeutet das einen schlechten Start ins neue Jahr. „Wer im Herbst seine Äcker bestellt hat, hat mittlerweile so einen verschlammten Boden, dass die Pflanzen im wahrsten Sinne des Wortes abgesoffen seinen. „Was die Landwirtschaft angeht“, so Gloy, „sei das eine Katastrophe“.

Doch seien diese Überschwemmungen erst der Anfang. „Der Klimawandel wird in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass sich das Wetter nochmals verschlechtert“, sagt Gloy. Mehr Wasser in kürzerer Zeit und steigende Grundwasserspiegel im Winter seien die Folge.

Vorerst soll es laut DWD jedoch trocken bleiben. Zumindest für einigen Flächen könnte das erst einmal zur Trocknung reichen.

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