Albig vergibt Ehrennadel : Land dankt Köhn für 22 THW-Jahre

Ministerpräsident Torsten Albig (l.) überreicht Christian Köhn die Ehrennadel.
Ministerpräsident Torsten Albig (l.) überreicht Christian Köhn die Ehrennadel.

Ministerpräsident Torsten Albig hat Christian Köhn wegen seines Einsatzes für den THW und den „Notruf Eckernförde“ mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet. Köhn war mit 22 Jahren der dienstälteste THW-Ortsbeauftragter im Norden.

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20. Januar 2015, 06:51 Uhr

Eckernförde | Es gibt Eckernförder, die leisten viel für das Gemeinwesen und ihre Mitbürger, sprechen aber kaum darüber, weil sie meinen, das sei selbstverständlich. Zu diesen besonderen Menschen zählt Christian Köhn. Der lange als selbstständiger Mercedes-Händler und nun als Gesellschafter von Nord-Ostsee-Automobile tätige Eckernförder ist gestern Nachmittag für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste um das Technische Hilfswerk (THW) von Ministerpräsident Torsten Albig mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden.

Der 58-Jährige ist 1979 Mitglied beim THW geworden. Damals befand sich Christian Köhn gerade in der Ausbildung, um anschließend in den väterlichen Betrieb einzusteigen. Die Vorkommnisse der Schneekatastrophe mit den vielen harten Einsätzen imponierten dem jungen Mann, der mit seiner zehnjährigen Verpflichtung zudem eine willkommene Alternative zum Wehrdienst gefunden hat. Köhn stieg ein - und nie wieder aus. Das THW wurde „sein Ding“, die vielfältige, technisch geprägte Arbeit und der Umgang mit den Kameraden und auch vielen jungen Menschen lag Christian Köhn.

Kaum hatte er seine zehn Dienstjahre absolviert, übernahm er 1991 nach dem Tod seines Vorgängers Joachim Waldenburger im Alter von 34 Jahren als Ortsbeauftragter die Spitze des Ortsverbandes. Er entwickelte das THW Eckernförde weiter, baute auf sein Führungsteam und brachte vor allem auch eine „gute Stimmung“ in den Ortsverband, wie Köhn der EZ sagte. Ihm lag ganz besonders eine enge Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen und Behörden in seiner Heimatstadt am Herzen. Ende der 90er Jahre war Christian Köhn einer der maßgeblichen Gründerväter für „Notruf Eckernförde“, einer Gemeinschaft der Hilfsorganisationen, die im Notfall für die Sicherheit der Eckernförder Bürger sorgt.

Für sein großes Engagement erhielt Köhn 2003 das THW-Ehrenzeichen in Bronze, 2011 das Ehrenzeichen in Silber. 2008 verlieh ihm seine Heimatstadt für seine Verdienste die Ehrennadel. Im Jahr 2013 bekam Köhn aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit mit den lokalen Feuerwehren das Feuerwehrehrenkreuz in Silber. Die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde ernannte ihn im gleichen Jahr zum Ehrenmitglied. Darüber hinaus belebt Köhn auch den Lions Club Eckernförde als Beauftragter für Aktivitäten.

Zu den größten Einsätzen des THW Eckernförde, an denen Köhn als Ortsbeauftragter beteiligt war, zählen der Untergang der „Pallas“ vor Amrum und der „Sabine B“ im Kanal sowie die Hochwassereinsätze an der Oder (1997) und die Elbe-Hochwasser (2002 und 2013). Viele weitere Einsätze bei Schnee und Sturm in der Region absolvierte Köhns Mannschaft, die inzwischen auf knapp über 100 Helfer angewachsen ist. Rund 50 Frauen und Männer sind aktuell aktiv tätig, die weiteren sind als Reserve- oder Althelfer dem THW verbunden und stehen dem THW im Notfall zur Verfügung. Nach 22 Jahren an der Spitze des Ortsverbandes Eckernförde hat Christian Köhn als dienstältester Leiter eines THW-Ortsverbandes im Landesverband Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern im Dezember 2013 die Leitung an seinen Stellvertreter Michael Marszalek übergeben. Dem THW Eckernförde wird er auch weiterhin als Fachberater zur Verfügung stehen.

Neben seiner großen THW-Präsenz liegen Christian Köhn persönlich der „Lauf ins Leben“ und das ebenfalls jedes Jahr stattfindende Fest „Eckernförde gemeinsam“ am Herzen.

Und noch eine Episode ist erwähnenswert: im Juli 2007 hat Christian Köhn zusammen mit seiner Frau Sonja Rock-Star Joe Cocker vom Hamburger Flughafen abgeholt und ihn – natürlich in einer Limousine mit Stern –, sicher zum allerersten Südstrandfestival nach Eckernförde geholt. „Ein total netter Kerl“, erinnert sich Köhn, „ich hätte ihn gerne noch zu anderen Konzerten gefahren.“ Da der Auftritt in Eckernförde wegen Sturm und Regen auf der Kippe stand, habe er während der Fahrt „gut Wetter“ gemacht, um Joe Cocker und seinen Manager ein wenig zu beruhigen, verriet Chauffeur Köhn. „Der Manager war doch recht besorgt.“ Wie alle wissen, wurde das von Jens Skwirblies organisierte Festival ein großer Erfolg und zum Türöffner für alle folgenden Südstrandfestivals – im August kommen die Scorpions.

„Sie füllen unsere Gesellschaft mit Leben. Ohne Sie wäre die Gesellschaft, in der wir leben, eine andere. Ihr Engagement ist beeindruckend und vorbildlich", sagte Ministerpräsident Torsten Albig gestern in Kiel. Er zeichnete insgesamt acht Frauen und Männer mit der Ehrennadel aus. Neben Christian Köhn waren dies Uwe Kuhlmann (Pinneberg), Theodora Lorenzen-Post (Quern), Brigitta Rothfuß (Klein Wesenberg), Hartmut Tank (Pinneberg), Hannelore Tiedje (Büdelsdorf), Remzi Uysal (Lübeck) und Christa Woitalla (Fehmarn).




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