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Flüchtlinge : Lager, Schicksale und Hoffnungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Heimatgemeinschaft hat ein Flüchtlings-Sonderband herausgebracht: „Fremd im Kreis Eckernförde – Aufnahme und Neuanfang von Flüchtlingen nach 1945“.

Eckernförde | Millionen Flüchtlinge 2015, Millionen Flüchtlinge auch 1945: 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und einer unbeschreiblich leidvollen Flüchtlingsbewegung von Ost nach West sind es wieder endlos lange Flüchtlingstrecks, die die Welt erschüttern. Gerade Deutschland mit seiner Geschichte und seiner ausgeprägten Willkommenskultur ist zur großen Hoffnung von Millionen von Flüchtlingen geworden.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Heimatgemeinschaft Eckernförde des Themas angenommen, beleuchtet aber nicht die aktuelle Situation, sondern die Zeit vor 70 Jahren. Gar nicht so wenige Menschen haben die Flucht entweder selbst miterlebt, haben selbst Flüchtlinge aufgenommen oder die Geschehnisse als Augenzeugen verfolgt. Die Erinnerung daran ist bei vielen Menschen immer noch sehr präsent. Es gibt sehr unterschiedliche Erfahrungen, nicht nur positive. Gerade für Schleswig-Holstein und auch für die Region Eckernförde waren die Neuankömmlinge allerdings ein Segen. Neue Menschen, neue Ideen, neue Beziehungen. Viele Flüchtlingsfamilien haben sich im Norden eine neue Existenz aufgebaut, Schleswig-Holstein ist für sie zur neuen Heimat geworden.

Unter der redaktionellen Leitung von Dr. Telse Stoy, Heinrich Mehl und Bärbel Hoffmann hat die Heimatgemeinschaft Eckernförde für ihre über 3000 Mitglieder, aber auch für alle interessierten Leser, den Sonderband „Fremd im Kreis Eckernförde – Aufnahme und Neuanfang von Flüchtlingen nach 1945“ veröffentlicht. „Im vorliegenden Buch erinnern sich Zeitzeugen an die Jahre nach 1945, und es werden Ergebnisse von Nachforschungen in Archiven vorgestellt. „Die Heimatgemeinschaft Eckernförde veröffentlicht solche Berichte, bevor sie endgültig in Vergessenheit geraten“, schreibt die Redaktion. Denn auch 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Geschichte der Flüchtlinge, speziell das Ankommen und die folgenden Jahre des Einlebens, kaum beschrieben.

Die Redaktion stellt gerade dies auf den 128 Seiten in den Mittelpunkt ihrer Sonderpublikation. Zeitzeugen kommen zu Wort, eine Studentin hat ihre Bachelorarbeit „Die Wohn- und Lebensverhältnisse der Flüchtlinge in Eckernförde nach dem Zweiten Weltkrieg bis Mitte der 1950er Jahre“ in einem Aufsatz zusammengefasst, Befragungen von Heimatforschern ergänzen das Bild. Die Autoren Kim Christin Ahlswe, Dietmar Sahmland, Wiebke Wiese, Renate Klammer, Ingeborg Spies, Edith Grünauer, Edith Preschke, Ella Netzkau, Gerda Rann, Telse Stoy, Wolfgang Degner, Hans Petersen, Marianne Karslake und Johannes H. Voigt beleuchten dieses historisch bedeutsame und emotional anrührende Thema akribisch und stilvoll. Das Sandkrug- und das Louisenberger-Lager in Eckernförde werden ebenso beschrieben wie die Flucht selbst und das Ankommen. Auch erhalten die Leser Einblick in Tagebuchaufzeichnungen.

Angesichts der Komplexität des Themas erhebt die Publikation keinen Anspruch auf eine umfassende Darstellung. „Sie kann nur ein Anfang sein. Wünschenswert wären weitere Forschungsarbeiten und Ergänzungen durch zusätzliche Zeitzeugenberichte, zu denen wir hiermit aufrufen möchten“, betont die Vorsitzende der Heimatgemeinschaft, Dr. Telse Stoy.

>„Fremd im Kreis Eckernförde – Aufnahme und Neuanfang von Flüchtlingen nach 1945“, Materialien und Forschungen aus der Region, herausgegeben von der Heimatgemeinschaft Eckernförde, 128 Seiten, 6,50 Euro, erhältlich bei der Heimatgemeinschaft, Carlshöhe 44, und im örtlichen Buchhandel




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erstellt am 04.Dez.2015 | 18:54 Uhr

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