neue besitzer : Laden und Apartments statt Kneipe, Korn und Konzerte

Noch sitzt das EhepaarHeldt an der leeren Bar: In ein paar Monaten wird sich dort  im Restaurantbereich  ein Geschäft befinden.
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Noch sitzt das EhepaarHeldt an der leeren Bar: In ein paar Monaten wird sich dort im Restaurantbereich ein Geschäft befinden.

Katharina und Armin Heldt sind die neuen Besitzer der beliebten „Ratshalle“ in der St.-Nicolai-Straße. Das Ehepaar plant dort, einen Geschäftsbereich sowie vier bis fünf Wohneinheiten einzurichten.

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11. März 2014, 07:05 Uhr

Über der Bar hängen saubere Gläser und auch die grün-roten Möbel stehen noch vollständig im Restaurantbereich. An den Wänden hängen ein, zwei Bilder und ein Modellschiff steht auf einem Regal. Seit über einem Jahr steht die Gaststätte „Ratshalle“ zum Verkauf, nachdem der Besitzer Hans-Jürgen Burmeister verstorben war. Doch nun wird das Gebäude in der St.-Nicolai-Straße wieder belebt. Katharina und Armin Heldt, die Besitzer der benachbarten Cafés Heldt und von Heldts Hotel, haben es gekauft und werden es ab dem 1. April renovieren – denn dann erfolgt die offizielle Übergabe an das Ehepaar. Zeitgleich entstehen zehn Apartments in der alten Schlosserhalle neben dem Hotel der Heldts in der Berliner Straße.

Über drei Generationen wurde die Gaststätte geführt, zuletzt von Burmeister. Doch als dieser starb, gab es für die Erben, die entweder keine Erfahrung im Gastronomiebereich hatten oder nicht in der Nähe wohnten, nur eine Möglichkeit: Den Verkauf. Die Heldts hatten sich schon länger für das Jugendstil-Gebäude interessiert und waren damit nicht die einzigen. Dass sie aber am Ende den Kaufvertrag unterschreiben dürfen, liegt daran, dass die meisten Bewerber nur die Gaststätte haben wollten und nicht zusätzlich das Einfamilienhaus in der Gartenstraße, das mit der „Ratshalle“ durch einen Hinterhof verbunden ist.

Für die Heldts sind diese Immobilien mit einer Gesamtfläche von insgesamt 350 Quadratmetern jedoch genau richtig. Sie haben vor, das Einfamilienhaus als Ferienhaus an Urlauber zu vermieten. Auch die Gaststätte wird renoviert: Im Erdgeschoss, wo sich jetzt der Restaurantbereich befindet, werden ein Laden – vermutlich ein Textilien-Geschäft – und ein Ferien-Apartment eingerichtet. Im Obergeschoss ist Platz für weitere Apartments. „Dort wohnten einst die Eltern von Hans-Jürgen Burmeister“, erzählt Armin Heldt. Die Gaststätte zu erhalten, kommt nicht in Frage. „Wir haben schon das Café und sind damit gut ausgelastet“, erklärt Katharina Heldt.

Abgerissen wird die „Ratshalle“ nicht, im Gegenteil. Das Ehepaar möchte das Bauwerk so weit wie möglich in seinem Originalzustand behalten. „Wir werden uns bei der Renovierung an den Originalplänen des Hauses orientieren“, sagt Armin Heldt. Bei der Fassade, zum Beispiel. Noch ist sie blau-weiß, aber nicht mehr lange. Geplant ist, die blaue Farbe durch eine graue zu ersetzen. Außerdem sollen, wie im Café Heldt nebenan, große Fenster eingebaut werden, denn „ein Geschäft braucht ja Schaufenster“. Der Innenhof, der die beiden Häuser verbindet, soll für die Feriengäste mit Sitzgelegenheiten ausgestattet werden. Für die Apartments ist eine Kochnische geplant. So hätten die Urlauber die Möglichkeit, sich abends mal „ein Brot zu schmieren“. Auch die Inneneinrichtung wird an den Stil des Gebäudes angepasst. Den Heldts schweben dabei antike Möbel vor. Im Sommer möchten sie mit der Renovierung des Erdgeschosses fertig sein – pünktlich zur Ferienzeit.

Auch die alte Schlosserhalle neben dem Heldt Hotel wird umgebaut. Dort entstehen zehn neue Apartments im Loft-Charakter.

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