Lachsenbach – Kinderstube der Meerforellen

Albrecht Hahn misst mit Schüler Miká die kleinen Meerforellen.
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Albrecht Hahn misst mit Schüler Miká die kleinen Meerforellen.

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04. Juli 2018, 06:52 Uhr

Der Lachsenbach in Borby hat seinen Namen nicht von ungefähr. Einst sollen Lachse das Gewässer zum Laichen aufgestiegen sein – und auch Meerforellen. Und die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass letztere das Gewässer wieder für sich erobern.

Grund dafür ist das Projekt „Meerforellenbrutanlage und -nachzucht“ an der Richard-Vosgerau-Schule. Seit viereinhalb Jahren besuchen jeweils die vierten Klassen die Fischbrutanstalt Altmühlendorf. Mit Fischwirtschaftsmeister Albrecht Hahn streichen sie im November in der Forellenzuchtanlage Rogen (Eier) und Milch (Sperma) aus den Fischen und vermengen sie miteinander. Sie sind mit der Lupe dabei, wenn die Fische im Januar aus ihren Eiern schlüpfen und setzen sie im März in einer Größe von zwei Zentimetern in den Lachsenbach aus. Gestern haben die Schüler zusammen mit Albrecht Hahn überprüft, ob der Nachwuchs auch gedeiht.

Dazu ist der Fischwirtschaftsmeister mit einem Elektrokescher durch den Bach gewatet. „Der Gleichstrom hat Auswirkungen auf die Elektrolyte der Fische und bewirkt, dass sie zwangsweise zur Anode schwimmen“, erklärte er und ließ die Kinder die Fische mit einem Speziallineal vermessen. Zwischen vier und acht Zentimeter waren sie mittlerweile groß – ein gutes Zeichen, fand Albrecht Hahn: „Das spricht für eine gute Wasserqualität und genügend Nahrung. Das zeigt, welches Kleinod der Lachsenbach ist.“ Auch einige Aale landeten im Kescher, der größte von ihnen 22 Zentimeter lang.

„Die Forellen bleiben meistens nur ein Jahr im Lachsenbach“, so Albrecht Hahn. „Ab einer Größe von 15 Zentimetern wandern sie in die Ostsee ab und werden innerhalb von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif.“ Dann, so die Hoffnung, kehren sie zum Laichen an den Ort ihrer Kindheit zurück. „Allerdings ist der Lachsenbach noch ein Stück verrohrt. Das könnte ein Hindernis sein.“ Doch es gibt Pläne, dieses Stück zu öffnen und mit Gitterrosten abzudecken. „Die Forellen benötigen das Sonnenlicht zum Aufsteigen.“

Lehrerin und Projektleiterin Hildegard Schenck ist sich sicher: „Die Kinder lernen mehr, wenn sie selbst mit anfassen, als wenn sie den Lebenszyklus nur vom Papier kennen.

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