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Unterricht mal anders : Labor statt Klassenzimmer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Leibniz JuniorLab zu Gast in der Jungmannschule / Schüler erleben Physik in Theorie und Praxis

Eckernförde | Was macht ein Ingenieur und wo begegnet einem seine Arbeit im Alltag? Gemeinsam mit dem Sonderforschungsbereich (SFB) 653 „Gentelligente Bauteile im Lebenszyklus“ geht das Leibniz JuniorLab der Leibniz Universität Hannover in dieser Woche auf Schleswig-Holstein-Tour, um Schülern der siebten und achten Klassen die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (kurz MINT) näherzubringen. Zum ersten Mal hat auch die Eckernförder Jungmannschule mit zwei achten Klassen an dem Projekt teilgenommen. Ziel des JuniorLab ist es das Klassenzimmer für einen Vormittag in ein Forschungslabor zu verwandeln und erlerntes Wissen in kleineren Experimenten greifbar zu machen. Der Leitgedanke: Erkenntnisse werden durchs Ausprobieren gewonnen.

Vielen Schülern sei Physik zu theoretisch, zu schwierig und zu alltagsfern. „Wir wollen solche Vorurteile abbauen und ihnen das Gefühl geben, dass Physik begreifbar ist“, sagt Sebastian Schreiber, der Physik an der Leibniz Universität studiert und gemeinsam mit Kimberly Schrader durch die experimentelle Unterrichtsstunde führte. „Ich war mir anfangs selber nicht sicher, ob ich mir ein Physikstudium zu traue“, so Schreiber. Die Vorurteile gegenüber naturwissenschaftlichen und technischen Fächern könne er daher verstehen. „In der Stunde wollen wir das Interesse der Schüler für Physik wecken und stärken.“ Auf ihrer Tour durch Schleswig-Holstein haben sie schon Halt in Heide, Niebüll, Husum und Schleswig gemacht.

Der Einfluss der Strömungsgeschwindigkeit auf das Umströmungsverhalten von Vierecken, Kreisen oder Kreiszylindern klingt in der Theorie kompliziert, ist in der Praxis aber schnell erklärt. Mit einem Windkanal experimentieren die Achtklässler herum und testeten, wie die verschiedenen Körper den Luftstrom beeinflussen. „Es ist wichtig den Schülern das Fach anschaulich zu gestalten“, sagt Physiklehrerin Claudia Cornilsen, die das Angebot der Leibniz Universität mit dem Experimente-Bus nach Eckernförde zu kommen, gerne annahm. Die Versuche seien dafür besonders gut geeignet. „Sie stehen in der Form nicht im Lehrplan, sodass wir gar nicht die Möglichkeit gehabt hätten, sie hier durchzuführen.“ In der achten Klasse könnten solche Themen höchstens in den Wahlpflichtfächern vertieft werden. „Das ist nichts, was wir sonst in Physik machen würden“, bestätigt Luisa Haß (14) und notiert die ersten Ergebnisse in ihrer Gruppe. „Die Stunde war auf jeden Fall sehr informativ“, ergänzt Timo Jarr (14). Sein Fazit: In den 90 Minuten habe man den Ingenieursberuf richtig kennengelernt oder erfahren wie sich Luft verwirbelt.

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erstellt am 28.Mär.2015 | 06:19 Uhr

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