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Nachschub für Ostern : Kurze Wege für das Frühstücksei

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf dem Eier- und Geflügelhof Holtsee von Familie Uppendahl herrscht nicht nur zu Ostern Hochbetrieb / 750 Eier pro Tag gehen in den Verkauf

In der nächsten Woche muss die Eckernförder Tafel vermutlich ohne die Eier von Doris und Dieter Uppendahls Legehennen auskommen, denn gerade vor Ostern herrscht Hochbetrieb auf dem Hof in Holtsee. „Da wird nichts übrig bleiben“, sagt Dieter Uppendahl. Die Tafel wird sonst das ganze Jahr über regelmäßig von dem Ehepaar mit Eiern, die nicht verkauft wurden, beliefert. Die Kunden gaben sich gestern die Klinke in die Hand, um sich mit frischen Eiern zu versorgen. Und dann klingelt auch schon das Telefon, Doris Uppendahl muss los, im örtlichen Markt für Nachschub sorgen. Aber auch viele Gaststätten in Eckernförde schwören auf die Eier der Uppendahls.

Vor mehr als 50 Jahren fing die Mutter von Dieter Uppendahl in Holtsee mit dem Eier- und Geflügelhof an. 40 Tiere waren es damals. Vor rund 30 Jahren hat seine Frau Doris die Hühnerhaltung übernommen – neben dem Lohnunternehmen und Feriengästen das dritte Standbein der Familie. Mittlerweile sind es zwischen 900 und 1000 Legehennen in Freilandhaltung sowie 60 bis 80 Masthähnchen. 700 bis 750 Eier müssen Doris und Dieter Uppendahl täglich einsammeln – morgens und dann noch mal um 14 Uhr. Mehr sollen es auch gar nicht sein, „Power-Futter gibt es hier nicht“, betont der Landwirt. Bei dem Futter schwört er auf eine eigene Mischung aus Mais, Weizen, Soyaschrot und Kalk, die nur er, seine Frau und der Müller einer kleinen Mühle kennen. „Das Rezept bleibt geheim“, versichert Dieter Uppendahl.

„Letztes Jahr hatten wir noch einige weiße Eier“, erzählt Doris Uppendahl, doch die seien bei den Kunden nicht mehr gewünscht. Also wuseln nur noch braune Lohmann-Hennen in den Ställen und Gehegen. Diese wurden modernisiert, um die Arbeit für die Besitzer einfacher machen. „Wir haben hier jetzt kurze Wege“, sagt Dieter Uppendahl.

Die Uppendahls kaufen die Hennen, wenn sie 18 Wochen alt sind von einem Züchter aus Itzehoe. Mit etwa 21 Wochen fangen sie nach einer Eingewöhnungszeit an, Eier zu legen. Wenn sie 15 bis 18 Monate alt sind, werden sie sie wieder abgeben, viele davon aber von Dieter Uppendahl selbst geschlachtet und gerupft und von seiner Frau fachgerecht zerlegt und verkauft.

Bis vor ein paar Jahren hatte die Familie noch Enten und Gänse, doch davon haben sie sich getrennt. „Zu viel Arbeit“, sagt Doris Uppendahl. Zudem habe immer wieder der Fuchs zugeschlagen. In einem Jahr waren es 60 Tiere, die er sich holte. Und viele Küken wurden von Krähen gepackt.

Ab 1. Mai können die Hennen aus dem Stall. Bei der Haltung sind zehn Tiere auf einem Quadratmeter erlaubt, bei den Uppendahls sind es fünf. „Dann geht es den Tieren besser und mir auch“, sagt der 61-Jährige über seine „Eierphilosophie“. Das Futter bekommen die Tiere über eine automatische Transportschnecke. Fressen können sie „ad libitum“, wie er sagt, also ganz nach Belieben, es ist immer genug da. Die eingesammelten Eier werden dann nach Größen sortiert. Eine moderne Sortiermaschine, die auch die Eier mit der EU-weit verbindlichen Nummer bedruckt, musste das Paar im vergangenen Jahr kaufen, das war die gesetzliche Auflage. Die Eier werden gewogen und nach den Größen S, M,L und XL sortiert. Viel Einfluss nehmen auf die Größe, können die Hühnerhalter nicht. „Das entscheidet allein das Huhn“. Die kleinsten Eier wiegen weniger als 53 Gramm, die größten müssen es auf über 73 Gramm bringen. Das Eigelb sei dabei aber immer gleich groß. Die meisten Kunden würden dennoch auf L oder XL setzen. Dieter Uppendahl selbst mag am liebsten die S-Variante. „Dann esse ich lieber eins mehr“, sagt er.

Gerne besuchen auch Kinder den Eier- und Geflügelhof, beispielsweise die Schüler der örtlichen Grundschule sind regelmäßige Gäste auf dem Hof. „Einigen Kindern sei oftmals gar nicht klar, woher die Eier kommen“, hat Doris Uppendahl beobachtet. Sie glaubten, die Eier kommen aus dem Supermarkt – und nicht von den Uppendahls. 

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erstellt am 26.Mär.2016 | 06:53 Uhr

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