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ERSTES KÜNSTLERFEST AUF CARLSHÖHE : Kunst ist bunt, vielfältig und macht Spaß

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Sonntag öffneten viele Ateliers ihre Türen für die Öffentlichkeit. Viele Mitmachaktionen wurden angeboten. Der „Neue Chor“ feierte Premiere.

Eckernförde | Schon von der B  76 aus konnte man am Sonntag sehen, dass auf Carlshöhe etwas los ist. Bunt geschmückt war der Vorplatz zwischen Hausnummer 44 und 60, jenen Hausblöcken, in denen die Künstler der Künstlervereinigung „Natur & Kunst Carlshöhe“ mit ihren verschiedenen Ateliers beheimatet sind. Bemalte und mit politischen Botschaften versehene Transparente säumten die Pappelallee vor den Ateliergebäuden. Skulpturen, wie die filigran-florale Installation von Margit Buß aus bearbeiteten Plastikflaschen eröffneten neue Wege. Sogar das Schaf „Fussel“ hatte sein lockig-kurzes Fell in Pink gefärbt und bedeuteten den zahlreichen Besuchern an diesem Tag, dass es in dem jüngsten Stadtteil Eckernfördes bunt zugeht. Das erste Künstlerfest feierte seine Premiere auf der Carlshöhe.

Neben den geöffneten Ateliers luden die Künstler das Publikum zu zahlreichen Mitmach- und Kunstaktionen ein. Die Freundinnen Magret Benzer und Sabine Kießig, letztere selbst als Fotografin künstlerisch im Verein vertreten, hatten sich verabredet, um sich mit dem Angebot Heidemarie Utechts auseinanderzusetzen. Die Druck- und Buchbindekünstlerin hatte im Freien einen Arbeitstisch aufgebaut, an dem die alte, ursprünglich aus Japan stammende Kunstfertigkeit des Papiermarmorierens erprobt werden konnte. Vorsichtig mussten die ölhaltigen Farben auf die Wasseroberfläche getröpfelt und später freihand miteinander verbunden werden, um den gewünschten Marmorierungs-Effekt zu erzielen. Dass es dabei sehr darauf ankommt, die Gesetzmäßigkeiten der Farbenlehre zu beachten, um nicht plötzlich das favorisierte zarte Grün oder Gelb mit einem Braunschleier überzogen zu sehen, bemerkte Magret Benzer schnell. „Man muss vorsichtig sein, dass die Farben nicht braun werden“, kommentierte sie ihre ersten künstlerischen Gehversuche im Rahmen dieser Technik. Ihre Freundin Sabine Kießig merkte mit Blick auf das gute Dutzend an bereits fertig gestellten Artefakten der beiden Damen an, dass das Marmorieren „Suchtcharakter hat. Wenn man erst einmal anfängt, muss man weitermachen.“ Schräg gegenüber hatte der Neumünsteraner Bildhauer Thomas Meseberger eine seiner „Undinen“ auf einer großformatigen Baumwurzel zwecks Versteigerung drapiert. Der Mythos des jungfräulichen weiblichen Wassergeistes, der die Männerwelt mit ihrem Äußeren und ihrer betörenden Stimme um den Verstand bringt und auf ihren Tod abzielt, stellt einen immer wiederkehrenden Topos in Mesebergers künstlerischem Werk da. „Da ich nicht alle Undinen behalten kann, kommt diese nun heute unter den Hammer“ kommentierte Meseberge seine spontane Aktion anlässlich des Künstlerfestes. Der junge Streetartkünstler Igor Ballach konzentrierte sich beim freien Malen, geleitet von Ute Kramer, mehr auf die Männerwelt. Seine Arbeit „Die Männer’s“ thematisiert Männlichkeit und erinnert in ihrer Formensprache und Farbigkeit stark an die Arbeiten des Streetart-Künstlers Banksy, der unter anderem für das ikonische Wahlkampfplakat eines Barack Obama im Rahmen seiner ersten Kandidatur für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten verantwortlich zeichnete. Wie bei seinem Vorbild Banksy ist Ballachs eigentliche künstlerische Heimat das Graffiti und umso mehr war die Malerin Kramer, die zwar kein eigenes Atelier auf der Carlshöhe besitzt aber an diesem Tag eine offene Malklasse anbot, von seiner Fertigkeit überrascht.
Ein musikalisches Intermezzo im bunten Programm des Künstlerfestes bot die Premiere des jüngst gegründeten „Neuen Chores“ des Künstlervereins. Mit bekannten Gospels und Schlagern wie „Go tell it on the Mountain“ oder „This little light of mine“ luden die engagierten Sänger aller Altersklassen unter der Leitung der Sängerin Susanne Dieudonné nach einem Konzertteil das interessierte Publikum zum Mitsingen ein.




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erstellt am 13.Jun.2017 | 06:24 Uhr

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