HafenART : Kunst im Quartier

Wie bekommt man solch einen filigranen Fisch aus hartem Stahl hin? Nils Winderlich fragen.
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Wie bekommt man solch einen filigranen Fisch aus hartem Stahl hin? Nils Winderlich fragen.

Regionale Künstler zeigen noch bis zum 18. März ihre Werke in den Geschäften des Hafenquartiers.

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05. März 2018, 06:09 Uhr

Eckernförde | Frisch gewagt ist schon gewonnen, und der Besucheransturm gab der guten Idee am Sonnabend Recht: Die Gemeinschaft der Geschäftsinhaber im Hafenquartier, am Ochsenkopf und in der Frau-Clara-Straße entschlossen sich zu einer gemeinsamen Kunstaktion. Seit rund einem halben Jahr trafen sie die notwendigen Vorbereitungen zu kleinen Kunstausstellungen in den Fenstern und Innenräumen ihrer Läden. Jeder Geschäftsinhaber konnte sich seine Künstler dabei selber aussuchen.

Apotheker Harald Brückner in der Nicolai-Apotheke: „Wir haben die Eckernförder Malerin Annette Sturm-Steen zu uns eingeladen. Wir kennen sie und ihre Bilder schon lange und sind sicher, dass ihre Werke gut in die Fenster unserer Apotheke passen.“ Dort sind die blauen und braunen Landschaften, Seestücke, Erinnerungs- und Emotionsbelege auch schon seit einigen Tagen länger zu sehen.

Ganz in deren Betrachtung versunken: Anke Fock und Wolfgang Witt. Sie haben Freude an den Bildern und sind sicher, dass diese Aktion Eckernförde als Kultur-Stadt noch bekannter machen wird. Witt: „Dieses Angebot ist gelungen.“

Dieser Meinung ist auch Ulrike Schramm aus Kropp, die man in den Räumen von Leder Lienau traf. Hier sind Thies Lienau und seine Frau richtig froh, wenn nicht gar begeistert, dass sie den Kunstschmied Nils Winderlich und eine Auswahl seiner Metallskulpturen für ihre Fenster und Räume gewinnen konnten. Thies Lienau: „Wir haben sogar einen echten Winderlich im Garten.“ In den Schaufenstern sieht man atemberaubende Fische und Eulen zum Thema „Natürlich Stahl“. Winderlich: „Als Stahlbildhauer kann ich das Material schön plastisch verformen, aus hartem Material Bewegliches kreieren.“ Und Besucherin Ulrike Schramm: „Schön, dass sich die Gemeinschaftsidee auf heimische Künstler konzentriert und – wie hier – das Hand-Werk in den Vordergrund stellt.“

In der Bonbonkocherei brummt der Laden – so viele Leute, so viele Süßigkeiten, eine coole Vorführung, über allem der Duft nach Schokolade und Himbeerbonbons. Mittendrin – sinnlich wunderbar passend – Bilder und Holzskulpturen von Karen Löwenstrom. Die Technik der Holzbearbeitung ist faszinierend – aber ihre Menschen, Titel, hintersinnigen Gedanken setzen noch eins drauf, und man steht versunken, amüsiert und angerührt davor. „Ich will Meer!“ ruft ein Mädchen und hüpft zur Brandung. Der Wegweiser zeigt zur Wasserkante, und eine Deern mit Rettungsring marschiert entschlossen drauf zu. Und wer hat die Kokosnuss geklaut? Und warum ist „Jetzt Ebbe“? Hingehen und gucken und sich dabei auch an den raumgreifenden Holzplastiken von Jörn Brede freuen. Sie machen den windgeschützten Innenhof zum Skulpturenpark. Inhaberin Heike Herbst: „So haben wir uns das vorgestellt – Freude in der Begegnung mit Kunst und viel Anlass zu Kommunikation und Gedankenaustausch.“ Auf die Frage, ob HafenART im nächsten Jahr fortgesetzt wird: „Ja, wenn alle Freude daran haben. Das bringt Leben in die Innenstadt.“

In die Boutique „Schönes und Anziehendes“ kommt man kaum hinein, Ansturm – nicht nur auf Häppchen und Sekt. Auch die wunderschönen Schmucksachen der Goldschmiedin Suse Albrecht, die eigenwillige Keramik von Wiebke Lassen und die erdigen Bilder von Ingrid Streiber sind Magneten.

HafenArt geht noch weiter: Weiterhin mit Kunst geöffnet bis zum 18. März sind auch „Die neue Spielkiste“, „Küstenkind“, „Conny’s Frisurenland“, „Fräulein M“ und „FEE“.


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