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Künstlerhaus-Stipendiaten : Kunst aus Tinte und Fahrradschläuchen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vier neue Stipendiaten arbeiten im Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus in Eckernförde an ihren Projekten. Die Gäste aus Berlin, Wien und Kiel schätzen die Ruhe und guten Arbeitsmöglichkeiten. Im Juli soll es nach dem Umbau eine Ausstellung geben.

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erstellt am 17.Mai.2014 | 06:15 Uhr

Luc Döbereiner, Herbert Hinteregger und Madeleine-Christin Leroy haben ihre Ateliers in Berlin, Wien und Kiel für ein Vierteljahr mit denen des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses in Eckernförde getauscht. In der Ottestraße 1 arbeiten die drei Künstler in der Abgeschiedenheit einer kleinen Ostseestadt an ihren Werken. Döbereiner ist Komponist, Hinteregger und Leroy verarbeiten Alltagsware wie Kugelschreibertinte und Fahrradschläuche künstlerisch zu Bildern und Installationen. Die Vorsitzende des Fördervereins des Künstlerhauses, Jutta Johannsen, stellte die drei Stipendiaten gestern vor. Ein weiterer, Heiko Wommelsdorf, ist derzeit in Bremen – er widmet sich Klang- und Soundinstallationen aus Spieluhren.

Seit April leben und arbeiten die drei Stipendiaten im Künstlerhaus. Luc Döbereiner hat in der Ottestraße eine elektronische Live-Einspielung mit Tönen von Glasoberfläche fertiggestellt, die bereits in Potsdam aufgeführt worden ist. Bis Ende Mai wird der 29-jährige experimentierfreudige Komponist an weiteren elektronischen Stücken und musikwissenschaftlich Beiträgen arbeiten.

Gut im Galerie- und Ausstellungsgeschäft ist Herbert Hinteregger. Der 42-Jährige ist beispielsweise seit 15 Jahren ständiger Gast der Art Basel. Aktuell werden Werke von ihm im „Museum des 21. Jahrhunderts“ in Wien, im österreichischen Parlament in Wien sowie in einer weiteren Ausstellung in Innsbruck gezeigt. Sein Ansatz: Er kauft Unmengen an BIC-Kugelschreibern, lässt die Tinte aus der Mine austropfen und verarbeitet diese zu reduzierten, intensiv wirkenden Bildern in klarer Formensprache. Selbst die Hüllen der Stifte werden von ihm künstlerisch verarbeitet.

Die Verwandlung alltäglicher Gegenstände in Kunst ist auch das Anliegen der in Kiel lebenden Madeleine-Christin Leroy. Sie hat Freie Kunst an der Muthesius-Schule studiert und gestaltet aus profanen Fahrradschläuchen, die sie zum Teil aufschneidet, die innere, mit Talkum beschichtete Haut nach außen wendet, wieder zusammennäht und auf spezielle Weise stapelt, hängt oder spannt und zu ungewohnt wirkenden Installationen arrangiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Farbe Schwarz des Materials im Zusammenspiel mit den übrigen Raumfarben und die dadurch entstehende „Kommunikation“, wie die junge Künstlerin sagt. Auch sie wird auf der Art Basel dabei sein, zusammen mit zehn weiteren Künstlern der Kollektivs „Schwarze Piste“. Leroy hat inzwischen neues Material zur künstlerischen Veredelung entdeckt: Teichfolien und Stoffe. Im Juli ist eine Ausstellung im dann wohl fertigen Ausstellungsraum geplant.

 

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