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Eckernförder Zeitung

20. November 2017 | 13:04 Uhr

Kultur : Kulturabend wird feste Größe im Ort

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Theatergruppe zündete mit „Marlies ward tähmt“ Feuerwerk beim 2. Kulturabend der Gemeinde Ascheffel.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 06:02 Uhr

Ascheffel | Jubel im Lager der Theatergruppe des SV Hüttener Berge. Soeben schloss sich der Vorhang nach dem Schwank „Marlies ward tähmt“, da brandete auch schon tosender Applaus der mehr als 100 Zuhörer im vollbesetzten Gasthaus „Alter Bahnhof“ auf. Mit Minuten langen Ovationen wurden die Protagonisten des plattdeutschen Einakters von Fritz Klein, ins Plattdeutsche übersetzt von Jan Harrjes, mit nicht enden wollenden Beifall für ihre großartige Leistung bedacht. Der Einakter war Teil eines bunten Kulturabend, der, so Bürgermeister Jörg Harder, gerne eine feste Einrichtung in der Gemeinde werden solle.

„Ik heff all bi‘t Studeern vun dat Stück hartlich lacht un dütt Geföhl hett mien dulle Mannschaft grootoordig to‘n Pläseer för all hier in‘n Saal ümsett un dormit den Smack vun‘t Publikum, wat ok düchtig mitgahn is, drapen“, freute sich die Vorsitzende und „Toseggersch“ der Theatergruppe, Andrea Stocks, angesichts der Begeisterung im Saal nach der rund einstündigen Vorstellung. Sie feiert an diesem Abend ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum und ist seit sechs Jahren „de Baas“.

Im Mittelpunkt des Stücks steht Mutter Marlies (Silke Becker-Nielsen), die ein strenges Regiment in ihrem florierenden Familienunternehmen führt und sich für die geborene Führungspersönlichkeit hält. Ihr Mann Jochen (Helmut Hagge) ist unter Marlies im Laufe der Jahre ein kleinlauter Pantoffelheld geworden. Als sie dann auch noch die Köchin Lisa (Angelika Rehbehn) entlässt, versucht Jochen, sich endlich mal durchzusetzen, doch vergebens. „Papa, du hest eenfach keen Moors in de Büx“, wirft ihm seine Tochter Franzi (Nina Langmaak) vor. Auch Lisas scheinbar zurück gebliebener Freund Samuel (Stefan Reimann) scheitert beim Versuch, sich gegen die Entlassung aufzulehnen. Reiner (Claus Nielsen), der neue Konditor im Dorf, bittet seine Angebetete, Franzi, bei ihren Eltern um ihre Hand anhalten zu dürfen. Ihre Antwort: „Schullst du nich mi eerstmal fragen?“ „Vun di will ik ja nich blots de Hand!“ Um ihn zu testen, nennt sie ihm nicht ihren, sondern den Namen ihrer Mutter Marlies. Damit ist eine verzwickte Verwicklung vorprogrammiert und eine Kuddelmuddel-Komödie nimmt, sehr zu Gefallen des Publikums ihren Lauf und sorgte so für ein Feuerwerk der guten Laune.
„Das war ein schöner, unterhaltsamer und kurzweiliger Abend, der die schon sehr gute Vorjahresveranstaltung noch übertraf“, bereute die Ascheffelerin Marlies Seck ihr Kommen ebenso wenig wie Alt-Bürgermeister Günther Petersen, der die Theatergruppe in den 70-er Jahren gründete und die Leitung erst abgab, als er 1985 Bürgermeister wurde. „De hebbt all bannig goot speelt, dor mag ik gor keen vörheven.“

Eingeleitet wurde der bunte Abend vom Merkelbach-Duo Thomas (Gitarre) und Sharon (Gesang), die mit ihrer glasklaren, brillanten Stimme mit hohem Wiedererkennungswert das Publikum ins Verzücken brachte.

Zeitgeschichte war angesagt, als Organisatorin und Vorsitzende des Gemeinde-Kulturausschusses, Dr. Telse Stoy, die Entwicklung des Bäckerhandwerks der vergangenen 200 Jahre in Ascheffel eindrucksvoll und mit viel Humor Revue passieren ließ. Ihr gut halbstündiger Vortrag begann mit der Zeit um 1800, als es noch 25 Backhäuser in und um Ascheffel gab und endete mit einem Foto der Bäckerei Dirk Rehbehn von vorgestern. Zum Abschluss dankte Bürgermeister Jörg Harder allen Beteiligten sowie dem Publikum und kündigte an, diese Form der Veranstaltung als bleibende Einrichtung festzuschreiben.

Am 25. November von 10 bis 17 Uhr richtet Andrea Stocks mit ihrer Mannschaft einen Kunst- und Adventsmarkt im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Ascheffel aus.


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