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Glückliches Ende : Kuhstall rettet zwei Seniorinnen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Altenheim meldete zwei Bewohnerinnen am Dienstagabend als vermisst. Nach einer stundenlangen Suche durch 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei findet ein Landwirt die Frauen morgens im Kuhstall.

Osdorf | 5.30 Uhr und Landwirt Jan Knop macht sich auf den Weg in den Kuhstall um zu melken. Als er das schwach beleuchtete Gebäude betritt, bekommt er einen Schreck – mitten auf dem Boden kauert eine kleine Gestalt. Gemeinsam mit seiner Mutter Ute versorgt er sie mit einer Decke. Ute Knop wählt die 112. Eine zweite ältere Frau wird im Maschinenschuppen gefunden. Die eintreffenden Rettungskräfte bringen die Frauen mit leichten Unterkühlungen ins Krankenhaus. Dieses Mal ist alles gut ausgegangen.

Die lange Nacht begann am späten Dienstagabend, als die Polizei alarmiert wurde, weil zwei an Demenz erkrankte Bewohnerinnen (68 und 74 Jahre) des Alten- und Pflegeheims „Haus Dänischer Wohld“ nicht auffindbar waren. Da die Suche im Bereich der Einrichtung ergebnislos verlief, wurde gegen Mitternacht die Freiwillige Feuerwehr Osdorf dazu gerufen, die mit 25 Aktiven anrückte. Friedhof, Spielplätze, Parks, öffentliche Wege: „Wir sind Straße für Straße abgegangen“, berichtet Wehrführer Jan Hoffmann. Inzwischen traf auch die Kriminalpolizei ein, die bei Vermisstenmeldungen zuständig ist. Die Freiwillige Feuerwehr Gettorf kam mit ihrer Wärmebildkamera dazu. Nach rund anderthalb Stunden sei die Hoffnung schon geschwunden, erklärt Hoffmann weiter: „Die Seniorinnen waren nur leicht bekleidet, und wir hatten in der Nach nur drei Grad“.

Die Zeit drängte, man beschloss Spürhundestaffeln anzufordern. Gemeinsam mit rund 15 Suchhunden wurde das gesamte Gemeindegebiet durchkämmt. Gegen 5 Uhr sei die Mannschaft, die den Einsatz vom Altenheim aus koordiniert hatte, ins Osdorfer Feuerwehrgerätehaus umgezogen, um den Tagesablauf der Einrichtung nicht zu stören. „Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon relativ pessimistisch“, gibt Jan Hoffmann zu, die Frauen waren seit gut sieben Stunden in der Kälte unterwegs. Aber dann kam der erlösende Anruf von der Leitstelle der Feuerwehr: Auf Hof Knop sei erst eine, dann auch die zweite Seniorin aufgefunden worden. Ob sie vielleicht das Licht auf dem Hof zwischen Osdorf und Borghorsterhütten angezogen hatte, ist nicht bekannt. In jedem Fall haben sie dort Schutz vor der Witterung gefunden. „Eine total positive Geschichte für uns“, schloss der Osdorfer Wehrführer. Nach so intensiver und doch erfolgloser Suche, seien die Gesichter schon recht betrübt gewesen. „Das ist ein sehr glückliches Ergebnis“, erklärte er.

 

 

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