Küstenschutz mit Treibgut

<p>Mit einer Treibseldüne soll in Noer Küstenschutz betrieben werden.</p>

Mit einer Treibseldüne soll in Noer Küstenschutz betrieben werden.

Die Aktivregion Eckernförder Bucht stellt Fördermittel für die Errichtung einer Treibseldüne zum Küstenschutz in der Gemeinde Noer bereit. Auch das Schwedenecker Tourismuskonzept wird bezuschusst.

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26. April 2018, 06:56 Uhr

Gettorf | Treibsel – das sind Äste, Algen, Seegras und andere Gegenstände, die im Meer schwimmen und auf der Oberfläche treiben. Bei Strandgästen und Touristikern ist das lästige Treibgut jedoch nicht gerne gesehen. Alleine im letzten Jahr wurden insgesamt rund 200 000 Tonnen Treibsel an der Ostseeküste angespült. In der Gemeinde Noer soll das Schwemmgut nun sinnvoll genutzt werden. In Form einer Treibseldüne soll es dazu dienen, Strandabspülungen zu verhindern. Die Aktivregion Eckernförder Bucht stimmte auf ihrer gestrigen Vorstandssitzung im Gettorfer Heimatmuseum einstimmig dafür, das Pilotprojekt mit einer Summe von 17 500 Euro EU-Fördermitteln zu bezuschussen.

„Es geht darum, die Erosionsgefahr an den Küsten durch die Treibseldüne einzudämmen“, erklärte der Gettorfer Küstenforscher Horst Sterr von der Kieler Universität bei der Vorstellung des Projektes. Durch die Aufschüttung und Besandung des Treibguts zu einer Düne im hinteren Bereich des Strandes würde ein Puffer gegen die Wellenenergie geschaffen werden, die sonst für Erosionen und Strandverlust sorgt. „Es ist eine Win-Win-Situation. Die Gemeinde wird die Treibsel los, die sie bisher auf eigene Kosten entsorgen musste, und kann das Schwemmgut nun direkt vor Ort zum Strandschutz nutzen“, so Sterr.

Geplant sei zudem neben der Treibseldüne, die in der Gemeinde Noer in einer Länge von 50 bis 100 Metern aufgeschüttet werden soll, einen Infopunkt zu errichten. „Die Idee hierbei ist, dass das Thema Treibsel interessant vermittelt wird“, so der Experte. So soll an dem Infopunkt etwa über Treibgut und dessen Nutzung, Strandökologie oder den Klimawandel informiert werden. Insgesamt sollen knapp 37 000 Euro in das Projekt fließen.

Auch über die Bezuschussung des Schwedenecker Tourismuskonzeptes stimmte die Aktivregion in ihrer Sitzung ab und entschied sich dabei einstimmig für die Bereitstellung von Fördergeldern in Höhe von etwa 93 000 Euro. Zu den Maßnahmen des aktuellen Konzeptes gehören unter anderem der Ausbau und die Ertüchtigung des Wanderwegenetzes, die Aufarbeitung der historischen Funde und Fundstellen im Gemeindegebiet, eine barrierefreie Strandzuwegung in Surendorf sowie das Sanitärgebäude und ein Badesteg in Dänisch-Nienhof.Mittelfristig wolle man zudem etwa für einen Ausbau der Camping-Infrastruktur und der Übernachtungsmöglichkeiten, eine Anpassung der Parkmöglichkeiten sowie ein Beratungsangebot für private Vermieter sorgen. Insgesamt etwa 201 000 Euro soll die Umsetzung des Konzeptes kosten.

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