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KOCHDUELLE–FINALE 2016 : Kürbissuppe mit Ingwer und Chili bringt den Sieg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das gelungene Finale des Kochduells fand am Mittwochabend in der Siegfried-Werft statt. Sabine Mues, Bürgermeisterin in Noer, gewann knapp vor Hans-Joachim Graf von Gersdorff.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2016 | 05:39 Uhr

„Aufsteigende Hitze“ gegen „Wochenmarkt mit Überraschung“, „Rolle rückwärts“ gegen „Norwegische Wildnis global gewürzt“ – nicht nur die Namen der Gerichte hatten es in sich. Auch die Paarung des Finales des Kochduells am Mittwochabend in der Siegfried-Werft konnte sich sehen lassen. Erstmals in der siebenjährigen Geschichte des Wettbewerbs, veranstaltet von Meisterkoch Michael Stöcken und der Eckernförder Zeitung, traten zwei Kontrahenten aus der Vorrunde als Finalisten erneut gegeneinander an: Sabine Mues und Hans-Joachim Graf von Gerstorff. Sie ist Bürgermeisterin in der Gemeinde Noer im Dänischen Wohld, er ist ein über die Grenzen des Wohlds hinaus bekannter Bauunternehmer aus Gettorf. Bereits acht Tage zuvor hatten die beiden in Mißfeldts Gasthof in Krusendorf gegeneinander gekocht (wir berichteten). Aufgrund der gleichen Punktzahl kamen beide ins Finale.

Tiefenentspannt steht Sabine Mues um 18 Uhr in der Küche der Siegfried-Werft. Von Nervosität oder hektik keine Spur. Ihre Kürbissuppe köchelt ruhig vor sich hin. Das Geheimis: Ingwer und Chilischoten geben der Suppe aus Kürbis, Kartoffeln und Möhren eine besondere Note. Sie wird später den 26 Gästen leicht scharf und doch zart auf der Zunge zergehen. Das Hauptgericht der 51-Jährigen, Rinderroulade mit Kartoffelpüree und Rotkohl mit dem Namen „Rolle rückwärts“ ist nahezu fertig.

Derweil hat der zweite Finalist, Hans-Joachim Graf von Gersdorff sich oben in den Clubraum verzogen. Der 63–Jährige braucht Platz und Ruhe, um das Dessert zu gestalten. „Wochenmarkt mit Überraschung“ kreiert er mithilfe von Koch Oleg Bolinger auf den Tellern. Die Gäste werden später Erdbeere, Weintraube, Himbeere, Blaubeere, Kiwi, Johannisbeere, Mango, eine Birne und Vanilleeis vorfinden. Extravagant ist die Schokoladensoße – sie enthält Chili. Für die herrliche Aussicht auf den Innenhafen hat der Graf keinen einzigen Blick übrig. Er konzentriert sich auf das Verzieren der Früchte mit der Schokosoße und flucht. Soll doch kein einziger brauner Fleck auf die weißen Teller kommen. Um 18.45 Uhr ist das Dessert fertig zubereitet.

Unten im Restaurant begrüßen Inhaber Oliver Träger und die Servicekräfte, Tanja Beiske und Uwe Hoeft, mittlerweile die ersten Gäste. Darunter sind auch Edeltraud Umstätter und Gisela Büchting. Die beiden Eckernförderinnen haben in diesem Jahr an allen vier Vorrunden-Kochduellen als Gäste teilgenommen – da ist das Finale quasi Pflicht. Warum kommen sie immer wieder? „Man trifft bei dieser Gelegenheit immer nette Menschen, die Spaß am Essen und an guter Unterhaltung haben“, sagt Edeltraud Umstätter. „Es ist immer ein rundum gelungener Abend“, bestätigt ihre Nachbarin Gisela Büchting.

Es geht auf 19.30 Uhr zu. Immer noch sind Sabine Mues und Hans-Joachim Graf von Gersdorff ruhig und gelassen. Bevor es gleich in den Gastraum zum Vorstellen geht, stoßen alle miteinander an. „Beide Teilnehmer haben in der Vorrunde gelernt und sich heute Menüs ausgesucht, die man gut vorbereiten kann“, erklärt Michael Stöcken. Das Rezept für seinen Gewürzlachs mit Koriandersalz, Pfeffer und Chiliflocken sowie Limettensoße hat von Gersdorff von seiner Schwiegertochter, verrät er.

19.45 Uhr: Der erste Gang, die Suppe, wird serviert. Große Erleichterung bei Sabine Mues, als sämtliche Schüsseln leer zurückgebracht werden. Beim Anrichten seines Hauptgerichts, „Norwegische Wildnis global gewürzt“, ist von Gersdorff für das i-Tüpfelchen zuständig – das Aufbringen der essbaren Stiefmütterchenblüten. Kaum ist dieser Gang serviert, wird es für wenige Minuten doch noch hektisch in der Küche. Wie soll die Rinderroulade von Sabine Mues dekorativ auf den Tellern angerichtet werden? Schließlich isst das Auge mit – das weiß niemand besser als Stöcken. Der erste Versuch geht daneben. Kraftlos liegt die Roulade zwischen Püree und Soße. Der Koch Markus Steffen und Restaurant-Inhaber Oliver Träger geben Tipps. Endlich die Idee. Auf die braune Soße das gelbe Püree, die Roulade zerschnitten obendrauf, daneben der Rotkohl – es ist geschafft. Jetzt muss es schnell gehen – die Gerichte müssen heiß serviert werden, sonst drohen Punktabzüge. Das kann beim Nachtisch „Wochenmarkt mit Überraschung“ nicht passieren, der wird ohnehin kalt serviert.

Die Gänge sind serviert, die Gäste haben ihre Punkte vergeben. Jetzt wird es noch ein wenig spannend. Auf die Frage in der Küche zu Beginn des Abends, wer denn gewinnen solle, hat von Gersdorff geantwortet: „Ist doch klar. Die Sabine gewinnt.“ Der Graf sollte recht behalten. Die 51-Jährige, die das Kochen nicht zu ihrer Lieblingsbeschäftigung zählt, „deshalb bin ich Landwirtin geworden“, hat einen dünnen Punktevorsprung und gewinnt das Kochduell 2016.

Der Vorjahressieger, Dr. Kai Thomsen, der bis zum Finale den Wanderpokal bei sich im Amtsgericht im Büro stehen hatte, übergibt Sabine Mues den Pott. Wie von Zauberhand überreicht Hans-Joachim Graf von Gersdorff der Siegerin einen Strauß Blumen. Entspannt und gelöst geht das Kochduell-Finale 2016 seinem Ende entgegen. Im nächsten Jahr gibt es eine Neuauflage.

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