Eckernförde : Künstler fördern junge Talente

Amelie Schober (20) genießt die Atelier-Atmosphäre bei der Arbeit mit Farbe und Pinsel. Vorne links ist ihre Design-Lampe aus alten Badminton-Bällen und einem Handball zu sehen. Foto: Post (3)
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Amelie Schober (20) genießt die Atelier-Atmosphäre bei der Arbeit mit Farbe und Pinsel. Vorne links ist ihre Design-Lampe aus alten Badminton-Bällen und einem Handball zu sehen. Foto: Post (3)

Für den Jugendkünstlerischen Wettbewerb gibt es kostenlosen "Unterricht" auf Carlshöhe / Ein Besuch im Atelier von Margit Buß

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19. Oktober 2012, 07:26 Uhr

Eckernförde | Für Alina Helmcke (8) und Amelie Schober (20) herrschen zurzeit paradiesische Zustände: Sie haben im Atelier von Margit Buß (61, Foto) auf Carlshöhe alle Möglichkeiten, sich künstlerisch auszuleben und von der Künstlerin zu lernen. Sie bereiten dort ihre Werke vor, die sie beim Jugendkünstlerischen Wettbewerb des Vereins Naur und Kultur sowie der Galerie Carlshöhe einreichen wollen. Von der Möglichkeit, sich von Carlshöher Künstlern kostenlos fördern zu lassen, haben bereits weitere junge Kunstinteressierte Gebrauch gemacht. Demnächst geben Ralf Rahier und Sabine Freund in ihrem Atelier "Phantasie an Fäden" gleich zwei vierten Klassen der Richard-Vosgerau-Schule eine Einführung in den Wettbewerb für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 20 Jahren.

Alina und Amelie nutzen die Herbstferien, um täglich in konzentrierter Arbeitsatmosphäre ihre Werke zu fertigen. Dabei verfolgen sie grundverschiedene Ansätze, das Thema ist aber gleich: Der Wettbewerb steht unter dem Motto "Bewegung". Bei Alina Helmcke aus Kochendorf spiegelt sich die Bewegung in der Herstellung ihrer Werke wider: Die Achtjährige wendet das Dripping an, eine Actionpainting-Technik nach dem amerikanischen Maler Jackson Pollock (1912-1956). Dazu lässt sie Farbe durch ein Loch im Boden einer Dose auf die Leinwand fließen. Je nachdem, wie sie die mit einer Schnur an einem Dreibein aufgehängte Dose bewegt, verändert sie das Bild. Pinsel kommen zwar zum Einsatz, berühren die Leinwand jedoch nicht. "Das hat mich sehr überrascht", sagt Alina. Zwei von vier Bildern der Serie "Vier Jahreszeiten" sind bereits fertig. Dabei kommt es auf die richtige Mischung der Farben an, die Frühling, Sommer, Herbst und Winter darstellen. "Alina ist mir beim Tag der offenen Tür Anfang Juni aufgefallen, weil sie für die Malerei brennt", so Margit Buß.

Mit Amelie Schober arbeitet die Künstlerin schon länger zusammen. Die Abiturientin der Peter-Ustinov-Schule widmet sich der Konzeptkunst: Das Thema Bewegung zeigt sich bei der 20-Jährigen im Material: Ein gebrauchter Handball dient als Körper für eine ausgefallene Tischleuchte mit vielen kleinen Lampenschirmen aus alten Badminton-Bällen darauf - in jedem steckt eine Glühbirne einer Lichterkette.

Bereits in der Schule habe sie sich mit Design beschäftigt. "Daher kam die Idee, aus alten Sachen etwas Neues zu machen", sagt Amelie. Diesen Ansatz verfolgt sie auch bei ihrem zweiten Werk: Grell bemalte Formgeber für Schuhe aus Pappkarton. Ihr Antrieb ist es in erster Linie, ihre Objekte beim Wettbewerb auszustellen.

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