Krisengespräch zwischen Architekten und Gestaltungsbeirat

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23. Juli 2015, 10:31 Uhr

Es gärt seit längerem unter den Eckernförder Architekten. Einem Großteil von ihnen gefällt der teils harsche Ton nicht, mit denen der Gestaltungsbeirat in seinen größtenteils öffentlichen Sitzungen ihre Entwürfe und Planungen öffentlicher und auch privater Bauten kritisiert. Gegen eine sachliche Kritik der fünf externen Experten hätte man nichts einzuwenden, doch durch die teilweise drastische Wortwahl fühlten sich die Eckernförder Architekten zum Teil persönlich angegriffen. Eine kollegiale Zusammenarbeit mit dem Ziel, Bauprojekte zu optimieren, sei so kaum mehr möglich, kritisieren die Architekten. Durch den Gestaltungsbeirat werden neben allen öffentlichen auch private Bauvorhaben begutachtet, die von der Politik oder Verwaltung als städtebaulich relevant angesehen werden.

Im Vorwege der 8. Sitzung des Gestaltungsbeirats am Mittwochabend im Ratssaal haben die Eckernförder Architekten das Gespräch mit ihren Kollegen aus Hamburg, Lübeck und Flensburg gesucht und ihre Kritik am Auftreten des Beirats vorgebracht. Der Sprecher des fünfköpfigen Gestaltungsbeirats, Architekt Helmut Riemann aus Lübeck, ging darauf gleich zu Beginn des Sitzung „in eigener Sache“ ein. Die „hiesigen Architekten“ hätten dem Beirat vorgeworfen, unsachlich zu argumentieren und eben keine sachliche Kritik an den Projekten zu üben. Die Äußerungen des Beirats und deren „schulmeisterliches Verhalten“ hätten zumeist provozierenden Charakter und würden die planenden Architekten bloßstellen und herabsetzen, gab Riemann die Kritik seiner Eckernförder Kollegen wieder. „Wir haben versucht, uns immer konstruktiv mit den Projekten auseinanderzusetzen“, betonte Riemann. Er räumte ein, dass die erste Sitzung, in dem die vorgelegte Planung des Kaiserhofs scharf kritisiert wurde, „ein bisschen hitzig“ gewesen sei, „aber diese Sitzung liegt nun lange hinter uns. Ich habe immer versucht, mich mit Samthandschuhen auf die Projekte zuzubewegen.“

Er empfinde die Aussagen eines Großteils der Eckernförder Architekten als „nicht gerade sehr zielführend“, so Riemann weiter, der sich auch für seine Beiratskollegen Teja Trüper, Laust Lorenzen, Fredo Wiescholek und Rainer Steffens schon im Vorwege für Äußerungen in der folgenden Sitzung entschuldigte, die möglicherweise als nicht angemessen eingestuft werden könnten.

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