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Kripo geht ins kleine Finanzamt : Kripo zieht um – fünf Jahre solo in Borby

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kriminalpolizei ist aus Platzgründen ins leere Finanzamt in der Schleswiger Straße gezogen. 2020 soll im Finanzamt Bergstraße die Wiedervermählung mit der uniformierten Polizei gefeiert werden.

Eckernförde | Das Finanzamt geht, die Polizei kommt. In dem großen Verwaltungsgebäude in der Schleswiger Straße 19 werden keine Steuern mehr berechnet, sondern Straftäter überführt. Sechs Lkw-Ladungen voller Büromöbel, Akten und Waffenschränken sind gestern und vorgestern vom bisherigen Dienstgebäude in der Gerichtsstraße in die neue Zentrale der Kriminalpolizei an der Schleswiger Straße transportiert worden. Die 16 Kripo-Beamten und drei Angestellten richten sich dort ihre Büro ein und werden dort ab Montag ihren normalen Dienstbetrieb aufnehmen. Das Polizeirevier in der Gerichtsstraße, in dem die Kripo seit 1969 gemeinsam mit ihren Kollegen von der uniformierten Polizei untergebracht war, ist zu klein geworden. Nach dem Auszug der Finanzbehörde aus der landeseigenen Liegenschaft im Norden der Stadt lag es nahe, dass die Kripo dorthin ausgegliedert wird und über den Platz verfügt, der im alten Dienstgebäude nicht vorhanden war. Die Trennung von Kriminal- und Schutzpolizei wird allerdings in Polizeikreisen als suboptimal bewertet, wie auch Kripo-Chef Rolf Petersen, sein Stellvertreter Frank Röckendorf und Sachgebietsleiter Robert Biesel anmerkten, weil dadurch der tägliche Kontakt und Austausch von Kollege zu Kollege entfalle. Allerdings ist diese Trennung auch nur vorübergehend geplant: Denn nach dem vollständiger Auflösung des Finanzamtes in Eckernförde und dem Auszug auch aus dem Hauptgebäude in der Bergstraße / Ecke Mühlenberg möchte das Land das große, repräsentative Gebäude ab 2020 zur Polizeizentrale umbauen und das frei werdende Dienstgebäude in der Gerichtsstraße anderweitig nutzen.

Bis dahin übt die Kripo schon einmal den Neuanfang in ihrem Übergangsquartier. Dort ist mehr als doppelt so viel Platz wie im alten Dienstgebäude. „Im alten Revier war es sehr beengt, wir mussten sogar Teile des Amtsgerichts mitnutzen, dass sieht jetzt alles viel entspannter aus“, sagt Kripo-Chef Petersen. Einige Möbel aus der Gerichtsstraße wurde mitgenommen, aber auch viele veraltete Sachen aussortiert und durch neue ersetzt, so dass jetzt überall die vorgeschriebenen Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Schreibtischen eingerichtet werden können, was vorher in dem engen Gebäude aus Platzgründen nicht überall möglich war.

„Jetzt haben wir auch endlich einen Besucherraum zum Beispiel für die Opfer von Straftaten, die mussten in der Gerichtsstraße auf dem Flur sitzen“, freut sich Petersen auf bessere räumliche Möglichkeiten und ein dadurch bedingtes vielleicht etwas entspannteres Arbeiten. Im neuen Dienstgebäude wird auch ein Video-Vernehmungsraum eingerichtet, in dem zum Beispiel Kinder, die sexuell missbraucht oder Frauen, die vergewaltigt worden sind, aussagen können, ohne vor Gericht erscheinen und ihrem Peiniger begegnen zu müssen. Dieser Raum stand der Kripo bisher im Amtsgericht zur Verfügung. Wer künftig zur Kripo möchte (oder muss), kann nicht einfach ins verschlossene Gebäude hineinmarschieren, sondern muss klingeln, wird von einer Videokamera erfasst und erhält dann Zugang per Knopfdruck. Eine Sicherheitsmaßnahme wie auch die neu installierte Alarmanlage. In der Gerichtsstraße hat diesen Job noch die Polizeiwache für die Kripo miterledigt.

Die Raumnot ist nun behoben, aber an die Trennung von Kriminal- und Schutzpolizei müssen sich alle erst noch gewöhnen. Die fehlende Nähe soll durch einen täglichen persönlichen Austausch von Kontaktpersonen einigermaßen kompensiert werden, der mitunter wichtige Flurfunk allerdings ist für voraussichtlich fünf Jahre vorübergehend unterbrochen.

Was aber im Umkehrschluss nicht heißt, dass es die Straftäter künftig einfacher haben, unentdeckt zu bleiben. Die Schlagkraft der Kripo Eckernförde wird unter dem Umzug in ein eigenes Gebäude sicher nicht leiden.

 

 

>Die Kriminalpolizeistelle Eckernförde, Schleswiger Straße 19, ist montags bis freitags von 7.30 bis 16 Uhr unter der neuen Rufnummer 04351/89212-600 erreichbar (in der übrigen Zeit über das rund um die Uhr besetzte Revier, Tel. 9080-0, oder Notruf 110), die Mailadresse der Kripo: eckernfoerde.kpst@polizei.landsh.de

 

 

 

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erstellt am 14.Feb.2015 | 06:43 Uhr

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