Kripo ins finanzamt : Kriminalistischer Spürsinn statt fiskalische Berechnungen

Das Finanzamt Eckernförde-Schleswig hat die Nebenstelle geräumt, ab Ende 2014 soll dort die Kriminalpolizei einziehen. Fotos: Kühl
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Das Finanzamt Eckernförde-Schleswig hat die Nebenstelle geräumt, ab Ende 2014 soll dort die Kriminalpolizei einziehen. Fotos: Kühl

Die Kriminalpolizei soll in die leergezogene Nebenstelle des Finanzamts in die Schleswiger Straße ziehen – vielleicht für nur fünf Jahre.

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01. Juli 2014, 06:40 Uhr

Das Finanzministerium schließt den Hauptsitz des Finanzamtes Eckernförde-Schleswig in Eckernförde (wir berichteten). Sollte sich an den Plänen nichts mehr ändern, wird die Finanzbehörde in Eckernförde 2020 bis auf eine kleine Anlauf- und Abgabestelle an einem noch unbestimmten Ort aufgelöst. Das sieht die Steuerverwaltungsreform 2020 der Landesregierung so vor. Für die Bürger aus dem Altkreis Eckernförde werden dann die Finanzämter in Schleswig und Rendsburg zuständig sein. Sämtliche Bemühungen und Proteste der Stadtvertreter, Kommunalpolitiker und Bürger, diesen im Ostseebad mit Entrüstung und Unverständnis aufgenommenen Beschluss der Landesregierung doch noch abzuwenden, waren gescheitert.

Jetzt werden die ersten Folgen dieses Beschlusses spürbar: Mitte Juni hat das Land in einem ersten Schritt die Nebenstelle des Finanzamtes Eckernförde-Schleswig in der Schleswiger Straße 19 geschlossen. Die Finanzbeamten sind an andere Standorte versetzt worden. Die Steuerbürger werden per Aushang darüber informiert, dass jetzt die Hauptstelle in der Bergstraße 50 sowie die Außenstelle Schleswig für die dort zu erledigenden Aufgaben zuständig sind.

Damit wird jetzt in der Schleswiger Straße konkret, was in sechs Jahren auch auf das imposante Finanzgebäude in der Bergstraße 50 zukommt: die Nachnutzung. Beides ansehnliche Backsteinhäuser, das ehemalige Alte Seminar in der Bergstraße ist jedoch eines von überragender architektonischer und städtebaulicher Bedeutung für Eckernförde und ein Markenzeichen für Borby, das vom Land in Zusammenarbeit mit der Stadt mit besonderer Umsicht neu zu nutzen oder zu vergeben ist.

Die Weichenstellung für die Nebenstelle des Haupt-Finanzamtes sind indes gestellt. „Die Liegenschaft wird derzeit für die Nutzung durch die Kriminalpolizei Eckernförde hergerichtet“, teilte das Finanzministerium auf Anfrage unserer Zeitung mit. Sicherheitsmaßnahmen und Umbauten seien erforderlich. Die Herrichtung soll nach Ministeriumsangaben bis Ende 2014 erfolgen, danach können die 20 Kripo-Beamten ihren neuen Dienstsitz in der Schleswiger Straße beziehen.

Bislang ist die Kripo zusammen mit der Schutzpolizei im Polizeigebäude in der Gerichtsstraße untergebracht. Seit längerem sucht die Polizei neue und größere Räumlichkeiten. Unter anderem war die leerstehende Willers-Jessen-Schule eine Option, die aber verworfen wurde. Gut möglich, dass die Schleswiger Straße nur eine Zwischenstation auf dem gemeinsamen Weg in die Bergstraße ist.

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