zur Navigation springen

„Deutschland“ besucht Eckernförde : Kreuzfahrthafen mit persönlicher Note

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gut 500 Passagiere der „Deutschland“ sind im Binnenhafen empfangen worden. Der Shanty-Chor stand bereit und es gab Stadtführungen.

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 06:02 Uhr

Eckernförde | Bremerhaven, Visby auf Gotland, Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, Tallinn, Riga, Danzig, Sassnitz – und Eckernförde. Der Name des kleinen Ostseebades macht sich gut zwischen diesen teilweise illustren Namen internationaler Kreuzfahrthäfen an der Ostsee. Und es kommt noch besser: Eckernförde scheint bei den Passagieren hoch im Kurs zu stehen, wie eine kleine Umfrage gestern Vormittag im Binnenhafen ergab. Viele schätzen schon den Blick von Bord der „Deutschland“, die vor dem Strand auf Reede liegt, auf den Strand, den Hafen und die Innenstadt. Wenn das Wetter, wie gestern, mitspielt, wird die Vorfreude auf den Landgang noch stärker.

Mit Tenderbooten ließen sich die gut 500 Passagiere des Luxusliners „Deutschland“ in den Binnenhafen fahren, vorbei an Großseglern, Fischerbooten und die aufgeklappte Holzbrücke. Dort wartete schon der Shanty-Chor Schleswig auf die Besucher und legte los, sobald die Gruppen festen Boden unter den Füßen hatten. Seemannslieder rauf und runter, voller Inbrunst gesungen: „Es trinken die Matrosen von allen Spirituosen am liebsten Rum, fallera, Rum aus Jamaika“. Die Schleswiger haben den Bogen raus, sind gut bei Stimme und kommen bei den meist etwas älteren Passagieren aus meeresfernen Regionen sehr gut an. Ihr Repertoire ist riesig, und sie wissen, wie man mit „Landratten“ umgeht. Dem Shanty-Chor gehören auch vier Eckernförder an, die die Schlei-Combo stimmlich bereichern.

Direkt daneben verteilten Sabrina Bock und Wolfgang Kromat von der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH Flyer, und auch die Stadtführer brauchten nicht lange zu warten, um einen Pulk interessierter Kreuzfahrtteilnehmer durch die Straßen und Gassen der Stadt zu lotsen.

Dass Kreuzfahrten nicht nur etwas für ältere Menschen ist, beweist Familie Hinsche aus Düsseldorf. Florentine (17) und Isabelle (20) sind mit ihren Eltern Caroline und Stephan unterwegs und haben ihre erste Kreuzfahrt, die heute in Bremerhaven endet, sichtlich genossen. Kaum in Eckernförde abgekommen, zog es Familie Hinsche gleich zum Strand, der schon von Bord einen verlockenden Eindruck bei ihr hinterlassen hat. „Das ist der erste Strand auf der Tour“, sagt Vater Stephan, der Eckernförde wie auch seine Frau und die beiden Töchter „sehr sympathisch“ fand und gleich vom „richtig norddeutschen Flair“ angetan war. Faszinierend sei die Kreuzfahrt gewesen, sagt Florentine, und „auch für junge Menschen cool“, etwa „eine Handvoll“ seien an Bord. Die täglichen Ausflüge seien zwar auch mal „stressig“, aber an Bord lässt sich viel erleben und unternehmen, und die erhöhte Kalorienzufuhr durch das gute Essen kann im Fitnessstudio oder im Pool mit Meerwasser wieder abtrainiert werden. „Die vielen Verführungen fordern tägliche Bewegung“, meint die junge Düsseldorferin. „Langweilig wird einem nie“, sagt ihre Schwester Isabelle. Ein außergewöhnliches Erlebnis sei am Montagabend die Küchenparty gewesen, die die Crew für die Passagiere veranstaltet hat – Rock’n’Roll zwischen Kochtöpfen und Backofen. „So etwas haben wir noch nie erlebt, wir haben das Boot gerockt“, sagt Stephan Hinsche.

Was man getrost glauben darf. Schließlich hat schon das erfolgreiche deutsche Olympia-Team 2012 auf der Fahrt von London nach Hamburg bewiesen, dass sich auf der „Deutschland“ ausgelassen feiern lässt.

Nach fünfstündigem Aufenthalt lichtete das frühere ZDF-Traumschiff um 13 Uhr wieder die Anker.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen