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Anwohnerin ist genervt : Kreisstraße 86: Selbst in den Kurven wird gerast

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anwohnerin Kerstin Wagner fordert Geschwindigkeitsbegrenzung

von
erstellt am 10.Sep.2015 | 06:50 Uhr

Mit dem Auto von der Hofauffahrt auf die Straße abzubiegen ist für Kerstin Wagner ein Glücksspiel, Fußgänger, Radfahrer und Reiter leben erst recht gefährlich, wenn sie an der Kreisstraße 86 entlang müssten. Seit 2012 ist die Brekendorferin engagiert, um eine Entschärfung die Verkehrssituation auf der Fleckebyer Landstraße beziehungsweise der Kreisstraße zu bewirken. Anlass dafür war damals das Planfeststellungsverfahren zum neuen Kiesabbaugebiet nördlich Brekendorfs. Sie befürchtete, der Schwerlastverkehr vor ihrer Haustür würde zunehmen. „Die Straße ist teilweise keine fünf Meter breit“, sagt sie und findet deutliche Worte: „Die Straße ist eine Vollkatastrophe.“ Dennoch gilt streckenweise Tempo 100. Im August 2013 ereignete sich auf der Strecke ein tödlicher Verkehrsunfall.

Ihr reger Briefwechsel mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde ist aber nicht ganz wirkungslos geblieben. Zunächst riet man ihr seitens des Kreises, den Bewuchs vor der Ortsdurchfahrt Wolfskrug zurückzuschneiden, um eine bessere Einsicht zu bekommen. Vor rund einem Jahr aber wurde dann an drei Stellen, an Kreuzungen und im Kurvenbereich ein Tempo-60-Schild aufgestellt. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung gilt aber immer nur begrenzt an der jeweiligen Gefahrenstelle. Nach der Kurve oder der Einmündung kann wieder beschleunigt werden. Für Kerstin Wagner ist das daher nicht genug. Sie wünscht sich ein lückenloses Tempolimit auf der K  86. Eine Straßenbreite von nur 4,70 Meter, in Verbindung mit schlechter Einsicht in den Straßenverlaufs sei nach Auffassung Wagners Anlass genug, eine Geschwindigkeitsbegrenzung umzusetzen. Es gebe weder Banketten noch Fuß- und Radweg. „Schließlich ist die K  86 der Hauptverbindungsweg zwischen der Autobahn und der Schlei“, betont sie. Viele Camper und landwirtschaftliche Fahrzeuge würden die Straße befahren.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat das Anliegen Kerstin Wagners an den Straßenbaulastträger, den Landesbetrieb für Straßenbau weitergeleitet und um eine Stellungnahme geben. Andreas Brück von der Kreisverwaltung kennt die Straße und spricht angesichts des kurvenreichen Verlaufs auch von „Allgäuer Verhältnissen.“ Aber so ohne Weiteres könne er die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht anordnen. Schnell könnte dies Begehrlichkeiten anderer Gemeinden wecken. In Rücksprache mit der Polizeidirektion Neumünster und nach Ortsterminen konnte man sich aber nicht auf eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der gesamten Strecke verständigen.

Auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung verweist Brück auf die Straßenverkehrsordnung, nach der Autofahrer ihre Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen hätten. Brück betont auch, dass der LBV anerkannt hätte, dass nach heutigen Richtlinien bei einem Neubau der Straße ein breiterer Querschnitt gewählt werden müsste. Matthias Paraknewitz, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßenbau in Rendsburg, sagte aber gegenüber der EZ, dass das Maß der Straße keinen Anhalt über die dort erlaubte Geschwindigkeit gebe. Man müsse immer eine Einzelfallbetrachtung vornehmen.

Auch Bürgermeister Gerhard Guthardt hält ein Radweg für unbedingt erforderlich. „Mit dem Thema befassen wir uns schon seit über 20 Jahren“, so Guthardt. Erst vor zwei, drei Jahren hätte die Gemeinde noch einmal gegenüber dem Kreis bestätigt, dass sie den Eigenanteil für den Radweg von rund 300  000 Euro aufbringen würde. „Bei seinem letzten Besuch im Amt hat uns der Landrat aber deutlich gemacht, dass für den Radweg derzeit keine Mittel zur Verfügung stehen“, berichtet Guthardt.

Kerstin Wagner wird nicht locker lassen und weiter auf eine Geschwindigkeitsreduzierung pochen. Sie bedauert, dass sie zu den Ortsterminen nicht eingeladen wurde. „Ich hätte mich gerne mit denen unterhalten“, sagt sie.

 

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