zur Navigation springen

Antrag abgelehnt : Kreis will keinen Kälberstall in Hütten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nachbarn von Manfred Möller-Boldt atmen auf: Bauaufsicht hat Zweifel an der Privilegierung

von
erstellt am 13.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Die Klageschrift kann Hendrik Walliser ebenso getrost in der Schublade lassen, wie den Auftrag für einen Gutachter. Walliser hatte zuletzt fest damit gerechnet, dass das Kreisbauamt dem Antrag seines Nachbarn Manfred Möller-Boldt, einen Kälberstall im Dorf zu errichten, zustimmt. Doch gestern teilte die Fachdienstleiterin der Bauaufsicht, Dr. Britta Siefken, unserer Zeitung mit, dass der Antrag abgelehnt wurde. Ein entsprechendes Schreiben sei bereits am Freitag Möller-Boldt zugestellt worden. Dieser habe nun vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen.

Manfred Möller-Boldt beabsichtigte auf einer rund 1600 Quadratmeter großen Fläche an der Kreisstraße 55 einen „Kälberstall mit Lagerhalle“ zu errichten. Der Landwirt selber sprach von rund 130 Tieren, die dort untergebracht werden sollten. Gebaut werden sollte auch eine Güllelagune mit einer Kapazität von rund 3500 Kubikmetern

„Ich bin sehr erleichtert über die Entscheidung des Kreises“, sagte Hendrik Walliser gegenüber der EZ. Gemeinsam mit anderen Hüttener Bürgern hatte er Informationen gesammelt, um das Bauvorhaben direkt vor seiner Tür abzuwenden. Unter anderem hatten sie Akteneinsicht beim Kreis beantragt, zuletzt sogar eine Fachaufsichtsbeschwerde beim Innenministerium eingereicht, mit der Bitte, das Genehmigungsverfahren fachlich zu überprüfen.

„Unser Einsatz hat sich gelohnt“, sagte auch Peter Nass, der in unmittelbarer Nähe zu dem Stall gewohnt hätte. „Ich rechne aber damit, dass Manfred Möller-Boldt alle Möglichkeiten ausschöpfen wird“.

Britta Siefken bestätigte, dass das Innenministerium hinzugezogen wurde, da das Verfahren sehr sensibel und umfangreich sei. „Die von Möller-Boldt eingereihten Unterlagen sind einfach unvollständig und fehlerhaft gewesen“, behauptet Walliser. Auch an den vorgelegten Gutachten in puncto Emissionsbelastung hatte er so seine Zweifel.

In seiner Begründung beruft sich das Kreisbauamt vor allem auf die Privilegierung. „Diese konnte nicht schlüssig nachgewiesen werden“, so Britta Siefken. Angemahnt werde die Futtergrundlage. Bei einem privilegierten Viehbetrieb müsse das Futter überwiegend auf den zum landwirtschaftlichen Betrieb gehörenden Flächen erzeugt werden. Dies ginge jedoch aus den derzeitigen Unterlagen nicht hervor, so Britta Siefken.

Gegen den Standort spreche jedoch nichts, so die Bauamtsleiterin. Die Untere Naturschutzbehörde habe einen pflegerischen Begleitplan erstellt und keine Bedenken gehabt.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen