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Kulturbus : Kreis tritt auf die Bremse: Kein Startschuss für Kulturbus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ausschuss lobt Pilotprojekt des Amtes Hüttener Berge – finanzieller Zuschuss aber unwahrscheinlich

von
erstellt am 04.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Enttäuscht sei er gewesen, sagte Andreas Betz über den Verlauf der Diskussion im Regionalentwickungsausschuss des Kreistags in dieser Woche. Der Direktor des Amtes Hüttener Berge werde aber weiterhin dafür werben, dass das Mobilitätskonzept, das im Rahmen der Zukunftsstrategie Daseinsvorsorge von Ehrenamtlern entworfen wurde, kein Papiertiger bleibt.

Mit dem Pilotprojekt „Kulturbus“ will das Amt Hüttener den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Hüttener Bergen ausbauen und den ländlichen Raum attraktiver gestalten. Voraussetzung: der Kreis, als Träger des ÖPNV, beteiligt sich finanziell mit rund 37 000 Euro an diesem Projekt.

Zu einem klaren Votum wollte sich der Ausschuss aber noch nicht hinreißen lassen. Der Antrag des Amtes Hüttener Berge auf Bezuschussung eines Kulturbusses soll zunächst in den Fraktionen beraten werden. Allerdings, so teilte der Vorsitzende Tim Albrecht (CDU) der Eckernförder Zeitung mit, sei man doch skeptisch, ob der Kreis dafür finanzielle Mittel bereit halten könne. Aber: „Es ist sehr lobenswert, wie sich das Amt Hüttener Berge um die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum kümmert“, so Albrecht weiter.

Eine Bedarfsanalyse in den Gemeinden des Amtes Hüttener Berge, die Meinung der Bürger in den 25 Workshops und zuletzt die Aussagen der Jugendkonferenz auf dem Aschberg waren eindeutig: Damit der ländliche Raum attraktiv bleibt, muss beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dringend nachgebessert werden. Vor allem die Anbindung an die Städte Rendsburg und Eckernförde, gerade in den Abendstunden wird als sehr schlecht bewertet. Im Rahmen ihrer Zukunftsstrategie Daseinsvorsorge hat das Amt Hüttener Berge eine Arbeitsgruppe Mobilität gegründet und in Abstimmung mit der Autokraft ein Konzept für die Verbesserung des ÖPNV erarbeitet.

Die Kundengruppen des Kulturbusses sollten „Best Ager“ sein, die zum Essen oder ins Kino in die Städte fahren, außerdem Discogänger unter 18 und über 18 Jahre. Die überzeugendste Variante setzt auf zwei parallele Touren an den Sonnabenden von Rendsburg nach Eckernförde zum ZOB und zum „K7“ über die Dörfer der Hüttener Berge und wieder zurück. Auch weit nach Mitternacht sind Fahrten möglich. Beispielsweise startet bei einer Route der Bus um Mitternacht am K7, fährt über Groß Wittensee, Klein Wittensee, Holzbunge, Bistensee, Ascheffel, Hütten und Osterby und ist um 2.47 Uhr wieder an der Diskothek, um dann um 3 Uhr erneut durchzustarten.

Dabei soll der Kreis die Kosten für die zusätzlichen Verbindungen keineswegs alleine tragen. „Das Amt hat Eigenmittel eingeworben“, betont Andreas Betz. 3500 Euro kommen von den amtsangehörigen Gemeinden und 6500 Euro von der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH sowie Eckernförder Gastronomiebetrieben. „Das Pilotprojekt ist zunächst auf sechs Monate angelegt“, so Betz. Ausgehend von 100 Nutzern pro Abend und 28 Sonnabenden würden Einnahmen von knapp 10 000 Euro erzielt werden. Doch auf diese Kalkulation will sich der Regionalentwicklungsausschuss nicht verlassen. Es sei fraglich, ob der Bus nachher wirklich wie geplant genutzt wird, so Albrecht. „Das könnte eine Kostenexplosion auslösen“, befürchtet der Vorsitzende ein Fass ohne Boden.

„Ich werde der Arbeitsgemeinschaft und dem Amtsausschuss den derzeitigen Stand mitteilen“, sagt Betz angesichts des eher ernüchternden Stimmungsbildes im Kreis. Er hoffe aber zumindest, dass die Arbeit in der AG nicht umsonst gewesen ist und dass das Gremium weiterarbeiten kann. Aber eins sei klat: Ohne Zuschuss wäre das Projekt Kulturbus schon vor der ersten Tour gestorben.

 

 

 

 

 

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