Kreative Vielfalt sorgt für gute Zahlen

Bibliothekarin Marie-Therese Fritzen-Einfeldt (l.) und Praktikantin Elena Karpa mit der neuen, Geschichten erzählenden „Tonibox“. Fotos: Kühl
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Bibliothekarin Marie-Therese Fritzen-Einfeldt (l.) und Praktikantin Elena Karpa mit der neuen, Geschichten erzählenden „Tonibox“. Fotos: Kühl

Stadtbücherei verzeichnet nach fünf rückläufigen Jahren wieder ein leichtes Plus bei den Ausleihzahlen / „Onleihe“ boomt

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31. Januar 2018, 06:22 Uhr

Die neueste Errungenschaft der Stadtbücherei Eckernförde ist klein, rot und würfelförmig. „Tonibox“ heißt das Medium, das Geschichten erzählt, sobald man eine kleine Figur darauf setzt. Das kann ein kleiner Löwe sein, der nicht lesen kann, oder „Kreativ-Toni“ – ein kleiner Krieger, der den Nutzer dazu auffordert, selbst Geschichten aufzusprechen, um diese sich selbst und anderen vorzuspielen. Ein Muster steht bereit, drei „Toniboxen“ sind bestellt, wegen der hohen Nachfrage aber derzeit vergriffen.

Das Team der Stadtbücherei um Leiter Hans-Jürgen Simon ist medial auf dem neuesten Stand und bietet allen interessierten Lesern für einen Jahresbeitrag von 16 Euro einen attraktiven Mix aus Büchern, eBooks, Spielen, Hörbüchern, DVDs, zahlreichen Mitmachangeboten einschließlich der dazugehörigen Hardware wie dem bestellten, Geschichten erzählenden Würfel, der im Handel 80 Euro kostet. Die Ausleihe von gedruckten und immer mehr auch digitalisierten Büchern ist und bleibt das Kerngeschäft der Stadtbücherei, und das mit einem neuen Aufwärtstrend. Nach fünf Jahren in Folge mit leichten Rückgängen sind die Ausleihzahlen 2017 wieder um 0,4 Prozent auf 185 000 angestiegen, freut sich Bibliothekar Hans-Jürgen Simon. Den größten Anteil daran hat der digitalisierte Verbund „Onleihe zwischen den Meeren“ mit einer Zuwachsrate von 30,8 Prozent. In absoluten Zahlen sind dies 19 000 Bücher, die auf elektronischem Weg für zwei Wochen ausgeliehen worden sind. Mit dem Plus bei der Onleihe liegt Eckernförde übrigens weit über dem Landesdurchschnitt von + 18 Prozent. „Dieser Zuwachs hat uns selbst überrascht“, sagt Simon. Er führt das auf das starke Engagement der Stadtbücherei bei den „eBook-Sprechstunden“ zurück, in denen den Nutzern der Umgang mit den digitalisierten Büchern vermittelt wird – kostenfrei. Es greifen immer mehr ältere Nutzer zum eBook, hat Simon beobachtet. Die klassische Buchausleihe war mit -1 Prozent weiter leicht rückläufig, das gilt vor allem für Romane und Zeitschriften. Bei Kinder- und Sachbüchern hingegen meldet die Stadtbücherei steigende Ausleihzahlen. Der Bestand der Stadtbücherei umfasst über den landesweiten Onleihe-Verbund rund 34 000 Titel, etwas weniger als die 36 000 Medien, die den Nutzern der Bücherei am Exer zur Verfügung stehen. Darunter auch Hörbücher, die ebenfalls digital ausgeliehen und per Streaming zur Verfügung gestellt werden können.

Die Besucherzahl in der Stadtbücherei ist um 2,8 Prozent auf 69000 zurückgegangen, was in erster Linie dem Onleihe-Zuwachs sowie dem wegen der Attika-Sanierung gesperrten Lesesaal geschuldet ist. 4149 aktive Nutzer (+1,9 Prozent) nehmen die literarische Angebotsvielfalt vom Kleinkind bis zum Senior wahr, bei den Kindern unter 12 Jahren verzeichnete die Stadtbücherei 2017 sogar einen Zuwachs von 5,1 Prozent. Mit 1090 Neuanmeldungen (+ 3 Prozent) gab es im zweiten Jahr in Folge einen Zuwachs von mehr als 1000 Lesern. Und langsam scheint sich das gute Angebot auch bei den Ostseecard-Lesern herumzusprechen: Allein bei den Urlaubern gab es ein Wachstum um 40 Prozent, „aber auf bescheidenem Niveau“, wie Simon anmerkt.

Auch das freie Internet wird gut angenommen, 2017 nutzten dies 6623 Personen, das entspricht 27 „Surfern“ pro Ausleihtag – ein kostenfreies Angebot für alle, sogar der Drucker kann für 0,10 Euro pro Seite genutzt werden.

Die Stadtbücherei hat neuerdings auch wieder mittwochs geöffnet, um wieder am Markttag präsent zu sein. Dafür ist montags geschlossen. Mittwochs und jetzt auch sonnabends ist von 10 bis 14 Uhr geöffnet, dienstags, donnerstags und freitags durchgehend bis 18.30 Uhr. Trotz der um drei Stunden reduzierten Öffnungszeit (jetzt 32,5 Stunden) sieht Simon darin eine publikumsfreundlichere Lösung. Neu ist zudem die Telefonnummer der Bücherei, die ab sofort unter 04351/667260 zu erreichen ist.

Es werden ständig neue Angebote entwickelt, viele davon für Kinder. Projekte wie Kleine Lesemäuse, Bilderbuchkino, Vorlesestunden und Kamisibai (Bilderbuchtheater mit Texten)oder Spielnachmittage bieten schon dem ganz jungen Lesenachwuchs kreative Unterhaltungs- und Mitmachangebote, mit stetig steigender Nachfrage.

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