mathe-olympiade : Kräftemessen der Rechen-Genies

Hochkonzentriert brüten die Schüler über den kniffligen Aufgaben des Rechen-Wettbewerbs.
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Hochkonzentriert brüten die Schüler über den kniffligen Aufgaben des Rechen-Wettbewerbs.

Mehr als nur Wurzelziehen: Bei der Mathe-Olympiade sind logisches Denken und Kreativität gefragt. 60 Schüler traten jetzt beim Kreisentscheid der in der Jungmannschule an.

shz.de von
13. November 2013, 19:04 Uhr

Es ist mucksmäuschenstill im Klassenraum. Kein Stiftegeklapper, kein Papierrascheln, kein Räuspern zerreißt die Stille. Alle sind hochkonzentriert. Manch angespanntes Gesicht ist zu sehen, ein Junge starrt an die Decke, seine Nachbarin aus dem Fenster. Hinten links in der Ecke rauft sich ein Mädchen die Haare. Eine typische Klausur-Situation und doch ist diese Prüfung alles andere als alltäglich. 60 Schüler von insgesamt acht Schulen haben sich für die Kreisrunde der diesjährigen Mathematik-Olympiade qualifiziert. Sie brüteten am Mittwochvormittag in der Jungmannschule über ihren kniffligen Aufgaben.

„Unglaublich, dass das Schüler der 5. und 6. Klassen sind. Diese Altersgruppe ist sonst immer extrem quirlig“, sagte Ralf Janssen, Kreisbeauftragter der Mathe-Olympiade und Lehrer an der Schule. Dabei blickt er anerkennend in die Runde. Drei Aufgaben, die der Klassenstufe angepasst waren, mussten alle Teilnehmer lösen. „Eine davon ist sehr schwierig, zwei gut lösbar“, so Janssen.


Riesen-Abenteuer statt öde Gleichungen


Wer denkt, der Wettbewerb sei nicht mehr als komplizierte Gleichungen lösen und Wurzeln ziehen, der irrt. Stattdessen geht es um Logisches Denken, Problem-Lösung und Strategie-Entwicklung. „Manche Lösungswege sind extrem interessant und neuartig“, erzählte Janssen, der dem Wettbewerb eine schulübergreifende Bedeutung beimisst. „Die Matheolympiade hat Tradition und findet bereits zum 53. Mal statt.“ Wer hier gewinne, habe etwas zum Vorzeigen – auch bei späteren Bewerbungen. Die Regeln sind klar definiert. Aufgaben und Lösungen werden vom Deutschen Verband für Mathematik-Olympiaden enwickelt, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Korrekteure werden in Wochenendseminaren geschult, um fair und einheitlich zu bewerten.

„Das Ganze ist ein Riesen-Abenteuer und die Kinder sind hochmotiviert“, so der Mathelehrer. Zwar gebe es hier wahre Überflieger, die Lösungen sofort erkennen könnten – doch das sei nicht alles, worauf es ankomme. Janssen: „Die Lösungswege müssen nachvollziehbar sein und ordentlich aufgeschrieben werden.“


Traumergebnis für Jungmannschüler


Am Ende entscheidet ein achtköpfiges Lehrerteam über Sieg und Weiterkommen. Zehn der Teilnehmer dürfen in die nächste Runde und treten am 22. und 23. Februar in Lübeck zur Landesmeisterschaft an. „Dort finden sich so brilliante Ideen, dass die Korrekturen sehr schwierig werden und nicht mehr von jedem Lehrer vorgenommen werden können“, verriet Jannsen. Die Teilnehmer würden vorab sogar von Uni-Professoren vorbereitet werden. Angst vor Konkurrenz hat Ralf Janssen deswegen nicht. „Ich freue mich über den Erfolg. Es ist doch toll, wenn Schüler, die bei dir gelernt haben, so weit kommen.“

Weit gekommen sind am Ende auch Jonna Behrendt (5. Klasse), Jana Kähler (9. Klasse) und Lars Niedorf (Oberstufe). Die drei Jungmannschüler konnten sich für den Landesentscheid in Lübeck qualifizieren. Für eine kleine Sensation sorgte Lars Niedorf: Der Oberstufenschüler hatte mit 30 von 30 Punkten ein Traumergebnis erzielt.

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