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Wirtschaft regional : Koreaner besuchen den Kleinen Feigling

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Reisegruppe aus Geschäftsführern und Betriebsinhabern informiert sich über Spirituosenhersteller Behn in Eckernförde / Gestern 122. Geburtstag der Firma

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Stockholm, Oslo, Kopenhagen, Eckernförde – so sieht die Reiseroute einer Gruppe von Geschäftsführern und Inhabern mittelständischer Betriebe aus der Region um die südkoreanische Hauptstadt Seoul aus, die gestern im Ostseebad ankam. Die Intention ihrer Studienreise durch Nordeuropa: die Struktur alt eingesessener Betriebe kennenlernen und deren Umgang mit der Weitergabe an die nächste Generation erfahren – in Südkorea stehen zurzeit viele Unternehmen vor einem Generationswechsel.

Warum ausgerechnet die Firma Behn für einen Besuch ausgewählt wurde, hat einen persönlichen Grund: Die Studienreise wird von einem Wirtschaftsmagazin in Seoul veranstaltet. Einer seiner Manager begleitet die Gruppe und hat Verbindungen nach Eckernförde: Seine Frau ist die Schwester von Sun-Joo Zahn, die mit ihrem Mann Walter in Eckernförde lebt. Beide haben lange eine Gastronomie geführt, zuletzt das „Fofftein“ im Jungfernstieg – mit Behn als zuverlässigem Partner. „Das Ganze ging über den kurzen Dienstweg“, erklärt Walter Zahn, dessen Schwippschwager so gern die Familie in Deutschland besuchen wollte. Also wurde eine Übernachtung auf dem Weg von Kopenhagen nach Norderstedt bei Hamburg in Eckernförde in die Route eingeplant.

Für Waldemar Behn war der Tag noch aus einem anderen Grund ein besonderer: Gestern vor genau 122 Jahren wurde das Familienunternehmen gegründet und befindet sich seither in Familienhand. Seit 30 Jahren führen er und sein Bruder Rüdiger die Firma in der vierten Generation. Sie produziert unter anderem die Marken Kleiner Feigling und Danzka Wodka. Ihre Geschichte erfuhren die Besucher von Waldemar Behn aus erster Hand. Zum Beispiel, dass es neben dem Getränkefachgroßhandel und der Spirituosenherstellung noch die Firma Nannerl in Salzburg gibt. Sie dient als Importeur für Spirituosen in Österreich und als Produzent von Nahrungsmitteln. Von den 2500 Getränkegroßhandeln in Deutschland mischt Behn unter den ersten 250 mit.

Doch wie sieht es aus mit der Weitergabe an die nächste Generation? „Bei der Weitergabe von unserem Vater an uns hat es funktioniert. Mein Bruder und ich verstehen uns“, so Behn. An der Herausforderung, das Unternehmen an die eigenen Kinder der beiden Brüder weiterzugeben, werde gearbeitet. Ein interessanter Nachmittag für die Besucher, die abends in der Taverne Rhodos von Sun-Joo Zahn verköstigt wurden – mit frischem Fisch und eingelegtem Chinakohl nach koreanischer Art.

Heute Vormittag hört sich die Delegation noch im Rathaus einen Vortrag von Michael Packschies, Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt, über die ökologische Stadtentwicklung Eckernfördes an, bevor es für sie weitergeht.

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