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Musikerlebnis : Konzerterlebnis dank Gefühl und Können

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bluesduo Schroeter & Breitfelder gastiert mit Tim Engel und Tim Lothar im Eivind-Berggraf-Zentrum

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2016 | 18:38 Uhr

Altenholtz | „Was richtig gut, das ewig währt.“’ So oder ähnlich könnte man ein Sprichwort verdrehen und neu drechseln: Altenholzer Kulturkreis und Publikum im Eivind-Berggraf-Zentrum waren in den vergangenen Jahren so begeistert vom Bluesduo Schroeter & Breitfelder, dass es seit 2012 jedes Jahr nach Stift eingeladen wird. Am Freitag war es wieder so weit. Mit bewährter Verstärkung durch Tim Engel an den Drums, aber noch einem vierten Mann auf der Bühne – Special Guest Tim Lothar aus Dänemark (Gitarre, Gesang) – ging es in die Stifter Veranstaltungssaison 2016.

Georg Schroeter (Piano) und Marc Breitfelder (Mundharmonika), die 2011 die Internationale Blues Challenge in Memphis/Tennessee gewonnen haben. Ihr Repertoire allerdings breit, genreübergreifende Ausreißer machen ihnen und dem Publikum Spaß. Tim Lothar, zweimal Semifinalist in Memphis und ebenfalls mehrfach ausgezeichneter Solo-Künstler, begann seine Musikkarriere zunächst als Schlagzeuger in einer Bluesband. Inspiriert durch einen Freund, wechselte er nach 25 Jahren zur Gitarre. Er begann, seine eigenen Stücke zu schreiben und als Singer/Songwriter Geschichten aus dem normalen Leben zu erzählen.

Angekündigt werden die Vier mit einem Zitat aus Don Camillo und Peppone: „Lieber Gott, halt dich fest, jetzt geht’s rund.“ Denn dafür sind Schroeter & Breitfelder bekannt – aus Songs mit ihrer bestechenden Virtuosität ganz besondere Juwelen zu kreieren. Und dafür, dass sie das gerne zusammen mit anderen Musikerkollegen tun. Tim Lothar eröffnet den Abend mit dem Catfish Blues; seine starke Stimme, sein Gitarrenspiel entwickeln Sog und Strömung, in die die anderen sich einklinken, um zusammen durch Stromschnellen zu gehen und neue Strudel zu erzeugen. Die Maschine wird in Gang gehalten, die Betriebstemperatur ist längst erreicht, nächstes Stück: Georg Schroeters Klavier perlt und leuchtet, seine unverwechselbare Stimme trägt federleicht, Marc Breitfelders Mundharmonika dreht schon mal probeweise durch, Tim Engel, das Bordesholmer Präzisionsuhrwerk, hält alle auf Kurs. Genial.

Dann wird es ruhig. Lothars Version von Hank Williams’ „Lonesome Whistle Blow“ berührt. Wunderschön wie am ersten Tag bauen Schroeter, Breitfelder, Engel und Lothar auch in „Long as I can see the Light“ von Creedence Clearwater Revival Sehnsucht auf – mit diesen paar Noten. Das Publikum reagiert auf alles, was da vorne passiert: Mit totaler Stille, begeistertem Applaus. Die Lunte ist lange gezündet, der Funke übergesprungen, die Wunderkerze brennt den ganzen Abend; diese Sehnsucht, die Schroeters fantastisches Klavierspiel erzeugt, die Leidenschaft, die durch solche Mundharmonikaklänge heraufbeschwört wird, die Ehrlichkeit, mit der Lothar meint, was er singt, die Taktung, die ein Engel am Schlagzeug lässig vorgibt.

Es ist immer wieder faszinierend, wie Profimusiker miteinander harmonieren – da wird vorher nicht geprobt: Da gibt man eine Tonart vor, spielt einen Takt, los geht’s. Musikerohr, Musikerhände und Musikerherz wissen, was Sache ist. Als Lothars melancholisch tiefes Liebeslied „It’s only now“ zum Ende kommt, kann sich ein Zuhörer nicht mehr halten. Noch in die atemlose Stille ruft er: „Superschön!“ Und damit kann man den ganzen Abend zusammenfassen. Und danke, Kulturkreis Altenholz.“


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