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Dänischer Folk : Konzerterlebnis als Geschenk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Helene Blum und Harald Haugaard haben ein Konzert in der St.-Jürgen-Kirche gegeben. Etwa 250 Besucher genossen den besonderen Abend.

Gettorf | Und wieder war es Pastor Frank Boysen gelungen, ein hochkarätiges Konzert in der Gettorfer Konzertkirche zu organisieren: Helene Blum und Harald Haugaard gastierten mit der Carl Nielsen Folk Band, unterstützt von drei Musikern aus dem „Odense Simfonieorchester“ in St. Jürgen und brachten wahrlich Wärme in das zu dieser Jahreszeit recht kalte Gotteshaus.

Rund 250 Zuhörer jeden Alters waren gekommen, um die acht Musiker zu erleben, und sie wurden reich beschenkt. Blum und Haugaard gehören zu den besten Folk-Musikern dieser Zeit, sie durchbrechen in der Weihnachtszeit ihr übliches Repertoire und gehen mit befreundeten Musikern auf Weihnachtsreise, in diesem Jahr bereits zum neunten Mal.

Der dänische Komponist Carl Nielsen, dessen Geburt sich 2015 zum 150. Mal jährt, galt schon zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten skandinavischen Komponisten. Neben Symphonien, Opern und Kammermusik sind auch seine mehr als 300 Folksongs von Bedeutung, und so ist mit der Carl Nielsen Folk Band ein Ensemble entstanden, das es versteht Brücken zu schlagen zwischen Klassik und Folk.

Stücke von Carl Nielsen, auch Weihnachtslieder, Selbstkomponiertes von Haugaard und Blum, auch klassische Weihnachtsklänge und immer wieder schnelle Tanzrhythmen voller Lebensfreude – ein unglaublich vielseitiges Programm, welches die acht Ausnahmemusiker dem Publikum bescherten.

In der Pause kaufte sich Eike Langholz-Vogler, die mit ihrem Mann Gerd zum Konzert gekommen war, eine der angebotenen CDs von Harald Haugaard. „Wir haben ihn schon einmal in Eckernförde gehört und waren begeistert. Als ich die Konzertankündigung für Gettorf sah, war klar, dass wir hingehen“, sagte die Osdorferin strahlend.

Bei jedem Ton war zu hören, dass die Musiker das, was sie tun, wirklich lieben. Sie spielten nicht nur, sie lebten ihre Musik. Immer wieder gab es Soli der einzelnen Instrumente, aber auch Instrumente im Dialog. Sicherlich einer der Höhepunkte des Programms war ein Trompetensolo von Henrik Hou, Mitglied im Odense Simfonieorchester, in das dann Helene Blum mit reiner, klarer Stimme einstieg und erst auf Dänisch, dann auf Deutsch sang. Atemlose Stille, Gänsehaut bei den Zuhörern – niemand, den Blum nicht mit ihrer klaren, schnörkellosen Stimme verzauberte.

Das Quartett Nico Förster aus Düsseldorf, Beate Gottmann aus Kiel und Kerstin und Ralf Drews aus Tökendorf waren als Fans der Formation schon zu vielen Konzerten von Haugaard und Blum gewesen und waren doch immer wieder aufs Neue begeistert. „Diese Musiker sind längst mehr als ein Geheimtipp. Alles großartige Musiker, wir gehen zu allen Konzerten, die in der Nähe sind“, sagte Beate Gottmann.

„Ihr habt eine schöne Kirche, aber sie ist sehr kalt“ stellte Harald Haugaard fest, als er einige dänische Tanzstücke anmoderierte. „In Dänemark tanzen wir um den Weihnachtsbaum, ich kann das hier in der Kirche auch nur empfehlen.“ Und siehe da, der Funke sprang über, die Zuhörer wippten mit den Füßen, und ein Paar wagte tatsächlich eine Polka durchs Kirchenschiff – Lebensfreude pur. Tosender Schlussapplaus brandete nach dem letzten Stück, einem Friedenslied, auf. „Das brauchen wir in der heutigen Zeit alle“, so Haugaard.

Mit Standing Ovations forderte und bekam das Publikum eine Zugabe, nach der ein sichtlich bewegter Pastor Frank Boysen den Musikern dankte, ein kleines Präsent überreichte und mit Blick auf die Zuhörer feststellte: „Das sind Menschen, die sind beglückt, die habt ihr beschenkt.“

Mit dem Wunsch nach einer weiteren Zugabe nahm Boysen den Musikern das Versprechen ab, wieder nach Gettorf zu kommen.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 14:14 Uhr

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