Spieker : Konzerte mit Charakter

Mit seinen kleinen, aber feinen Veranstaltungen hat sich der Spieker von Claudia und Thomas Kunkowski schon einen Namen gemacht.
Mit seinen kleinen, aber feinen Veranstaltungen hat sich der Spieker von Claudia und Thomas Kunkowski schon einen Namen gemacht.

Der Spieker am Innenhafen setzt seit fast einem Jahr Akzente mit wöchentlichen Veranstaltungen in Wohnzimmeratmosphäre. Sogar aus Spanien kam jetzt eine Anfrage für einen Auftritt in dem Kolonialwarenladen.

shz.de von
30. Juni 2014, 05:28 Uhr

„Es ist immer etwas anderes, und meistens sind wir begeistert“, sagte Annette Filipiak im Anschluss an den gelungenen Abend im „Spieker“ , der unter dem Motto „The Lady Sings Love“ stand. Sie und ihre vier Bekannten gehören zu einer Reihe Gäste, die inzwischen bei keiner der regelmäßigen Veranstaltungen im Erdgeschossladen des ehemaligen Siemsen-Speichers am Hafen fehlen.

Dargeboten von Sängerin Sigrid Westphal, virtuos von Volker Linde an der elektrischen Gitarre und Joachim Roth am Kontrabass begleitet, lieferte Marcus Zell die Percussion dazu. Ob süße Träume, 50 gute Ratschläge oder einfach nur eine leere Keksdose – im Grunde ging es immer um die Liebe, mal romantisch, aber auch mit „desaströsen Texten“, so die Sängerin. Mit spontanen und humorvollen Ansagen zu den Liedern spielten sich die Bandmitglieder die Bälle zu und konnten das Publikum mit ihrem „Wohnzimmerkonzert“, so die Anspielung von Joachim Roth auf die gemütliche Atmosphäre im liebevoll gestalteten Spieker, begeistern. „Pop mit jazziger Atmosphäre“, beschreiben die Musiker ihr Repertoire, in dem auch Michael Jacksons „Billie Jean“ und Carly Simons „Nobody Does It Better“, Titelsong aus dem James Bond Film „Der Spion, der mich liebte“, wunderbar hineinpassten.

Veranstaltungen im Spieker gelten inzwischen als Geheimtipp nicht nur unter den Eckernfördern. Die Atmosphäre unter schweren Eichenbalken an hoher Decke, dabei sitzend auf harten platzsparenden Klappstühlen ist gewollt und hat ihren eigenen Charme nicht nur bei den Zuhörern, sondern auch bei Musikern und anderen Vortragskünstlern. Seit fast einem Jahr gibt es den dekorativen Einzelhandel „Spieker“ von Claudia und Thomas Kunkowski, der mit Künstlerbedarf und Bio-Tee sein Angebot auch um eine „Genuss-Ecke“ erweitert hat. Waren die Veranstaltungen, die erste war eine Lesung mit Jo Brauner, zu Beginn eher sporadisch, ist Thomas Kunkowski von der Resonanz durch Publikum und Künstler selbst überrascht. „Akquise für Veranstaltungen brauche ich nicht mehr zu betreiben, für Daniel Puente Encina demnächst in der zweiten Juli-Woche kam die Anfrage sogar aus Spanien“, freute sich Kunkowski, dessen Terminplanung inzwischen bis zum Jahresende geht.

Größen wie Tears for Beers, das Clasen-Köhler-Quartett, sogar Cellist David Shamban fühlten sich auf der kleinen Bühne, die sonst als Bistro-Ecke mit Hafenblick fungiert, wohl. „Jeder Künstler, der hier war, kommt gerne wieder“, weiß Kunkowski, der sich viel Zeit für die Betreuung nimmt und für Gage einen Spendenhut herumgehen lässt. Mit „Spiekers Corner“ bietet er jungen Talenten aus der Umgebung eine Plattform, sich zu präsentieren: „Gerade am Anfang haben die noch kein Programm für eineinhalb Stunden, aber im Wechsel mit anderen wird es dann immer ein gelungener Abend“.

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