Gedenkkonzert für Eckernförder Original : Konzert „Jimi Lachs lebt“

Die „Borbyants“ heizen den Gästen zum Abschluss richtig ein (v. l.). Uwe Vollertsen, Christian Pohlen, Gerhard Breier, Claudia Unzen und Michael Packschies.
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Die „Borbyants“ heizen den Gästen zum Abschluss richtig ein (v. l.). Uwe Vollertsen, Christian Pohlen, Gerhard Breier, Claudia Unzen und Michael Packschies.

Alte Weggefährten, Freunde und Familie feierten am Sonnabend eine große Party in der Siegfried-Werft. An dem Tag wäre Jimi Lachs (Dieter Thietje) 68. Jahre alt geworden.

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26. März 2018, 05:13 Uhr

Verrückt, schräg, nachdenklich, traurig, aber auf alle Fälle durch und durch musikalisch und eine Hommage an einen ganz besonderen Eckernförder – die Siegfried-Werft war am Sonnabend Ort einer ganz besonderen Feier. Zahlreiche Fotografien an den Wänden verrieten bereits beim Betreten, wem dieser Abend gewidmet war. Familie, Freunde und Fans trafen sich, um Jimi Lachs alias Dieter Thietje zu gedenken, der an diesem Tag nicht nur seinen 68. Geburtstag, sondern auch sein 50. Bühnenjubiläum gefeiert hätte. Das Urgestein Eckernfördes kam vor einem Jahr beim Angeln tragisch ums Leben. Organisatoren des Gedenkkonzerts waren Werner Marquardt, den mit Jimi seit seiner Jugend eine enge Freundschaft verband, Jimi’s Bruder Wolfgang Thietje sowie Uwe Vollertsen und Michael Packschies, zwei Bandkollegen der „Borbyants“, bei denen Jimi von 2002 bis 2004 als Sänger und Gitarrist mitrockte.

,,Bereits kurz nach Jimis Beerdigung war uns klar, dass wir ihm zu Ehren ein Konzert geben wollen. Jimi war Musiker aus Leidenschaft, das war sein Ding“, erzählt Marquardt. So erwartete die Gäste, die sich bis in den Eingangsbereich drängten, eine nahezu privat anmutende Party, die Jimis musikalischen Werdegang über die Jahrzehnte nachzeichnete.

Nach Marquardts Begrüßung und einer Minute stillen Gedenkens machten Wolfgang Thietje und Tochter Lisa den Anfang mit einem Medley aus einer Reihe von Songs von Bands wie „The Who“ oder den „Rolling Stones“, bevor Thietje, Marquardt und Packschies zu Bass und Gitarre griffen. Die drei Weggefährten Jimis gaben mit Liedern wie „13 kleine Affen“, „Zwei rosa Elefanten“ oder „Wodka, Rubel“ einen herrlichen Einblick in Jimi Lachs’ „Insterburg und Co“- Phase und rissen das Publikum förmlich mit. Wunderbar schräg wurde es, als alle drei zu Zithern griffen und Wolfgang Thietje und Werner Marquardt ihre Jodelkünste zum „Erzherzog Johann Jodler“ zum besten gaben – die Bude tobte.

Jimi Lachs, dessen Vorname einem seiner Idole, Jimi Hendrix, entliehen ist, und dessen Nachname seiner Angelleidenschaft geschuldet ist, war ein außergewöhnlicher Musiker, der auch eigene Songs schrieb. Einige waren zu hören. Es war eine Hommage an ihren Freund, die Werner Marquardt, Uwe Vollertsen und Michael Kiefhaber am Sonnabend vortrugen. „Das Lied Eva hatte Jimi für die damalige Tagesschausprecherin Eva Herman geschrieben, für die er sehr geschwärmt hat“, verriet Marquardt. Jimi Lachs habe sich stets vom Leben inspirieren lassen. So habe er zahlreiche Lieder, Geschichten und Gedichte verfasst, die seine tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat Eckernförde und dem Leben am Meer bezeugen. Vielen Gästen waren seine Lieder wie „Die Angelfahrt“, „Der Fischer“ oder „Dor föhl ick mi wohl“ bestens bekannt – so dass ein großer Chor mitsingen konnte.

Etwas gang Besonderes war der Auftritt von Janina Pudenz. Die Musikerin, die durch die Freundschaft ihrer Mutter Birgit Jimi Lachs schon seit Kindertagen kennt, war mit ihrer Mutter extra aus Bayern angereist. Die ausgebildete Sängerin hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Partitur, die Jimi trotz fehlender Notenkenntnisse über seine Mittelaltergeschichte „Burgund“ geschrieben hatte, in Notenform zu bringen, und trug einen Auszug daraus vor.

Andachtsvolle Stille herrschte im Raum, als Pudenz am Ende des Liedes „Johanna“ eigens geschriebene Textzeilen, gerichtet an Jimi, sang. Lachs’ ehemalige Band „Borbyants“ heizte dem Publikum zum Abschluss eines wirklich gelungenen Abends noch einmal kräftig ein, so dass jeder Fuß wippte und jeder Mund mitgröhlte. An Jimis Stelle trat Christian Pohlen, der mit Michael Packschies (Bass), Uwe Vollertsen (Solo-Gitarre, der auch den Kontakt zu dem Kölner hergestellt hatte), Claudia Unzen (Gesang und Percussion) und Gerhard Breier (Schlagzeug) unter anderem Songs von den „Rolling Stones“ und „Alice Cooper“ performte und als rheinische Frohnatur keinerlei Scheu vor dem norddeutschen Pubklikum hatte.

Werner Marquardt äußerte sich zufrieden über das Gedenkkonzert: ,,Ich bin mir sicher, dass es Jimi gefallen hätte, das wäre ein Abend ganz nach seinem Geschmack gewesen“.




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