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Eckernförder Zeitung

21. September 2017 | 18:04 Uhr

Hotel am Exer : Konzept „aus einem Guss“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Ratsversammlung entscheidet: Am Exer soll ein Hotel oder eine Mischnutzung aus Hotel und Apartments entstehen. Doch vorher müssen die dabei wegfallenden Parkplätze ersetzt werden.

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 06:04 Uhr

Eckernförde | Der Exer soll touristisch vermarktet werden – seit 2015 war stets von einem Hotel die Rede, doch jetzt hat die Ratsversammlung entschieden: Auch eine Mischnutzung aus Hotel und Apartments ist zulässig. Diese sollen allerdings nicht von Privatpersonen gekauft und vertrieben werden können. Das soll allein dem Hotelbetreiber vorbehalten sein – eine Betriebsführung „aus einem Guss“ wird gefordert.

Wichtig ist den Ratsmitgliedern auch die Parkplatzsituation. So heißt es in dem gefassten Beschluss: „Die durch den Bau des touristischen Beherbergungsbetriebes wegfallenden Parkplätze müssen im Rahmen der Fortschreibung des Parkraumkonzeptes an anderer Stelle kompensiert werden. Bevor die Ersatzflächen nicht zur Verfügung stehen, kann die Umsetzung eines Konzeptes für die touristische Nutzung des Exers durch einen Beherbergungsbetrieb nicht erfolgen.“

Von steigenden Touristenzahlen und damit verbundenen Potenzialen sprach der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen, Ralph Krüger. „Es sah 2015 noch so aus, als könnten wir einen Investor für ein Hotelprojekt nur dann gewinnen, wenn wir eine teure Seebrücke für 2 Millionen Euro bauen und das Schwimmbad für 5 Millionen Euro erweitern.“ Mittlerweile gebe es ein halbes Dutzend Interessenten, die keine solche Bedingungen stellen. Die Konzeption der Nutzung mit Hotel und/oder Apartments soll den Interessenten nun als Grundlage für ihre Planungen dienen. Krüger betonte, dass man die Schaffung touristischer Beherbergungsmöglichkeiten auf dem Exer nur im Konsens mit den Bürgern umsetzen wolle und dass deshalb eine frühzeitige öffentliche Beteiligung, zum Beispiel im Rahmen einer Einwohnerversammlung, erfolgen solle. Auch Rainer Bosse (SSW) forderte eine Beteiligung der Einwohner, „in welcher Form auch immer“.

Dass man noch nicht alle Konzepte der potenziellen Investoren so ausführlich kenne, um sich schon jetzt auf ein Finanzierungsmodell zu verständigen, „schadet nichts“, sagte Martin Klimach-Dreger (SPD). Wichtig sei: „Egal ob Apartment oder Zimmer, es kann nur Hotel sein, kein Wohneigentum.“

Rainer Beuthel (Die Linke) fand die Aussagen widersprüchlich: „Auf der einen Seite sollen die Bürger mit einbezogen werden, auf der anderen Seite wird jetzt schon so ein Beschluss gefasst. Das hätte früher geschehen müssen, denn ich glaube, dass es viele Bedenken gegen eine Hotelbebauung gibt.“

Für Edgar Meyn war das kein Widerspruch: „Ich glaube nicht, dass einem die Menschen folgen, wenn man nur ein Buschmesser in der Hand hat und durch den Dschungel geht. Wenn aber schon ein Trampelpfad da ist, geht es leichter.“

Matthias Huber (Bürger-Forum) fand es nicht gut, dass das Teileigentum aus der Finanzierung herausgenommen wurde. „Wir kennen noch nicht alle Konzepte.“ Dennoch stimmte er dem Beschlussvorschlag zu.

Das taten die meisten Ratsmitglieder. Die einzigen Gegenstimmen stammten von Rieke Boomgaarden und Georg Siebert (beide Bürger-Forum). Monika Ipsen und Rainer Beuthel (beide Die Linke), Jenny Kannengießer (Grüne) sowie Jürgen Neumann und Frauke Piechatzek (beide SPD) enthielten sich.

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