Konzentrierte Leidenschaft und getanzte Eleganz

Ana Menjibar, Spanierin, lebt aber in Berlin
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Ana Menjibar, Spanierin, lebt aber in Berlin

„Fiesta Flamenco“ mit einer furiosen Abschlussvorführung im Carls / 45 Workshopteilnehmer auf der Bühne

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28. Juli 2015, 06:16 Uhr

Im Carls auf Carlshöhe wurde es am Sonntag spanisch: Die Teilnehmer von „Klein Bolonia No.6“ zeigten ihre Lernerfolge nach den voraufgegangenen Workshops. Zur „Fiesta Flamenca“ kamen als Flamenco-Profis „Azabache“ aus Berlin. Es gab ein ausverkauftes Haus, große Begeisterung und hohe Temperaturen.

Seit 2010 gehört der Flamenco zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Die Lieder und Tänze des Flamenco stammen aus Andalusien. Dass sie seit geraumer Zeit auch in Eckernförde getanzt werden, verdankt die Fördestadt Doris Schlüter: „Vor 25 Jahren bin ich dem Flamenco begegnet, und vor 20 Jahren entstand ‚Los Balticos‘“. In dieser Tanzgruppe unterrichtet Doris Schlüter nicht nur selbst. Seit mehreren Jahren gibt es auch Workshops für alle, die diese besondere Art von Tanz, spanischem Gesang und Gitarrenspiel erlernen wollen.

Bei der 6. Auflage des WS-Angebots „Klein Bolonia“ gab es diesmal 45 Teilnehmer. Sie hatten beim Lernen ein recht unterschiedliches Niveau, belegten verschiedene Themen, (manche sogar zwei), waren zum Ende des fünftägigen Trainings aber alle fit genug für eine rauschende Vorführung im ersten Teil des Flamenco-Programms.

Nach der Pause übernahmen die überragenden Könner aus Berlin: Luis el Peluca (Gesang), Rayko Schlee (Gitarre), die Tänzerinnen Joelle Guerrero und La Mona, als Gast Ana Menjibar. Da bebte die Bühne von gestampften Schritten, lautem, fast arabisch anmutendem Gesang. Kastagnetten und rhythmisches Klatschen fielen in die Rhythmen ein. Die Luft flirrte von spanischen Gitarrenklängen, und man saß völlig fasziniert von so viel kraftvoller Show und überschäumender Lebensfreude.

Obwohl – sah man in die Gesichter der Tänzerinnen, so waren sie doch zumeist sehr ernst – sicher konzentriert – aber auch leicht spröde, fast trotzig, dramatisch in ihrem Ausdruck – die Kraft entschlossener, starker Frauen.

Man erlebte sehr sinnliche Tänze voll angespannter Muskelbeherrschung: jeder Schritt genau, jede Drehung exakt bemessen. Die Hände, die Arme dieser atemberaubenden Frauen tanzten mit - frei beweglich wie Schlangen, dabei sehr anmutig. Dazu kamen die Farben der Gewänder, der volantbesetzten, weiten Röcke. Von der Haltung der edel frisierten Köpfe bis in die energisch aufstampfenden Absätze der Schuhe – alles von leidenschaftlicher Kraft und Schönheit.

Zum Ende der „Fiesta Flamenca“ tanzten alle im Saal und auf der Bühne mit, aufgeheizt, wild und voller Flamenco-Feeling.


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