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Eckernförder Zeitung

23. November 2017 | 21:42 Uhr

Konsildienst nur für Neugeborene

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Kinderarzt Dr. Sven-Arne Zeller weist auf eingeschränkten Rufdienst in der Pädiatrie hin / Imland verhandelt mit den Hebammen

von
erstellt am 06.Sep.2017 | 06:14 Uhr

„Wir sind sehr, sehr rege unterwegs“, sagte der Geschäftsführer der Imland-Klinik, Dr. Hans-Markus Johannsen, zum Aufbau der neuen Hauptabteilung Geburtshilfe in Eckernförde. Rund um die beiden neuen Chefärzte, Dr. Ralf Kröger und Tom Martin, wird in den nächsten Wochen und Monaten ein neues Ärzteteam aufgebaut. Zuletzt war von sechs angestellten Fachärzten die Rede. Geschäftsführer Johannsen rechnet bis zur vollständigen räumlichen und personellen „Ausentwicklung“ der Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe mit einem Zeitrahmen von zwei bis vier Jahren, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Der Aufbau der Hauptabteilung müsse jetzt mit den Vorstellungen der Chefärzte und dem parallel laufenden Sanierungsplan abgestimmt werden. „Die Fallzahlen in der Geburtshilfe stabilisieren sich jetzt bei 600 bis 650 im Jahr“, Johannsen sprach angesichts der zeitweiligen Turbulenzen von einer „guten Entwicklung“.

Mit den zuletzt 12 Beleghebammen befinde man sich in Gesprächen. Es gebe einen „Beleghebammenvertrag, der weiter läuft, zusätzliche Kooperationsinhalte werden derzeit verhandelt“, sagte der Imland-Geschäftsführer. Im August hätten die Hebammen einen Vorschlag eingereicht, der geprüft werde. Auch die Klinikleitung habe einen Vorschlag zur künftigen Vertragsregelung vorgelegt. Wichtig sei es, einen „rechtlich unbedenklichen“ Vertrag abzuschließen, erklärte Hans-Markus Johannsen.

Der Eckernförder Kinderarzt Dr. Sven-Arne Zeller möchte Missverständnissen entgegentreten und hat gegenüber unserer Zeitung auf einen wichtigen Sachverhalt hingewiesen. Der immer wieder von den Kreistagsfraktionen vorgebrachte „pädiatrische Konsildienst“ betreffe allein die Neugeborenen, sagte Zeller. Kleinkinder und Kinder seien damit nicht gemeint. Sie müssten entweder in anderen Fachabteilung der Klinik oder in anderen, umliegenden Krankenhäusern behandelt werden. Weder die Geschäftsführung der Imland-Klinik noch die Politik hätten diesbezüglich Gespräche mit den dienstleistenden Kinderärzten geführt. „Mit uns ist nie über einen Konsildienst für größere Kinder gesprochen worden“, sagte Sven-Arne Zeller. Diese zusätzliche Aufgabe könnten er und sein Praxiskollege Dr. Maik Welzel allein auch gar nicht leisten. Und der Einsatz auswärtiger, niedergelassener Kollegen etwa aus Kiel, Rendsburg oder Schleswig dürfte rechtlich nicht möglich sein, so Zeller. So sei ihm von der Kassenärztlichen Vereinigung untersagt worden, mit Unterstützung auswärtigen Kinderärzte einen Wochenend-Notdienst für Kinder in der Klinik aufzubauen. Seiner Einschätzung nach sei die Einrichtung eines weitgefassten Konsilmodells für Kleinkinder und Kinder ohne stationären Hintergrund nicht möglich.

„Dr. Zeller hat recht: Der Konsildienst ist nur für die Geburtshilfe bestimmt und dient der Neugeborenenversorgung“, bestätigte Imland-Geschäftsführer Dr. Johannsen die Aussage des Eckernförder Kinderarztes.

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