Bürgermeister Jörg Sibbel im EZ-Gespräch: : Konkurrenzkampf ums Kino

Bürgermeister Jörg Sibbel (52, parteilos) erwartet zügige Entscheidungen nach der Sommerpause.
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Bürgermeister Jörg Sibbel (52, parteilos) erwartet zügige Entscheidungen nach der Sommerpause.

Bürgermeister Jörg Sibbel geht im Gespräch mit der Eckernförder Zeitung auf aktuelle Schwerpunktthemen ein: Nooröffnung, Kino-Neubau. Geburtshilfe, Bahnhofsareal, Exer und die Parkplatzsituation.

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31. August 2017, 06:03 Uhr

Eckernförde | Die politische Sommerpause neigt sich dem Ende zu. Während der Kreistag bereits am kommenden Montag eine wichtige Entscheidung zur Zukunft der Geburtshilfe und der Kinderstation an der Imland-Klinik in Eckernförde zu treffen hat, stehen auch die Eckernförder Kommunalpolitiker noch bis zur anstehenden Kommunalwahl im Mai 2018 vor wichtigen Entscheidungen. In einem Gespräch mit unserer Zeitung hat Bürgermeister Jörg Sibbel einige wichtige Aspekte der Stadtentwicklung benannt, die in den nächsten Ausgaben thematisiert werden: die Nooröffnung, die Entwicklung des Bahnhofsareals (Bebauungsplan Nr. 69), die Frage einer Hotelansiedlung auf dem Exer und die Parkplatzsituation in Eckernförde. Weitere Themen sind unter anderem die Sanierung der Stadthalle, der Kino-Neubau sowie die Nutzung der Willers-Jessen-Schule.

Nooröffnung

Bei diesem Großprojekt sieht der Bürgermeister die Stadt auf einem guten Weg. Für die Verkehrsanlagen, die Wasserfläche und die technischen Erschließungsanlagen lägen die entsprechenden Satzungsbeschlüsse der Bebauungspläne vor, so dass mit der Umsetzung begonnen werden kann. Bevor im nächsten Jahr die etwa ein Hektar große Wasserfläche angelegt werden kann, muss zuvor allerdings das Gelände vorbereitet werden. Sprich, der leere Aldi-Markt und die Parkpalette an der Noorstraße sollen im Herbst abgerissen werden. Diese Flächen werden für die Anlage des Wasserbeckens und die geplante Wohnbebauung benötigt. „Das ist planungsrechtlich alles abgesichert“, sagt Sibbel.

Danach steht die Vermarktung der Wohnbauflächen auf dem Programm. „Wir reden hier nach aktuellem Stand von bis zu 125 Wohneinheiten“, betont der Bürgermeister. Ursprünglich waren es mit 70 bis 80 deutlich weniger, aber durch den Verzicht von Aldi und Markant auf die angebotenen Ersatzflächen für den Einzelhandel in der Nooröffnung kann diese Fläche jetzt für den Bau von Mietwohnungen genutzt werden. Mit dem Bau von 125 Mietwohnungen in attraktiver Lage entspreche man auch dem politischen Ziel der Ratsversammlung, bezahlbaren Wohnraum in zentraler Lage zu schaffen, so Sibbel weiter. Wenn man dann noch den 25-prozentigen Anteil an öffentlich gefördertem Wohnraum hinzurechnen mit einer Netto-Kaltmiete von 5,20 Euro pro Quadratmeter, sei das „ein attraktives Angebot, das wir aber auch benötigen, um dem Trend des immer teurer werdenden Wohnraums in Eckernförde aus eigener Kraft entgegenwirken zu können“, betont der Verwaltungschef.

Kino-Neubau

Coop und Rewe verfolgen weiterhin ihr Kino-Projekt auf dem Dach des Sky-Marktes in der Gartenstraße. Nach Auskunft von Bürgermeister Sibbel seien dort weiterhin fünf Kinosäle mit 630 Plätzen geplant. „Darüber hinaus gibt es aber auch die Zielsetzung, im Bahnhofsareal ebenfalls ein kommerzielles Kino zu errichten. Es wird natürlich nur eines geben in Eckernförde, aber es ist gut für die Stadt Eckernförde, dass zwei Standorte miteinander konkurrieren. Aber irgendwann muss man sich natürlich entscheiden.“

geburtshilfe Imland

Am kommenden Montag entscheidet der Kreistag über die Zukunft der Geburtshilfe und der Kinderstation der Imland-Klinik Eckernförde. Der Eckernförder Bürgermeister wünscht sich den Erhalt beider Abteilungen, „das ist doch völlig klar“. Allerdings ist Sibbel nach den jüngsten Positionierungen der Kreistagsfraktionen Realist genug, um dies nicht unbedingt zu erwarten. Zur Erhaltung der Geburtshilfe gebe es keine Alternative. Er könnte allerdings auch nachvollziehen, wenn es Überlegungen gebe, die drei Betten der Kinderstation nach Rendsburg zu verlegen und in Eckernförde einen schnell zugreifenden Konsildienst aufzubauen, um erkrankte Neugeborene und Kinder zu behandeln. „Das wäre zwar schade für Eckernförde, aber immer noch ein vertretbares Ergebnis“, sagt Sibbel. Aber man müsse auch Verständnis für Entscheidungsgrundlagen des Kreises haben.

Bis auf die SPD haben sich alle Fraktionen gegen eine Wiedereröffnung der Eckernförder Kinderstation und für die Einrichtung eines Konsildienstes ausgesprochen. Die SPD hingegen hält eine Kinderstation in Eckernförde als „Niederlassung“ der Hauptabteilung in Rendsburg für machbar. „Für uns ist der Betrieb der Kinderstation vor allem eine strukturpolitische Entscheidung für den Gesamtraum Eckernförde und im Rahmen der Ausgleichs- und Ergänzungsfunktion des Kreises geboten“, hat SPD-Fraktionschef Kai Dolgner erklärt. Der Kreis solle dann die Hälfte der entstehenden Zusatzkosten – maximal 500  000 Euro –, tragen.

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