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Radio-Konfis : Konfirmanden sprechen Andachten auf NDR

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine Konfirmandengruppe von Pastor Manfred Adam hat die Hauptstücke des Katechismus in moderne Sprache übersetzt und spricht bei vier Radioandachten im April.

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erstellt am 01.Apr.2016 | 06:01 Uhr

Eckernförde | „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Mit dem vierten der zehn Gebote dürfte jeder christliche Jugendliche irgendwann mal seine Probleme bekommen. Und nicht nur er. Was ist, wenn Vater und Mutter einfach keine guten Menschen sind?

Die Hauptkonfirmandengruppe von Pastor Manfred Adam der St.-Nicolai-Gemeinde hat sich jetzt mit diesem Thema auseinandergesetzt– und nicht nur das: Die 17 Jugendlichen, die im Mai konfirmiert werden, haben die Hauptstücke des Kleinen Katechismus in ihre jugendgerechte Alltagssprache übersetzt. Fünf von ihnen sind gestern mit Manfred Adam nach Kiel gefahren und haben ihre Texte beim NDR aufnehmen lassen. Sie werden an den vier Dienstagen im April in der Sendung „Gesegneten Abend“ jeweils um 19.04 Uhr auf NDR 1 Welle Nord gesendet. Pastor Adam spricht die Texte aus dem Katechismus, die Jugendlichen antworten mit ihrer Version.

Die Verbindung zum NDR 1 hat Manfred Adam schon lange. Seit 1999 begleitet er die Sendereihe „Gesegneten Abend“ regelmäßig zusammen mit der Journalistin und Rundfunkpastorin Claudia Aue. Ihr hatte er von der Arbeit seiner Konfirmanden erzählt – Claudia Aue war sofort interessiert.

Die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis, das Vater Unser und das Sakrament der Taufe und des Abendmahls – die Jugendlichen haben alles in ihre Sprache übersetzt, so beginnt ihr Glaubensbekenntnis zum Beispiel folgendermaßen: „Lieber Gott im Himmel und auf Erden! Wir wollen Deinen Namen gut gebrauchen. In deiner Welt sind alle gleichberechtigt. Danach wollen wir uns immer richten.“

Die alte Ausdrucksweise sei schwer zu verstehen, sagt Konfirmand Lennart Baumgärtel: „Man weiß nicht immer, was damit gemeint ist.“ Für Pastor Adam ist das eine besondere Leistung. „Schon fast eine theologische Arbeit“ könne man die teilweise sehr freie Übersetzung nennen. So haben die Jugendlichen in ihrem Glaubensbekenntis auch eingefügt, dass Jesus Kranke geheilt, mit Schwachen geteilt und sich für Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt hat – Dinge, die im Glaubensbekenntnis eigentlich nicht zu finden sind. Und in den Zehn Geboten wird aus „Unser täglich Brot gib uns heute“ der Satz „Gib uns, was wir zum Leben brauchen, und hilf uns, mit anderen zu teilen.“

Die Gruppe sei für ihn etwas Besonderes, sagt Manfred Adam: „Es war den Jugendlichen ein eigenes Anliegen, sich den Glaubensthemen zuzuwenden. Und es ist schön, am Ende meines Beruflebens eine Konfirmandengruppe zu haben, aus der mehr eine Jugendgruppe geworden ist.“ Das bestätigt auch Konfirmandin Jennifer Schäfer: „Wir haben viel zusammen gemacht, das hat uns nähergebracht.“

Vater Unser, Zehn Gebote, Glaubensbekenntnis und Abendmahl – sie werden Themen in den jeweils zweieinhalb Minuten langen NDR-Andachten von Manfred Adam am 5., 12., 19. und 26. April sein. Zusätzlich sind die Jugendlichen von Claudia Aue zu ihrer Konfirmation interviewt worden. „Was muss passieren, damit du auch nach deiner Konfirmation weiterhin in die Kirche gehst?“, wollte sie zum Beispiel wissen, worauf Ilina Wegner eine eindeutige Antwort wusste: „Die Sprache und die Kirchenlieder sollten moderner sein, Jugendliche den Gottesdienst führen dürfen und der Ablauf abwechslungsreicher sein.“ Diese und weitere Antworten werden in einer Sondersendung zum „Gesegneten Sonntag“ gesendet. Der Termin dafür steht noch nicht fest.

Für die Konfirmanden ist es damit aber nicht getan. Sie wollen ihre Versionen der fünf Hauptstücke des Glaubens zur Goldenen Konfirmation im September zusammenfassen. Darin wird auch ihre Version des Gebots „Du sollst Vater und Mutter ehren“ stehen: „Wenn du gute Eltern hast, sei dankbar.“

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