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Eckernförder Zeitung

17. Oktober 2017 | 21:40 Uhr

Kompromisslinie und Existenzfrage

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 25.Jun.2016 | 06:55 Uhr

Die Kommunalpolitik ist ja doch noch zu vernünftigen Kompromissen fähig. Wer hätte das gedacht? Die strittige Frage der Höhe des Beitragssatzes für die Tourismusabgabe – wir reden hier im Übrigen von sehr überschaubaren Summen für die vom Tourismus profitierenden Geschäfte, Unternehmen und Vermieter – wurde jetzt im Finanzausschuss trotz differierender politischer Meinungen elegant gelöst. „Toll, dass alle sich bewegt haben“, frohlockte Vorsitzender und CDU-Mann Ralph Krüger. Mit 7,8 Prozent liegt die TA-Quote jetzt einigermaßen im Mittel zwischen der bisherigen Marke 5,4 Prozent und den 12,3 Prozent, die die Verfechter einer deutlich höheren Quote gefordert hatten. Aber sie werden keine Ruhe geben, wie Bernd Ernstmeyer (Grüne) und Matthias Huber (Bürger-Forum) vorsorglich ankündigten.

Für den Moment ist Ruhe, das Ringen um das rechte Maß aber wird weitergehen.

Unversehens ist die Stadthalle im Sog der Kinostandortdiskussion zum politischen Spaltpilz geworden. Es geht nicht mehr allein um die Sanierung des über 40 Jahre alten Bauwerks, es geht um Sein oder Nicht-Sein für das markante Bauwerk aus Stahl, Glas und vor allem Beton in bester Lage direkt an der Strandpromenade. Und genau die ist wohl auch entscheidend für das Ansinnen vor allem des Bürger-Forums, sie dort plattzumachen und durch einen Neubau – möglichst an anderer Stelle im „Delta“ Lornsenplatz, Grüner Weg, Reeperbahn, Noorstraße – zu ersetzen. 14,5 Millionen Euro kostet eine neue Stadthalle in gleicher Funktion wie heute, hat die Verwaltung errechnet. Geld, das die Stadt nicht hat und auch nicht bereit ist, auf dem Kreditmarkt aufzunehmen und die Verschuldung in die Höhe zu treiben. Warum auch? Die Stadthalle funktioniert, ist der kulturelle Mittelpunkt der Stadt an prominenter Stelle und bietet vor und nach Konzert, Theater oder Ball noch Gelegenheit zu einem Strand- oder Innenstadtbummel. Das hat was und ist durchaus auch ein Alleinstellungsmerkmal für den Veranstaltungsort Eckernförde. Wer das aufgeben möchte, muss exzellente Argumente und eine Alternative haben, und die gibt es – zumindest derzeit – nicht. Das Argument eines angedockten Kinos zieht nicht mehr, weil seit kurzem das Sky-Projekt oberste Priorität hat: Wenn Coop liefert, der starke Wirtschaftspartner Rewe einverstanden ist und auch die Stadt zustimmt, könnten sich die Eckernförder Kino-Träume in der Gartenstraße erfüllen. Und darauf hoffen (fast) alle.

Nach Lage der Dinge kommt man um eine Sanierung der Stadthalle nicht herum. Und zwar um eine umfassende für 4 Millionen Euro inklusive Attika und Innensanierung. Alles andere ergibt keinen Sinn, weil die Baustellen dann auf die nächsten Jahre verschoben werden würden, was nur für zusätzliche Kosten und Schließungszeiten sorgt, aber keine Vorteile bringt.

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