Kompetente Hilfe von außen

Empfehlungen des Gestaltungsbeirats

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22. Juli 2015, 06:05 Uhr

Guter Rat muss nicht teuer sein. Und man muss ihm auch nicht folgen, es ist nur eine Empfehlung. Aber eine, die Substanz hat und von Sachkenntnis geprägt ist. Die fünf Mitglieder des Gestaltungsbeirats – die Architekten Helmut Riemann, Laust Lorenzen und Fredo Wiescholek, Landschaftsarchitekt Teja Trüper und Stadtplaner Rainer Steffens – halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Sie sind erfahren und erfolgreich genug, um frei aufschlagen zu können. Das geht natürlich besonders gut in einer Stadt, in der sie nicht leben und eventuell gewisse Rücksichten zu nehmen haben. Ihre unabhängige und von jeder Beeinflussung freie Meinung ist Klartext und manchmal auch knallhart. Das schmeckt nicht jedem, dient aber der Sache und der Verwaltung und Politik als wichtige Entscheidungshilfe.

Es ist schön verblüffend, wie klar die Fachleute erkennen, wie im Falle der Käthe-Kollwitz-Straße verfahren werden muss und Vorgaben fordern, an die sich alle zu halten haben, weil die Ausnahmesiedlung sonst kaputt geht. Ein Problem, mit dem man sich in Eckernförde viele Sitzungen mühsam herumschlagen musste, weil auch einige Bürger auf die Barrikaden gingen, und die Politik schließlich – gegen den Unmut so mancher Anwohner – einen Bebauungsplan aufs Gleis geschoben hat. Der B-Plan wird auch kommen, allerdings wohl mit einer entscheidenden Ergänzung: einer genauen Schablone in Form einer Satzung, was dort künftig baulich geht und was nicht. Und sollte es so kommen und helfen, die Siedlung aus der Nazi-Zeit in ihrer Substanz zu erhalten, wäre das allein das Verdienst der klaren Positionierung des Gestaltungsbeirats.

Und es ist erfrischend, dass in diesen Beiratssitzungen nebenbei von kompetenter Seite auch weitergehende Themen angeschnitten werden wie die Auseinandersetzung über den Umgang mit der Architektur der 20er und 30 er Jahre in Eckernförde.

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