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45 Jahre im Öffentlichen Dienst : Kompetent, ehrlich, menschlich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Amt Hüttener Berge verabschiedet langjährigen Bau- und Ordnungsamtsleiter Günter Draheim / Andreas Hoffmann übernimmt den Fachbereich

von
erstellt am 17.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Es gibt keinen im Amt Hüttener Berge, der die Menschen und die Gemeinden besser kennt: 45 Jahre ist Günter Draheim für die Verwaltung tätig. Zum 1. September hat er die Leitung der Ordnungs- und Bauabteilung an seinen bisherigen Stellvertreter Andreas Hoffmann abgegeben und sich in den Ruhestand verabschiedet. Einmal in der Woche ist er aber noch im Amt zu finden – er unterstützt die Kollegen, bis die Einführung der Doppik abgeschlossen ist.

Dass er sich selbst mit der „Doppelten Buchführung in Konten“ – kurz Doppik – nicht mehr befassen musste, kommt Günter Draheim nicht ungelegen, wie er mit einem Lächeln zugibt. Dass er sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt weiterhin als geringfügig Beschäftigter um Grundstücksangelegenheiten der 16 Mitgliedsgemeinden kümmern würde, bis die Kollegen auf das neue System umgestellt haben, war für ihn keine Frage. „Ich bin jeden Tag gern gekommen“, sagt Draheim. Dabei war die Verwaltungslaufbahn so gar nicht sein Berufswunsch, sondern mehr eine Empfehlung seiner Eltern – er selbst hätte sich lieber der Vor- und Frühgeschichte gewidmet.

1969 begann er mit 18 Jahren als Dienstanfänger beim Innenministerium des Landes. Als erste Ausbildungsstation wurde ihm das Amt Hütten zugewiesen. Das befand sich damals noch neben der Gaststätte Alter Bahnhof und zählte drei Mitarbeiter für sechs Gemeinden, erzählt Draheim. Nach zwei Jahren reifte in ihm der Entschluss, den Dienstherren zu wechseln und beim Amt Hütten zu bleiben. Drei Mal zog er in den Folgejahren mit der Verwaltung um – über den Berghof bis zum heutigen Amtssitz in Ascheffel–, durchlief alle Abteilungen, fand seinen Platz schließlich in der Kämmerei, deren Leitung er 1980 übernahm. Als 1987 Karl-Hermann Rochow als Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes ausschied, wechselte er die Abteilung. „Ich habe lieber mit Menschen zu tun als nur mit nackten Zahlen“, verrät Draheim. Mit der Fusion der Ämter Hütten und Wittensee zum 1. Januar 2008 übernahm er den Fachdienst III – Ordnungs- und Bauverwaltung, wo er bis zuletzt tätig war. „Standesbeamter bin ich auch gewesen“, merkt der 63-Jährige ganz beiläufig an. Rund 160 Paare hat er in der Zeit getraut. Er selbst heiratete seine Freundin Heike, die er kurz vor Beginn seiner Ausbildung kennen gelernt hatte. Von Schleswig zog die Familie nach Damendorf und schließlich nach Owschlag, wo sie noch heute Zuhause ist.

In seiner Rückschau bildet der Bau der Globetrotter-Lodge auf dem Aschberg das i-Tüpfelchen von allen Vorhaben, die er begleitet hat. „Ein großes Projekt, das war interessant“, meint Draheim. Dass es mit der Übertragung der Dorfstraße in Osterby vom Kreis auf die Gemeinde gelang, auf einen Schlag Ortsentwässerung und Dorferneuerung zu realisieren, sei gut gewesen. Unvergessen wird Daheim auch eine außergewöhnliche Fundsachenversteigerung aus den 90er Jahren bleiben: Drei Hängebauchschweine, die Unbekannte in den Kreisforsten ausgesetzt hatten, wurden vor dem Feuerwehrgerätehaus in Brekendorf versteigert. 150 D-Mark kamen dabei zusammen. Wenig erfreulich waren für Draheim Fälle, die das Gefahrhundegesetz betrafen, und manch ordnungsrechtliche Anordnungen, die dem Gesetz nach Bedingung für Veranstaltungen waren, von den Organisatoren aber manches Mal nicht nachvollzogen werden konnten.

Der Aufwand der Verwaltungsarbeit sei auf der einen Seite gestiegen. Draheim: „Früher ging man mit einem Anliegen zum Sachgebietsleiter der höheren Verwaltung und kam mit einem Ja oder Nein zurück. Heute gibt es erst mal einen Scoping-Termin.“ Auf der anderen Seite sei die Zeit schnelllebiger geworden. Per E-Mail auf Knopfdruck sind Briefe heute in Sekunden verschickt. Bis die Antwort auf ein Einschreiben zurück im Amt war, konnte es früher schon mal vier Wochen dauern. Auch an die Vorläufer des Kopierers, den Nassdrucker mit Säurebad und die Umdrucke mit Matrizen, kann er sich noch gut erinnern.

Schon immer für den Bereich des Ordnungsrechts interessiert hat sich der neue Fachbereichsleiter, Andreas Hoffmann (39). Der Borgstedter hat im Amt Wittensee gelernt und dort 2000 das Ordnungsamt übernommen. 2012 wurde er Draheims Stellvertreter. „Es ist eine der abwechslungsreichsten Bereiche der Verwaltung“, findet Hoffmann. „Wenn man morgens kommt, weiß man nicht, was einen am Tag erwartet.“

Für Draheims Verabschiedung hatten alle Mitarbeiter ein paar Zeilen geschrieben, die Hoffmann zu einer Geschichte verwoben hatte. „Die Kompetenz, Ehrlichkeit und Menschlichkeit, die Günter Draheim besitzt, wissen wir zu schätzen“, betonte Amtsdirektor Andreas Betz. „Es ist eine tolle Zusammenarbeit gewesen.“ Die wird vorerst noch mit einem Tag in der Woche fortgesetzt. Die gewonnene Freizeit möchte der Owschlager für den Garten, zum Motorradfahren und Angeln nutzen. „Und vielleicht kann ich ja irgendwann nochmal losziehen als Grabungshelfer“, sagt Draheim. Das wär sein Traum.

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