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Konzept für die Innenstadt : Kommt jetzt das neue Hotel auf dem Exer?

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Exer soll aufgewertet und als Hotelstandort vermarktet werden. Dafür hat sich der Finanzausschuss ausgesprochen und damit die erste Hürde für das Vorhaben genommen.

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erstellt am 15.Okt.2015 | 06:39 Uhr

Eckernförde | Das Hotelprojekt auf dem Exer hat die erste Hürde genommen. Am Dienstagabend hat der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen einstimmig die Grundsatzentscheidung getroffen, dass der Exer aufgewertet und als Hotelstandort vermarktet werden soll. Der Ausschuss ist weiter mit 8:3 Stimmen dem CDU-Antrag gefolgt. Der besagt zweierlei:

> Die Stadt, die Stadtwerke und die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH sollen die Hotelansiedlung mit eigenen Investitionen zum Beispiel für eine Seebrücke mit Vorplatz, Modernisierung des Meerwasserwellenbades sowie Anbindung an das Hotel bis maximal zur Höhe des Verkaufserlöses für den Exer unterstützen;

> die 140 öffentlichen Parkplätze auf dem Exer müssen in bisheriger Anzahl vom Investor weiter vorgehalten werden. Der Antrag der Grünen, erhielt nur drei Stimmen (Grünen und Bürger-Forum) und wurde abgelehnt. Auch darin wird eine Hotelvermarktung auf dem Exer begrüßt, es fehlten allerdings im Gegensatz zum CDU-Antrag Hinweise zur finanziellen Beteiligung der Stadt.

Perdita Schaarschmidt erläuterte den CDU-Antrag. „Es wäre doch eine Schande, so ein Filetstück als Parkplatz zu nutzen“, sagte sie. Durch ein neues Hotel würden weitere Gäste kommen und Arbeitsplätze entstehen. Die politischen Gremien müssten das Projekt „Hand in Hand mit der Verwaltung“ begleiten. Um zu verhindern, das die Kosten für die Stadt aus dem Ruder laufen, sollte die Höhe der städtischen Investitionen auf den erzielten Erlös aus dem Grundstücksverkauf des Exer begrenzt werden. Außerdem solle dem Investor auferlegt werden, dafür zu sorgen, die 140 öffentlichen Stellplätze zu erhalten.

Anke Göttsch (SPD) sah das genau so. Aber auch: „Ich lasse mich vom Investor nicht treiben und vorführen.“ Sie sei sehr dafür, das auf dem Exer etwas passiere, aber vorschreiben lassen wolle sie sich von einem Investor nichts. Das müsse alles besprochen und ordentlich abgearbeitet werden. Die 140 Parkplätze könnten in einer Tiefgarage entstehen und /oder auch durch eine Aufstockung des Preußerparkplatzes geschaffen werden, sagte die SPD-Ratsfrau.

Man sei gar nicht so weit auseinander, sagte Edgar Meyn von den Grünen. Er wies auf die finanziellen Risiken hin, und forderte eine politische Kontrolle der Abläufe. Man sollte vor der Entscheidung alles bedenken und nicht erst hinterher. Unterhaltungskosten, Abschreibung, Auswirkung auf das Strömungsverhalten durch die neue Seebrücke oder die Frage, „ob der Investor die ganze Düne abräumt – das möchte ich vorher geklärt haben“, sagte Meyn. Er verwies auf das gescheiterte Kino-Projekt am Bahnhof: „Mir reicht schon, dass am Bahnhof alles schief gegangen ist“, sagte der grüne Fraktionschef.

Auch Rainer Beuthel sah die Sache eher skeptisch. Um ein Hotel bauen zu lassen, müsse die Stadt mehr als eine Million Euro als Vorleistung erbringen. „Das finde ich sehr fragwürdig“, zumal weder die Finanzlage der Stadt noch die der Stadtwerke rosig seien. Für Matthias Huber (Bürger-Forum) wurde die Diskussion zu konkret. „Hier geht es um eine Grundsatzentscheidung und nicht um den Bademantelgang vom Hotel zum Wellenbad“. Die Investitionen der Stadt im Zusammenhang mit der Hotelansiedlung kämen „Gesamt-Eckernförde“ zugute. Und vielleicht siedle sich dann ja noch ein weiteres Hotel an.

Karin Himstedt (CDU) stimmte dem zu. Die CDU wolle durch ihren Antrag „zwei wesentliche Leitplanken“ setzen: finanzieller Art und hinsichtlich des Ersatzes der 140 Parkplätze. Und sie stellte klar: „Wenn wir investieren, dann in öffentliche Infrastruktur“.

Frauke Piechatzek (SPD) warnte davor, den Bogen zu überspannen. „Welche Stadt leistet sich auf so einem Grundstück einen Parkplatz?“ Man solle die Chance jetzt nicht kaputtmachen. Natürlich sei die Seebrücke für alle Bürger und nicht nur für die Hotelgäste da, sagte Piechatzek. „Und die Schwimmhalle ist überholt und muss unbedingt renoviert werden. Da müssen wir sowieso ran. Es ist eine gute Gelegenheit, sie jetzt auf Vordermann zu bringen.“

Bürgermeister Jörg Sibbel wies auf die Bedeutung der Entscheidung hin. Endlich habe man einen Investor gefunden. „Er möchte von uns verbindlich wissen, in welcher Größenordnung wir uns beteiligen würden. Unser Signal reicht ihm, um in die Vorplanung zu gehen“, erläuterte Sibbel die Lage. „Wir werden das Grundstück nicht zu vergünstigten Konditionen anbieten, wir sind an den Bodenrichtwert gebunden.“ Und der beläuft sich nach Auskunft der Kämmerei für den Exer auf 500 bis 1000 Euro pro Quadratmeter. Die Summe dürfte daher beträchtlich sein: der Exer ist 6700 Quadratmeter groß. Erlösmindernd dürften sich allerdings die 140 öffentlichen Parkplätze auswirken, die der Investor auch künftig vorhalten muss.

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