Kohlenstaub, Atomkraft und Windkraft: Eine Annäherung

Fukushima als künstlerische Eruption.
Fukushima als künstlerische Eruption.

Die Energieerzeugung und ihre Folgen: Einst klaglos akzeptiert, heute ein öffentliches Thema

von
13. Mai 2015, 17:32 Uhr

Fühlt man mit Freunden, die sich als Ersatz für ein schönes Domizil mit Garten als Antwort auf krank machende Windmühleneinflüsse (Geräusche und Verschattungen) eine neue Behausung suchen mussten, und liest man in der Zeitung, dass es nach Inbetriebnahme einiger Windkraftanlagen zu Bauschäden an allerdings sehr großflächigen Verglasungen gekommen ist, so fällt es schwer, eigene Erfahrungen aus früheren umweltbelastenden Energieversorgungsmaßnahmen glaubwürdig zu argumentieren.

Dennoch, als 1940 in Essen Geborener und in den Jahren 1946-1949 in Duisburg-Ruhrort urlaubender kleiner Junge habe ich die damals üblichen riesigen Kohlehalden in plastischer Erinnerung. Bei Tante und Onkel hinter den leider an Höhe immer mehr zunehmenden Rheindeich gehörte der beruhigende Anblick des „Brennmaterials“ einfach dazu.
Ich kann mich aber überhaupt nicht erinnern, kritische Anmerkungen über den allgegenwärtigen Kohlenstaub in der Luft gehört zu haben.

Anlässlich des obligatorischen sonntäglichen Rituals „morgens Kirche – und nachmittags Spaziergang“, ist mir aber die Notwendigkeit des Wechselns weißer Kleidungsstücke (heute hieße das T-Shirt und Shorts) noch sehr gegenwärtig. Der kräftezehrende Einsatz eines Waschbrettes war damals sehr normal. Sollte es schon Farbe gegeben haben, und sollten die Holzfensterbänke weiß gestrichen sein, so mussten diese im Tagesrhythmus vom Grauschleier befreit werden, was den undichten Fenstern, die den Krieg überlebt hatten, geschuldet war. Auch dieses tägliche Putzen gehörte zum klaglos hingenommenen Ritual.

Eine direkte Stellungsnahme zum Thema Pro und Kontra Windmühlen verbiete ich mir. Auch setze ich die Fukushima-Katastrophe nicht in das für sich selber sprechende Verhältnis zur Windkraftenergie und pflichte Helmut Mohrmann vorbehaltlos bei.

Wie ich als Maler innerhalb der nächsten halben Stunde nach den Radionachrichten aus Japan empfunden und reagiert habe, zeigt das beigefügte Bild (Acryl auf Leinwand 80/80 cm). Vielleicht gelingt es den Betrachtern, die nicht bewusst gemalten aber sehr wohl entstanden Dämonen und teuflischen Fratzen im Giftgrün der „explodierenden“ Farbe zu entdecken.

Abschließend noch eine Anmerkung: Wir, die Mitglieder beziehungsweise Gesellschafter einer Demeter-Hofgemeinschaft bei Kiel, bilanzieren nicht in Euro, sondern den Einsatz einer Windmühle in eingespartem CO2 – Ausstoß (in Tonnen).


zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen